Von leichter Rötung bis zu Wucherungen im Gesicht

Hautkrankheit Rosazea: Die drei Stadien und was hilft

Rosazea äußert sich oft durch rote, fleckige Haut und Pusteln.
Rosazea äußert sich oft durch rote, fleckige Haut und Pusteln.
© iStockphoto, istock

17. September 2021 - 18:09 Uhr

Pusteln werden oft mit Akne verwechselt

Gerötete Haut, Pusteln und entzündete Pickel – bei diesem Anblick denken viele zuerst an Akne. Doch es kann auch etwas anderes dahinterstecken: Rosazea ist eine der häufigsten chronischen Hautkrankheiten im Erwachsenenalter, Schätzungen zufolge leiden bis zu fünf Prozent der Deutschen daran. Am häufigsten tritt Rosazea zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr auf und kann dabei in Schüben drei unterschiedlich schwere Stadien durchlaufen – angefangen bei leichten, gelegentlichen Rötungen bis hin zu starken Wucherungen im Gesicht. Wir erklären, was die typischen Symptome des jeweiligen Stadiums sind und was Betroffene tun können.

Rosazea: So fängt es an

Im Vorstadium der Hautkrankheit treten plötzliche Rötungen in der Mitte des Gesichts – Wangen, Stirn, Nase und/oder Kinn – auf, die allerdings wieder abklingen. Diese sogenannten "Flushs" werden häufig durch äußerliche Reize wie Kosmetika, Hitze oder Kälte, UV-Strahlung, Alkohol oder heiße Getränke ausgelöst. Auch Stress ist ein wichtiger Faktor. Die Haut ist sehr leicht reizbar, viele Betroffene sind durch die Reaktion ihrer Haut verunsichert.

Stadium 1

Rötungen im Gesicht bleiben dauerhaft bestehen, es kommen außerdem sichtbare, erweiterte Äderchen dazu, auch Teleangiektasien oder Couperose genannt. Auch Flushs treten nach wie vor auf. Die meisten Patienten leiden außerdem unter einem Brennen, Stechen oder Jucken der Haut, bei vielen fühlt sie sich trocken an und schuppt sich.

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Stadium 2

Eine Rosazea-Patientin mit deutlich sichtbaren Hautknötchen
Eine Rosazea-Patientin mit deutlich sichtbaren Hautknötchen
© picture alliance

Die Rötungen im Gesicht sind dauerhaft. Außerdem entstehen einzeln oder in Gruppen entzündliche Pusteln und Hautknötchen, sogenannte Papeln, die meistens symmetrisch angeordnet sind. Diese können längerfristig über Wochen bestehen bleiben. Auch mit Flüssigkeit gefüllte, schuppige Papeln sind möglich. Die Rosazea kann sich im gesamten Gesicht verbreiten, in seltenen Fällen auch auf dem Hals- und Dekolleté-Bereich sowie der Kopfhaut. Im Schweregrad 2 wird die Krankheit auf den ersten Blick oft mit Akne verwechselt, es fehlen allerdings die typischen Mitesser.

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Stadium 3

Vom schwersten Grad der Rosazea sind vor allem Männer betroffen. Bindegewebe und Talgdrüsen vergrößern sich krankhaft, wodurch sich Knollen an Nase, Kinn und Kiefer, Stirn, Ohren und/oder Augenlid bilden. Der Leidensdruck durch das äußere Erscheinungsbild ist oft groß. Tritt das Symptom an der Nase auf, wird diese nicht selten als "Säufernase" abgestempelt – Betroffene leiden so zusätzlich, weil sie als vermeintlich Alkoholkranke wahrgenommen werden. Dabei hat das sogenannte Rinophym in den meisten Fällen nichts mit dem Alkoholkonsum zu tun.

Wer bekommt Rosazea?

Warum Menschen an Rosazea erkranken, ist bisher noch nicht eindeutig geklärt. Vermutlich sind mehrere Faktoren beteiligt: Diskutiert werden Störungen im angeborenen Immunsystem, Entzündungsreaktion auf Haarbalgmilben, die die Gesichtshaut besiedeln, sowie eine Fehlregulierung des Nerven- und Blutgefäßsystems.

Die Symptome können in einen höheren Schweregrad übergehen, aber auch in einem Stadium verharren. Im Alter zwischen 40 und 50 Jahren erreichen sie in der Regel ihren Höhepunkt. Neben diversen Sonderformen sind bei geschätzt 30 bis 50 Prozent der Patienten auch die Augen in Mitleidenschaft gezogen, was sich durch ein Fremdkörpergefühl, trockene, brennende oder tränende Augen, einen geröteten Lidrand bis hin zur Bindehautentzündung äußern kann.

Was kann man gegen Rosazea tun?

Das A und O ist es, die individuellen Trigger zu vermeiden, die Flushs und Schübe auslösen können – also Alkohol, scharfe Speisen oder heiße Getränke. Vor allem sollte auf einen ausreichenden UV-Schutz geachtet werden. Kosmetik sollte wenig fetthaltig sein, wasserfeste Produkte sowie solche mit durchblutungsfördernder Wirkung vermieden werden. Außerdem werden seifenfreie Reinigungsmittel empfohlen.

In den Stadien 1 und 2 ist es laut Experten in vielen Fällen ausreichend, die Rosazea äußerlich zu behandeln – etwa mit Gelen, die die Wirkstoffe Metronidazol oder Azealinsäure enthalten. In schweren Fällen kommt eine Einnahme von Antibiotika wie Tetrazyklinen in Betracht. Auch eine Lasertherapie kann bei erweiterten Gefäßen helfen. Starke Wucherungen können mit einem operativen Eingriff vermindert werden.

Außerdem kann eine antientzündliche Ernährung den Verlauf der Krankheit positiv beeinflussen. Worauf es dabei ankommt, erklärt die Präventivmedizinerin Dr. Anne Fleck hier. (rki)

Quelle: Leitlinie der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft Rosazea