Der Tümmler wurde nach Saudi-Arabien verkauft und starb kurz nach AnkunftTrauer um Delfin Mosa (7): Tier soll in zu kleinem Becken Selbstmord begangen haben

Vor wenigen Wochen noch hofften Tierschützer von „Animal Rights“, dass sie Mosas Verkauf in das „Chlorbad in der Wüste“ Saudi-Arabiens verhindern können. Doch leider half die Petition von Aktivistin Christine De Vries nicht: Das Delfin-Mädchen (7) wurde nicht nur ins Fakieh Aquarium in Jeddah gebracht – es ist inzwischen tot! Kurz nach dem Umzug aus Curaçao ist Mosa gestorben! Das Tier soll mit voller Wucht gegen den Rand seines zu kleinen Beckens geschwommen sein und sich so tödliche Lungenverletzungen zugefügt haben. Tierschützer gehen davon aus, dass sie Selbstmord beging.
Delfin begeht Selbstmord in Delfinarium
Mosa lebte zusammen mit vier weiteren Delfinen seit Jahren im „Dolphin Academy Curaçao“, einem Definarium in der Karibik. Die Bedingungen dort waren zwar nicht die besten – die Tiere waren auch dort nichts weiter als putzige Attraktionen für Touristen. Doch weil während der Corona-Pandemie keine Einnahmen mehr kamen, mussten die Betreiber die Tiere verkaufen. Das Fakieh Aquarium in Saudi-Arabien holte die fünf Delfine zu sich. Zuvor hatten Tierschützer mit Kampagnen und einer Petition, die über 11.000 Menschen unterschrieben haben, versucht, den Verkauf zu stoppen. Sie wollten Machu, Serena, Sami, Mosa und Luna nicht nur den 22-Stunden-Flug ersparen, sondern auch verhindern, dass sie in einem viel zu kleinen Becken, umgeben von Sand der Wüste, vor sich hin vegetieren müssen.
„Es ist bekannt, dass sich Delfine unter diesen Umständen bewusst oder unbewusst selbst verstümmeln oder sich das Leben nehmen"
Doch für Mosa kam jede Hilfe zu spät. Tierschützer von „Animal Rights“ sind sicher, dass der Delfin sich das Leben genommen hat. Kampagnen-Koordinatorin Anna Krijger sagte zu „ad.nl“. „Es ist bekannt, dass sich Delfine unter diesen Umständen bewusst oder unbewusst selbst verstümmeln oder sich das Leben nehmen. Darüber hinaus ist die Andeutung, dass das Tier so sehr von seinen Hormonen gestört wurde, dass es sich selbst schaden wollte, völlig aus heiterem Himmel.“
Was sie hier anspricht, ist die Aussage des Sprechers Eloir Boeldag von der „Dolphin Academy Curaçao“: „Das haben wir hier auch mit anderen Delfinen erlebt. Es ist traurig, aber so etwas passiert Tieren.“ teilt er in einer Pressemitteilung mit. Ihm zufolge sei das Verhalten des Tieres kein Suizid gewesen, sondern eine Folge seiner hormonellen Störung. Es sei nicht unüblich, dass weibliche Delfine im Alter zwischen sechs und zehn Jahren, wenn sie den Eisprung bekommen und geschlechtsreif werden, zu pathologischem Verhalten neigen.
Video: Delfin greift Trainerin in Miami an
Tierschützer wollen verbliebene Delfine aus Saudi-Arabien retten
Der Streit um die verbliebenen vier Delfine geht jetzt vor Gericht weiter: „Animal Rights“ möchte jetzt erst recht Mosas Freunde wieder zurück in ihr altes Delfinarium holen. Am 7. September findet dazu eine Anhörung vor Gericht statt.
Ob Delfine Selbstmord begehen können oder nicht, darüber streiten Wissenschaftler bis heute. Selbstverletzendes Verhalten käme zwar vor, allerdings ließe sich nicht zuverlässlich messen, ob die Tiere derart reflektieren können, dass sie sich selbst bewusst töten wollen, sagte Anthropolgin Barbara King im Interview mit „Vice.com“. Da man aber wisse, dass Delfine extrem intelligent seien und komplexe Verhaltenspläne erstellen könnten, sei Suizid definitiv zumindest eine Option. (cko)





























