Second-Hand-Mode für Geflüchtete und Bedürftige

"Hanseatic Help": Diese Läden sind für tausende Menschen die Rettung

Hanseatic Help-Store am Ballindamm
Hanseatic Help-Store am Ballindamm
RTL Nord

von Vanessa Fritz und Jule Jänsch

Seit dem Beginn des Krieges suchen immer mehr Ukrainerinnen und Ukrainer Schutz in Deutschland. Teilweise kommen sie nur mit dem, was sie am Körper tragen. Damit das nicht so bleibt und diese Menschen das Nötigste bekommen, was sie zum Leben brauchen, gibt es Organisationen wie „Hanseatic Help“ aus Hamburg. Die Ukrainerin Rosa Ambarazyman besuchte den Store selbst das erste mal als Hilfsbedürftige – doch jetzt will sie den anderen helfen.

Erste Anlaufstelle nach der Flucht

Rosa Ambarazyman musste in Charkiw in der Ukraine alles zurücklassen. Seit mehr als sieben Monaten lebt die 35-Jährige mit ihren zwei Töchtern und ihrem Mann in einem Hotel in St. Georg. „Nach Beginn des Krieges habe ich es noch zwei Wochen ausgehalten. Aber als die Raketen direkt in unser Haus eingeschlagen sind, habe ich die Kinder genommen und wir sind direkt nach Hamburg gefahren“, so die Ukrainerin im Gespräch mit RTL.

Erst hatten sie nichts, außer ihrer Pässe und den Dingen, die sie am Körper trugen. Eine Bekannte schickte die Familie dann zu der richtigen Anlaufstelle: „Hanseatic Help“. Neben Kleidung für Frauen und Kinder gibt es in den Stores der Organisation kostenlos alles, was die erste Not lindert: Bettwäsche, Hygiene- und Haushaltsartikel.

Von einer Hilfsbedürftigen zur Helfenden

Rosa Ambarazyman arbeitet seit vier Monaten ehrenamtlich im Store.
Rosa Ambarazyman arbeitet seit vier Monaten ehrenamtlich im Store.
RTL Nord

„Hanseatic Help“ war für Rosa Ambarazyman die erste Rettung in der Not – seit vier Monaten arbeitet sie dort selbst als ehrenamtliche Mitarbeiterin. "Ich komme sehr gerne hier her, um den anderen zu helfen und hier Zeit zu verbringen. Ich bringe morgens die Kinder in die Schule und dann geht es in den Store“, beschreibt die ehemalige Staatsanwaltschaftsassistentin.

Nicht nur die modische Beratung gehört dort zu ihren Aufgaben. Die Menschen, die in den Store kommen, wollen auch oft darüber sprechen, was aktuell in ihrer Heimat passiert und was sie dort erlebt haben.

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Insgesamt drei Stores in Hamburg

Seit der Flüchtlingskrise 2015 sammelt und verteilt der Verein „Hanseatic Help“ Kleiderspenden in der Stadt. Mittlerweile gibt es drei Läden in ganz Hamburg: Am Ballindamm, in Altona und in der Hamburger Meile. So finden pro Woche bis zu eintausend Menschen Unterstützung. Ob Geflüchtete oder andere Bedürftige – jeder von ihnen darf bis zu 20 Artikel mitnehmen. Auch Wiederkommen ist erlaubt, solange alles gerecht verteilt werden kann.