Er steckte sich bei Patienten an

Kinderarzt leidet unter Corona-Langzeitfolgen: "Ein komplett anderer Mensch"

Kinderarzt Dr. Thomas Buck kämpft auch drei Monate nach seiner Coronaimpfung noch mit den Nachwirkungen.
Kinderarzt Dr. Thomas Buck kämpft auch drei Monate nach seiner Coronaimpfung noch mit den Nachwirkungen.
© RTL Nord

01. Mai 2021 - 9:56 Uhr

13 Prozent der Corona-Patienten sind betroffen

Viele an Corona erkrankte Menschen leiden auch lange Zeit nach der Infektion noch an den Spätfolgen des Virus. Mediziner bezeichnen diese Langzeitfolgen des Coronavirus als "Long Covid". Laut einer Studie der Uniklinik Köln leiden 13 Prozent aller ehemaligen Coronapatienten darunter. Dazu gehört auch der Kinderarzt Dr. Thomas Buck aus Hannover.

Angesteckt trotz FFP2-Maske und Schutzmaßnahmen

Mittlerweile sitzt Dr. Thomas Buck wieder in seiner Kinderarzt-Praxis in Hannover. Infiziert hatte sich Dr. Buck im Januar bei einem seiner Patienten mit der britischen Virusmutante – trotz aller eingehaltener Schutzmaßnahmen und FFP2-Maske. Die Coronainfektion übersteht er zwar, doch die Nachfolgen spürt er noch immer – auch im Interview mit RTL Nord: "Das merken sie jetzt auch während des Gesprächs, dass mir zwischendurch die Luft etwas wegbleibt. Das ist natürlich nichts im Vergleich zum Anfang der Erkrankung, als ich Hustenattacken und Luftnot hatte."

"Das war ein komplett anderer Mensch"

Als Asthmatiker habe er zwar auch früher Probleme wie Atemnot gehabt, aber so etwas wie während der Erkrankung habe der 54-Jährige noch nie erlebt: "Es ist schon so, dass dieses Virus einem im Rahmen der Atemnot Angst macht." Auch seine Mitarbeiter sind von seinem Zustand geschockt. Arzthelferin Anna Solz erzählt uns, wie sie ihren Chef wahrgenommen hat, als sie ihm damals Medikamente und Lebensmittel nach Hause bringt: "Er sah schon sehr zerbrechlich aus und man hat schon gesehen, dass er ganz schlecht Luft bekommt. Das war ein komplett anderer Mensch, den ich da am anderen Ende des Hauses gesehen habe."

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Nachwirkungen beeinträchtigen die Arbeit des Kinderarztes

Nach seiner Erkrankung will der Kinderarzt so schnell wie möglich wieder zurück in seine Praxis und zu seinen Patienten. Doch Dr. Buck merkt schnell: Auch Wochen nach seiner Erkrankung ist er nicht fit. Mehr als ein paar Stunden kann er erstmal nicht arbeiten, einfachste Dinge fallen ihm schwer: "In erster Linie war das wirklich, dass der Kreislauf völlig niederlag. Das heißt, die Sprechstunde habe ich meistens im Sitzen gemacht, normalerweise renne ich rum. Und die Atemnot war zwischendurch immer wieder da."

Forschung ist noch am Anfang

Was "Long Covid" hervorruft, ist bislang noch unklar. Die Forschung ist hier noch am Anfang, auch eine einheitliche Therapie gibt es noch nicht. Drei Monate nach der Erkrankung geht es dem Kinderarzt mittlerweile zwar deutlich besser, doch bis er wieder ganz der Alte ist, wird es wohl noch etwas dauern.