Balearen-Regierung droht mit Bußgeld-Hammer

Handgepäck-Kosten bei Billigairlines: Wird damit gegen spanisches Recht verstoßen?

Nach Beschwerde der Balearen-Regierung: Ist bald Schluss mit überteuerten Handgepäckregelungen?
Nach Beschwerde der Balearen-Regierung: Ist bald Schluss mit überteuerten Handgepäckregelungen?
© © Markus Mainka (www.aviation-stock.de), iStock, Markus Mainka

21. April 2022 - 12:46 Uhr

Hohe Nachzahlungen am Flughafen, weil mehr als eine Handtasche mit an Bord soll? Das ist nur eines von vielen Handgepäck-Problemen, mit denen sich Passagiere von Low-Cost-Carriern des Öfteren konfrontiert sehen. Doch damit soll jetzt Schluss sein – die Balearen-Regierung hat Beschwerde eingereicht.

Billigairlines: Handgepäck-Kosten verstoßen gegen spanisches Recht

Der Regierung der Balearen ist es wohl einfach zu bunt geworden, was die Handgepäckregelungen der Billigairlines angeht. Wie die "Mallorca Zeitung" berichtet, soll sie gegen gleich fünf Airlines Bußgeldverfahren eröffnet haben. Betroffen davon sollen neben der deutschen Eurowings auch die irische Airline Ryanair, die britische Gesellschaft Easyjet sowie die spanischen Fluggesellschaften Vueling und Volotea sein. Jede von ihnen soll für Handgepäck zu hohe Zusatzkosten verlangt haben. Und das verstoße laut Bericht gegen das spanische Gesetz. Denn: Dieses sehe einen kostenlosen Transport von Handgepäckstücken vor, sofern es die angegebenen Maße nicht überschreite.

Weiter heißt es: Man sei auf Probleme mit dem Kundenservice und der rechtlichen Aufklärung der Passagiere aufmerksam geworden. So soll es in den meisten Fällen keine kostenlose Kundenhotline geben und auf das Recht der Passagiere, im Streitfall einen unabhängigen Mediator hinzuziehen zu können, würde nicht hingewiesen.

Als Folge sollen die Airlines nun Bußgelder im fünfstelligen Bereich zahlen, wie "Mallorca Zeitung" berichtet: Eurowings und Easyjet sehen sich demnach mit 21.500 Euro Strafe konfrontiert, während Volotea, Ryanair und Vueling sogar 24.000 Euro Bußgeld zahlen sollen.

Seit Änderungen der Handgepäck-Regeln: Maximal eine kleine Tasche gibt's kostenfrei

2018 hat die Billigairline Ryanair ihre Handgepäckregelungen überarbeitet. RTL berichtete. Nach und nach sind auch andere Fluggesellschaften des unteren Preissegments auf diesen Zug aufgesprungen. Seitdem steht Reisenden beispielsweise bei Ryanair, Eurowings, Easyjet und Vueling in der günstigsten Buchungsoption nur noch ein kleines Handgepäckstück kostenfrei zu. Soll mehr Gepäck mit in die Kabine, dann müssen Passagiere wohl oder übel den nächst teureren Tarif buchen oder besondere Zusatzleistungen auswählen, die ein größeres Gepäckstück beinhalten.

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Welche Handgepäck-Regelungen derzeit bei den einzelnen Low Cost-Carriern gelten, haben wir für Sie zusammengefasst:

Ryanair

RTL NEWS empfiehlt

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  • Ryanair legte mit der Regelung, dass nur eine kleine Tasche mit an Bord darf, den Grundstein für die aktuellen Handgepäckregelungen der Billigairlines. So darf hier bereits seit 2018 ohne Aufpreis im Value-Tarif nur eine kleine Tasche mit den Maßen 40 x 20 x 25 cm in der Kabine transportiert werden.
  • Möchte man zusätzlich eine zehn-Kilo-Tasche mit in die Kabine nehmen, muss man diese für einen Aufpreis zwischen acht und 32 Euro hinzubuchen – der Preis richtet sich laut Ryanair nach der Flugroute und den Reisedaten.

Eurowings

  • Seit dem 31. August ist auch hier nur noch ein kleines Handgepäckstück (40 x 25 x 30 cm) im Basic-Tarif enthalten.
  • Ab zehn Euro können Passagiere den "zwei Handgepäckstücke & Priority Boarding"-Service hinzubuchen. Das zweite Gepäckstück darf neben einem Gewicht von acht Kilo folgende Maße nicht überschreiten: 55 x 40 cm.
  • Für Reisende mit Kleinkind gibt es Sonderregelungen, wie Eurowings auf der Website informiert: Neben zwei kostenfreien kleinen Handgepäckstücken ist pro Kleinkind (0 bis 24 Monate) ein 23-Kilo-Aufgabegepäckstück kostenfrei. Außerdem dürfen pro Kind (0 bis 11 Jahre) zusätzlich zwei der folgenden Gegenstände ebenfalls kostenfrei mitgenommen werden: Kinderwagen, Buggy, Kindersitz oder Reisebett.
  • Wenn das Kleinkind keinen eigenen Sitz beansprucht und auf dem Schoß mitreist, können zwei kleine Handgepäckstücke (40 x 25 x 30 cm) mitgenommen werden.

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Easyjet

  • Ein kleines Handgepäckstück (45 x 36 x 20 cm und maximal 15 Kilo) ist kostenfrei in jeder Buchung enthalten.
  • Wird mehr Gepäck benötigt, haben Passagiere zwei Optionen: Entweder sie buchen einen Sitzplatz "Up Front" oder "Extra Legroom", da diese Sitzplätze ein großes Handgepäckstück beinhalten, oder sie buchen ein großes Handgepäckstück zu einem regulären Sitzplatz hinzu. Das große Gepäckstück darf maximal 15 Kilo wiegen und nicht größer sein als 56 x 45 x 25 cm.
  • Sie sind Inhaber einer easyJet-Plus!-Karte oder haben den Flexi-Tarif gebucht? Dann steht Ihnen neben dem kleinen Handgepäckstück auch automatisch ein kostenfreies großes Handgepäckstück zu, wie Easyjet auf der Website erklärt.

Vueling

  • Eine kleine Tasche (40 x 20 x 30 cm) können Reisende auch hier kostenfrei mit an Bord nehmen.
  • Für ein zusätzliches größeres Gepäckstück (55 x 40 x 20 cm und maximal 10 Kilo) muss allerdings der Tarif Optima, Family oder TimeFlex ausgewählt werden.
  • Wie es auf der Website von Vueling heißt, können Personen mit besonderen Bedürfnissen, sowie Reisende mit Kleinkind unabhängig vom gewählten Tarif ein zweites Handgepäckstück mit den oben genannten Maßen mit an Bord nehmen. (vho)