Hamburg: Polizei und Gesundheitsamt ermitteln

Toter saß an Bord in Flugzeug aus Istanbul - er hatte Corona

Airbus A320 der Fluggesellschaft Pegasus (Symbolfoto)
Airbus A320 der Fluggesellschaft Pegasus (Symbolfoto)
© deutsche presse agentur

02. November 2021 - 8:25 Uhr

Er starb vermutlich während des Fluges

Wie konnte das passieren? In einem Flugzeug aus Istanbul, das am 25. Oktober in Hamburg landete, saß in Toter. Er hatte Corona. Die Gesundheitsbehörde Hamburg bestätigt den Vorfall auf RTL-Anfrage. Zu Details möchte sie sich aber nicht äußern: "Hier kann ich nur an das Protokoll verweisen, das durchgeführt werden muss, wenn ein Coronafall an Bord bestätigt wird. Mehr darf ich aus Datenschutzgründen nicht sagen", so eine Sprecherin. Zuerst hatte das "Hamburger Abendblatt" über den Fall berichtet. Bei der Klärung des Vorfalls sei inzwischen die Annahme widerlegt, der Mann können bereits tot an Bord der Maschine der Airline "Pegasus" gebracht worden sein. Er sei vermutlich während des Fluges plötzlich verstorben.

Wie der Mann trotz seiner Corona-Infektion an Bord gelangt sein könnte, dazu hat die Polizei Hamburg auf RTL-Anfrage Erklärungsansätze erläutert.

Nichts weist darauf hin, dass er schon länger tot war

"Gerichtsmediziner haben keine Veränderungen an dem Toten, wie beispielsweise Leichenflecken festgestellt, die darauf hinweisen, dass er schon länger tot war", zitiert die Zeitung einen Gerichtsmediziner. Bei dem Mann handele es sich um einen gebürtigen Russen, der in Schleswig-Holstein gelebt habe, so das Blatt weiter. Er soll "mehrere schwere Vorerkrankungen" gehabt haben. Nach Informationen des "Hamburger Abendblatt" war der Mann 51 Jahre alt.

Die Corona-Erkrankung des Mannes war demnach aber nicht bekannt. Weil Gerichtsmediziner das Coronavirus bei einer Voruntersuchung des Leichnams nachgewiesen hätten, muss nun auch das Gesundheitsamt handeln.

Wer eine Flugreise antritt, muss einen Nachweis über eine vollständige Corona-Impfung, eine Genesung oder einen aktuellen Corona-Test vorlegen. Tritt der Fall einer Infektion an Bord doch ein, müssten Ämter und Fluglinie einem dafür vorgesehenen Protokoll des Robert-Koch-Instituts folgen, so die Zeitung weiter.

Vorgeschrieben sei dann, dass die betroffene Fluglinie informiert und eine Kontaktverfolgung für alle Personen eingeleitet werde, die in der Maschine in derselben Reihe sowie in den zwei Reihen vor und hinter dem Infizierten gesessen hatten. Zudem müsse geprüft werden, ob Crewmitglieder längeren Kontakt zu dem Infizierten hatten. (uvo)