Harald Rösler (SPD) vor Gericht

Rolling Stones-Ticketaffäre geht weiter: Forderte der Bezirksamtsleiter Freikarten?

Die Rolling Stones, Ron Wood (l-r), Mick Jagger, Charlie Watts (verdeckt) und Keith Richards. Foto: Carsten Rehder/dpa/Archivbild
Die Rolling Stones, Ron Wood (l-r), Mick Jagger, Charlie Watts (verdeckt) und Keith Richards. Foto: Carsten Rehder/dpa/Archivbild
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10. November 2021 - 10:59 Uhr

Der Vorwurf: Bestechlichkeit und Untreue

Es war das Mega-Event vor vier Jahren in Hamburg: Die Rolling Stones spielten zum Auftakt ihrer Europa-Tour im Stadtpark, mehr als 80.000 Fans kamen. Darunter auch diverse Mitarbeiter und "Freunde" des Bezirksamts Nord – und das teilweise ohne dafür zu bezahlen, so lautet jedenfalls der Vorwurf der Staatsanwaltschaft. Seit Mittwoch läuft der Prozess gegen Ex-Amtsleiter Rösler.

Bezirksamtschef soll Freikarten gefordert haben

Harald Rösler
Bezirksamtsleiter Harald Rösler spricht über die Planung des Konzerts der Rockband Rolling Stones. Foto: Christophe Gateau/Archivbild
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Damit das Riesen-Konzert im Stadtpark stattfinden konnte, bedurfte es einer Genehmigung des Bezirksamts Hamburg-Nord. Der damalige Leiter der Behörde, Harald Rösler, soll bei den Verhandlungen vom Konzertveranstalter 300 Freikarten gefordert haben. Schließlich habe man sich auf 300 Kauf- und 100 Freikarten geeinigt. Im Gegenzug soll er die Kosten zur Nutzung der Fläche gedrosselt haben. Damit seien der Stadt Hamburg Einnahmen von über 430.000 Euro entgangen, so die Staatsanwaltschaft.

Premium-Gold-Tickets für Rösler und seine Frau?

40 Freikarten soll Rösler an Mitarbeiter als Dank für ihre Arbeit verschenkt haben. Darüber hinaus hätten Freunde des Hauses Tickets aus dem Kaufkarten-Kontingent erwerben dürfen. Er selbst habe 4 Tribünenkarten beansprucht, heißt es heute vor Gericht. Zusammen mit seiner Frau sei er außerdem zum Vorab-Empfang mit Parkmöglichkeit gegangen, Kategorie: Premium-Gold.

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Zwei Mitarbeiterinnen schon verurteilt

Es ist bereits der dritte Prozess in der Ticketaffäre: Im August wurde die Dezernatsleiterin des Bezirksamts wegen Vorteilsannahme schuldig gesprochen und zu einer Geldstrafe von knapp 14.000 Euro verurteilt. In einem ersten Verfahren Ende 2019 wurde eine ehemalige Staatsrätin zu einer Geldstrafe in Höhe von 120 Tagessätzen zu je 170 Euro verurteilt. (dpa/lve)