So erlebte Mutter Zina L. die Tat

Versuchte Entführung eines Einjährigen: „Yassin hat immer noch Albträume“

Mutter Zina L. (22) mit Ehemann Samir (24) und ihrem Sohn Yassin (1)
Mutter Zina L. (22) mit Ehemann Samir (24) und ihrem Sohn Yassin (1)
privat

von Metin Turan

Es ist der Albtraum für alle Eltern – Zina L. (22) aus Hamburg-Jenfeld hat ihn erlebt: Ein unbekannter Mann versuchte ihren einjährigen Sohn Yassin zu entführen. Und das mitten am helllichten Tag, während Zina L. direkt daneben stand und gerade ihr Fahrrad abschloss. Im RTL-Interview erzählt die Mutter, was genau passiert ist und wie es Yassin und ihr jetzt geht.

Hamburg-Jenfeld: Mutter Zina L. muss Entführung hilflos mitansehen

„Ich bin mit Yassin ins Einkaufszentrum gefahren, mit dem Fahrrad, so wie wir es immer machen“, beginnt Zina L. die schockierende Geschichte zu erzählen. „Nachdem ich das Fahrrad abgestellt habe, hob ich Yassin hinten aus dem Fahrradanhänger raus. Dabei sah ich einen Mann, der in der Nähe stand. Ich habe mir aber nichts weiter gedacht, es sind ja immer viele Leute am Einkaufszentrum.“

Doch dann geschieht das Unfassbare: Der unbekannte Mann greift sich plötzlich den kleinen Jungen und rennt davon. Ein Passant sieht die Szene und läuft dem mutmaßlichen Entführer hinterher. „Ich bin auch sofort hinterhergerannt“, erzählt Zina L., „habe aber Yassin irgendwann nicht mehr gesehen.“ Minutenlang irrt Zina L. rennend durch die Nebenstraßen auf der Suche nach ihrem entführten Kind. Doch sie findet ihn nicht. Auch der Passant ist nicht mehr in Sichtweite.

Zina L.: „Mein Herz raste vor Angst“

„Ich stand völlig unter Schock“, erzählt Zina L. weiter, „Yassin war weg!“ Irgendwann steht die junge Mutter auf einem Parkplatz, dreht sich im Kreis und weiß nicht mehr wohin. „Mein Herz raste vor Angst. Ich fühlte mich absolut hilflos.“

Plötzlich hört Zina L. Geschrei aus einer Nebenstraße. Sie rennt hin und sieht, wie der Passant Yassin dem unbekannten Mann wieder entreißt. Der Täter flüchtet. „Ich stand unter Schock, wusste nicht was los war. Der Passant gab mir meinen Sohn und ging wieder. Mehr weiß ich nicht mehr.“

Anzeige:

Empfehlungen unserer Partner

Die versuchte Entführung hat ihr Leben verändert

Seit der unbekannte Mann versucht hat, Yassin am Donnerstag (21. Juli) zu entführen, ist vieles anders im Leben von dem kleinen Jungen, Mutter Zina L. und Vater Samir. „In der ersten Nacht danach hatten wir alle Albträume“, beschreibt Zina L. die Ängste ihrer Familie. „In meinen Träumen habe ich ständig das Gesicht des Entführers gesehen.“

Besonders der kleine Yassin scheint traumatisiert. „Yassin traut sich nicht mehr hinauszugehen. Er ist sehr unruhig und möchte ständig auf meinen Arm“, erzählt Zina L. Vorher war Yassin ein fröhlicher Junge gewesen. Jetzt hat er Panik vor fremden Menschen und verschließt seine Augen, beschreibt Zina L. Yassins Zustand.

Zina L.: Ich wünsche mir, dass es Yassin schnell besser geht

Zina L. und Samir wünschen sich, dass Yassin das Geschehene schnell verarbeiten kann. „Das ist mein größter Wunsch“, sagt die Mutter im RTL-Interview. „Eigentlich fühlen wir uns hier wohl, wo wir wohnen. Hier ist unsere Familie. Und Yassin war hier immer sehr glücklich.“ Feinde habe sie nicht, sagt Zina L. Sie weiß nicht, wer der unbekannte Täter war. „Deswegen bin ich auch an die Öffentlichkeit gegangen, damit anderen Kindern und Eltern nicht das Gleiche passiert.“

Polizei Hamburg sucht nach Täter und Helfer

Zina L. und ihr Mann gingen nach der schrecklichen Tat zur Polizei. Seitdem fahnden die Beamten nach dem Täter mit folgender Beschreibung: Der unbekannte Mann ist 45 bis 50 Jahre, ca. 180 cm groß. Er trägt eine Glatze, hat einen leichten Bauchansatz und laut Polizei ein deutsches Erscheinungsbild. Zur Tatzeit trug der Täter eine schwarze Sweatshirtjacke und eine graue Jogginghose. Bislang haben sich laut Polizeiangaben noch keine Zeugen gemeldet. Bei Hinweisen bitten die Ermittler anzurufen: 040-428 656 789.

Besonders der Passant, der Zina L. zur Hilfe kam, wird gebeten sich bei der Polizei zu melden.