Frauen, Männer und Kinder

Häusliche Gewalt: Hier finden Opfer Hilfe

Nicht nur Frauen werden Opfer häuslicher Gewalt - auch Kinder und Männer.
© iStockphoto, Romolo Tavani

28. Mai 2020 - 13:19 Uhr

Opfer kann jeder werden

Im Jahr 2018 wurden 140.755 Menschen Opfer von häuslicher Gewalt. 114.393 (81,3%) davon waren weiblich, 26.362 (18,7%) männlich. Die Dunkelziffer ist deutlich höher. Es zeigt: Nicht nur Frauen sind Opfer von häuslicher Gewalt - auch Kinder und Männer werden im scheinbaren Schutz des eigenen Heims geschlagen und missbraucht. Bei welchen Anlaufstellen Opfer und Angehörige Hilfe finden, erfahren Sie hier.

Allgemeine Anlaufstellen für Opfer von Gewalt und Stalking

  • "Weißer Ring"

https://weisser-ring.de/

"Weißer Ring" ist eine Organisation, die Opfern jeglicher Art hilft. Sie bietet eine Erstberatung, begleitet die Opfer aber auch zu Gerichtsterminen und bietet dauerhafte Unterstützung an.

Außerdem stellt der "Weiße Ring" kostenlos die App "No Stalk" zur Verfügung. Hier können Video-, Ton- oder Fotoaufnahmen als Beweismittel bei Stalking gemacht werden. Diese landen mit nur einem Klick auf dem Server der Opferschutzorganisation und können somit nicht verloren gehen, egal ob die Dokumente vom Telefon gelöscht werden oder das Handy kaputt geht.

  • www.polizei-beratung.de

Unter www.polizei-beratung.de/opferinformationen/haeusliche-gewalt finden Sie hilfreiche Tipps der Polizei, was Sie tun können, wenn Sie Opfer häuslicher Gewalt sind oder bedroht werden. In ganz akuten Fällen: Bitte sofort die 110 anrufen! Die Polizei wird alles Erforderliche tun, um Sie zu schützen.

Hilfe für Kinder

  • Hilfetelefon "Nummer gegen Kummer"

Der Verein Nummer gegen Kummer e.V. bietet Kindern, Jugendlichen und ihren Eltern telefonische Beratung bei Problemen wie Streit, Mobbing, Gewalt, Missbrauch, Essstörungen, Depressionen oder Sucht.

https://www.nummergegenkummer.de/

Kinder- und Jugendtelefon: 116 111

Eltertelefon: 0800 111 0550

Hilfe für Frauen

  • "Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen" vom Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben

Tel. 08000 1160 16

https://www.hilfetelefon.de/

Das "Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen" steht betroffenen Frauen rund um die Uhr, an 365 Tagen im Jahr, zu allen Formen von Gewalt zur Seite. Unter der Rufnummer 08000 116 016 und über die Online-Beratung unter www.hilfetelefon.de können sich Betroffene, aber auch Menschen aus dem sozialen Umfeld der Betroffenen und Fachkräfte beraten lassen – anonym, kostenlos, barrierefrei und in 18 Sprachen. Auf Wunsch vermitteln die Beraterinnen an eine Unterstützungseinrichtung vor Ort.

  • "BIG Hotline"

Hilfe bei häuslicher Gewalt gegen Frauen und ihre Kinder. Die BIG Hotline ist täglich erreichbar von 8 bis 23 Uhr unter: 030 611 03 00. Auch am Wochenende und an den Feiertagen. Die Hotline ist ein Unterstützungsangebot für alle Frauen und deren Kinder, die in ihrer Beziehung Gewalt erleben, nach ihrer Trennung immer noch von ihrem Ex-Partner bedroht und belästigt werden oder Übergriffen ausgesetzt sind. Auf Wunsch können Dolmetscher für eine Beratung eingesetzt werden.

Rund 350 Frauenhäuser und Frauenschutz-Wohnungen in Deutschland

Frauenhäuser sollen misshandelte Frauen aufnehmen - ihnen und ihren Kindern Schutz bieten. Sie dienen aber nicht nur als Unterschlupf zu jeder Tages- und Nachtzeit, sondern bieten auch ein umfassendes Beratungsangebot für die betroffenen Frauen. In Deutschland gibt es rund 350 Frauenhäuser und Frauenschutz-Wohnungen. Diese sind aber oftmals überfüllt und müssen Hilfsbedürftige ablehnen. Besonders schwierig ist die Situation in Großstädten.

Doch Frauen sollten sich davon nicht abhalten lassen, dort nach Hilfe zu fragen. Nach Angaben des Emanzipationsministeriums betrifft dies oft nur die erste Anfrage bei einer bestimmten Einrichtung. "Frauen in Not, die nicht sofort einen Platz im nächstgelegenen Frauenhaus bekommen können, können in einem anderen aufgenommen werden", sagt ein Ministeriumssprecher.

Hilfe für Männer

  • Bundesfach- und Koordinierungsstelle Männergewaltschutz (BFKM)

Die BFKM möchte die Öffentlichkeit für Gewaltbetroffenheit von Männern sensibilisieren und bietet Opfern Hilfe.

https://www.maennergewaltschutz.de/

  • Onlineforum für Männer "Coma"

https://www.maennergewaltschutz.de/hilfe/corona-mann-online-forum/

Für Männer, die Opfer von Gewalt sind, oder merken, dass sie selbst zu Gewalt neigen, sowie allgemein Männer, die speziell zu Corona-Zeiten unter Druck stehen und das Bedürfnis haben, mit anderen über ihre Situation zu sprechen, wurde ein Onlineforum eingerichtet. Das Forum wird von geschultem Beratungspersonal moderiert. Wer teilnehmen möchte, kann sich unter coma@juma-sachsen.de anmelden. Zweimal in der Woche können sich interessierte Männer virtuell treffen und anonym über ihren Alltag sprechen.

  • Hilfetelefon für Männer

Seit einigen Wochen gibt es das bundesweit erste Hilfetelefon speziell für Männer.

E-Mail: beratung@maennerhilfetelefon.de

Tel.: 0800-1239900

Sieben Schutzwohnungen für Männer

Aktuell stehen sieben Schutzwohnungen mit 17 Plätzen für gewaltbetroffene Männer und deren Kinder in ganz Deutschland zur Verfügung. Die Bundesfach- und Koordinierungsstelle Männergewaltschutz (BFKM) geht allerdings von einem momentanen Bedarf von bis zu fünf Schutzwohnungen pro Bundesland aus.

Helfen auch Sie Opfern häuslicher Gewalt

Dieser Beitrag ist Teil der Initiative #sicherheim der UFA, der Agentur Die Botschaft sowie der Bertelsmann Content Alliance, zu der auch die Mediengruppe RTL gehört. Gemeinsam mit der Schirmherrin der Kampagne Natalia Wörner und weiteren prominenten Unterstützern setzen wir ein Zeichen im Kampf gegen häusliche Gewalt an Frauen. Bitte helfen Sie Opfern häuslicher Gewalt.

Stiftung stern e.V. leitet Ihre Spende an Frauenschutz- und Beratungs-Verbände in Deutschland weiter.

Stiftung stern e.V. - IBAN DE90 2007 0000 0469 9500 01 - BIC DEUTDEHH - Stichwort: sicherheim

Mehr Infos unter www.sicherheim.org

#sicherheim