Schreckliche Tragödie in Griechenland

Achtjährige von Metalltor zu Tode gequetscht - niemand wollte helfen!

04. Dezember 2021 - 14:55 Uhr

Griechenland steht unter Schock

In der griechischen Stadt Keratsini nahe Athen ist eine Welle der Wut ausgebrochen, nachdem ein achtjähriges Mädchen im November auf tragische Weise ums Leben gekommen ist. Das Kind wurde vor dem Eingang einer Fabrik von einem automatischen Metalltor zu Tode gequetscht. Auf Überwachungsvideos ist zu sehen, wie keiner der anwesenden Mitarbeiter der Achtjährigen hilft. Der mutmaßliche Grund dafür macht einfach nur sprachlos. Ausgewählte Aufnahmen aus der Überwachungskamera sehen Sie im Video.

Polizei ermittelt gegen drei Männer

Die Polizei hat laut der griechischen Tageszeitung "Ta Nea" Ermittlungen gegen drei Männer wegen unterlassener Hilfeleistung aufgenommen. Die Mitarbeiter der Fabrik sollen der achtjährigen Olga aus Gleichgültigkeit nicht geholfen haben, weil es sich um ein Roma-Kind handeln soll.

Auf Überwachungskameras vom 17. November ist zu sehen, wie das kleine Mädchen kurz nach 18 Uhr von dem rund 500 Kilogramm schweren Metalltor erfasst wird und darin stecken bleibt. Tränen und Schreie seien zu hören, berichtet die Zeitung. Anscheinend habe die Achtjährige zu nah an dem Tor gestanden, als es plötzlich zuging.

20 Minuten lang habe sie qualvoll ums Leben gekämpft und verloren. Laut Polizei sei sie zwischen den Gittern an Erstickung und inneren Blutungen gestorben.

Grausames Video zeigt Gleichgültigkeit der Mitarbeiter

Erst Minuten nach dem Vorfall habe der erste Mitarbeiter das Mädchen gesehen, sei aber einfach weitergegangen, "als ob nichts passiert wäre", schreibt die Zeitung. Kurz darauf sei ein Kollege des Mannes mit einem Handy in der Hand am Tor vorbeigelaufen, aber auch er habe nichts getan.

Wenige Minuten später näherte sich ein weiterer Mitarbeiter dem Tor. Doch statt nachzusehen, ob das Mädchen noch lebt, habe er Abstand gehalten, habe sich umgedreht und sei in ein Lager gegangen. Auch er hätte sie nach Angaben der Polizei noch retten können, weil sie zu dem Zeitpunkt noch am Leben gewesen sein soll.

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Polizei vermutet rassistisches Motiv

Nach 24 Minuten habe schließlich ein Mitarbeiter das Tor geöffnet, daraufhin sei das Mädchen leblos auf den Boden gefallen. Doch auch seine Reaktion macht einfach nur sprachlos, denn er ignorierte das Mädchen genauso wie seine Kollegen, berichtet "Ta Nea".

Weitere Minuten vergingen, bis ein Mann das Mädchen auf dem Boden sieht. Laut dem Bericht habe er es zunächst mit dem Fuß getreten, um zu sehen, ob es noch am Leben sei.

Irgendwann am Abend sei schließlich ein Notruf bei der Polizei eingegangen. Von wem, ist noch unklar. Neben den drei Verdächtigen ermittelt die Polizei auch gegen mindestens vier weitere Männer. Die Polizei vermutet ein rassistisches Motiv dahinter.

Die Familie des Mädchens habe mittlerweile Anzeige erstattet, berichtet die Zeitung am Mittwochabend. Sie will endlich erfahren, wie die kleine Olga gestorben ist. Denn noch immer seien viele Fragen offen, vor allem, welche Verantwortung die Firma am Unglück trägt.

"Schande für die Gesellschaft"

Am Dienstag demonstrierten mehrere Menschen vor der Fabrik in Keratsini. Sie skandierten unter anderem "Schande für die Gesellschaft", berichtet die Zeitung. Eine Moderatorin des Senders "Star News" brach sogar während der Berichterstattung über den Vorfall in Tränen aus, als sie die schreckliche Aufnahme sah. "Ich weiß nicht, was ich sagen soll", wird Mara Zaharea zitiert. (mor)