Neue Erkenntnisse aus der Forschung sind besorgniserregend

Gifte in Lebensmitteln: EU verschärft Kampf gegen Krebserkrankungen

Viele Umweltgifte können sich auch in Lebensmitteln verstecken und langfristig zu Krebs führen.
Viele Umweltgifte können sich auch in Lebensmitteln verstecken und langfristig zu Krebs führen.
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30. August 2021 - 7:53 Uhr

Grenzwerte werden noch einmal verschärft

Mit Blei belastete Lebensmittel gelten als große Gesundheitsgefahr - nicht nur für Säuglinge und Kleinkinder. Zwar sind die zulässigen Werte schon extrem niedrig. Dennoch verschärft die EU jetzt Grenzwerte noch einmal. Grund sind beunruhigende Erkenntnisse aus der Wissenschaft. Auch Gemüse- und Getreideprodukte können wesentlich zur schädigenden Aufnahme von etwa Blei und Cadmium beitragen, da sie besonders häufig verzehrt werden.

Vor allem Cadmium und Blei im Visier

Im Zuge des europäischen Plans zur Krebsbekämpfung sind an diesem Montag neue Grenzwerte für Blei in einer Vielzahl von Lebensmitteln in Kraft getreten. Strengere oder zusätzliche Höchstgehalte gelten zum Beispiel für Säuglingsnahrung, Gewürze, Weine und Salz. Künftig ist etwa in den meisten Salzsorten nur noch ein Höchstgehalt von 1,0 Milligramm je Kilogramm erlaubt. Für Weine wird er ab der Ernte 2022 von 0,15 auf 0,10 Milligramm je Kilogramm abgesenkt. Ab Dienstag gibt es zudem neue Cadmium-Grenzwerte für etliche Obst-, Gemüse- und Getreidesorten sowie Ölsaaten.

Neurologische Schäden bei Föten, Kleinkindern und Kindern

"Im Rahmen des europäischen Krebsbekämpfungsplans haben wir uns verpflichtet, den Gehalt karzinogener Inhaltsstoffe weiter zu verringern", sagte EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides zum Inkrafttreten der neuen Regeln der Deutschen Presse-Agentur. Der Schritt sei ein weiteres konkretes Beispiel dafür, dass in der EU der Verbraucher bei Lebensmitteln immer an erster Stelle stehe.

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Hintergrund der neuen Grenzwerte für das giftige und krebserregende Schwermetall Blei sind Erkenntnisse, nach denen es keine Schwelle gibt, unterhalb derer gesundheitliche Schädigungen für den Menschen sicher ausgeschlossen werden können. Zudem äußerte die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit zuletzt Besorgnis darüber, dass die derzeitige ernährungsbedingte Exposition gegenüber Blei die neurologische Entwicklung von Föten, Kleinkindern und Kindern beeinträchtigen könnte.

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Getreideprodukte oder Gemüse auch betroffen

Vor allem in Fisch, Algen und Meeresfrüchten wurden schon oft überhöhte Werte gefunden.
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Vergleichsweise hohe Bleigehalte wurden in der Vergangenheit etwa in Algen, Fisch, Meeresfrüchten und Nahrungsergänzungsmitteln nachgewiesen. Laut Bundesumweltministerium können aber auch andere Lebensmittel wie zum Beispiel Getreideprodukte oder Gemüse trotz vergleichsweise geringer Bleigehalte einen nennenswerten Anteil zur Bleiaufnahme beitragen, da diese viel verzehrt werden.

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Der europäische Plan zur Krebsbekämpfung wurde im Februar vorgestellt und sieht neben neuen Grenzwerten noch etliche andere Maßnahmen vor. Zu ihnen gehören zum Beispiel ein EU-Krebsvorsorgeprogramm und ein EU-weites Netz von Krebszentren. (dpa/ija)

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