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Giftanschlag an TU Darmstadt: LKA Hessen soll K.o.-Tropfen nachgewiesen haben

Milch-Packungen, Wasserbehälter und Lebensmittel betroffen

Gift-Attacke an der TU Darmstadt: LKA Hessen soll K.o.-Tropfen nachgewiesen haben

24.08.2021, Hessen, Darmstadt: Benutzte Einweg-Handschuhe liegen in einem Abfallbehälter vor dem Gebäude L201 auf dem Campus Lichtwiese der Technischen Universität (TU) Darmstadt. Am Tag zuvor waren hier sechs Menschen mit Vergiftungserscheinungen in
Menschen an TU Darmstadt wurden offenbar mit K.o.-Tropfen vergiftet
fru kde, dpa, Frank Rumpenhorst

K.o.-Tropfen für Vergiftungserscheinung verantwortlich?

Am Montag wurden insgesamt sieben Menschen an der Technischen Universität in Darmstadt vergiftet – ein Student schwebte zwischenzeitlich in Lebensgefahr. Jetzt soll es laut „Spiegel“-Informationen neue Erkenntnisse zu dem verwendeten Giftstoff geben. Offenbar kamen K.o.-Tropfen zum Einsatz – das soll eine Analyse des hessischen Landeskriminalamts ergeben haben.

Kaum dosierbare Partydroge

Bei Untersuchungen an der TU sollen in mehreren Milch-Packungen, Wasserbehältern und weiteren Lebensmitteln in einer Art Teeküche die K.o.-Tropfen gefunden worden sein. Dabei handelt es sich um den Stoff 1,4-Butandiol – kurz BDO.

BDO soll eine Vorläufersubstanz von Liquid Ecstasy (GHB) sein . In geringen Mengen soll es enthemmend wirken und wird daher zum Teil als Party-Droge verwendet. Bei höherer Dosierung führt es zu Bewusstlosigkeit und wird daher auch als K.o.-Tropfen bezeichnet. In Drogenszene wird vor der Verwendung gewarnt, denn BDO lasse sich kaum dosieren und wirke deutlich stärker als Liquid Ecstasy.
Am Tatort sollen die Spezialisten ebenfalls die Gefahrenstoffe Bromphenol und Dicyclohexylamin festgestellt haben, heißt es laut „Spiegel“.

Staatsanwaltschaft schweigt weiter zu Attacke auf TU Darmstadt

Die Staatsanwaltschaft hat sich bisher nicht zu den neuen Informationen geäußert, Sie möchte das Gift "aus ermittlungstaktischen Gründen noch nicht benennen, weil es sich um Täterwissen handelt.“
Insgesamt sechs der sieben Vergiftungsopfer mussten stationär behandelt werden. Der Stoff führte dazu, dass sie mit Symptomen wie Unwohlsein und bläulichen Verfärbungen an Armen oder Beinen in Kliniken gebracht wurden. Ein 30-jähriger Student schwebte zwischenzeitlich sogar in Lebensgefahr. Mittlerweile sind jedoch alle Opfer außer Gefahr. Am Dienstag konnten die letzten beiden aus dem Krankhaus entlassen werden.

Die Ermittlungen der 40-köpfigen Mordkommission „Licht“ laufen gerade auf Hochtouren und sollen möglichst bald neue Erkenntnisse zu dem Täter und dessen Motiv liefern. (npa)