Von Monkey bis Human Flag

Simon Koch aus Gießen ist Deutscher Meister im Poledance

13. Oktober 2021 - 16:46 Uhr

Von wegen verrucht

Bei Poledance dachten viele früher an ein Phänomen aus dem Rotlicht-Milieu. Leicht bekleidete Damen räkeln sich erotisch an der Stange. Aber Poledance ist mittlerweile ein beliebter Sport geworden – und ein anstrengender dazu. Denn die Figuren an der Stange fordern volle Muskelanspannung. Auch einige Männer haben das Tanzen an der Stange für sich entdeckt. Einer davon ist Simon Koch aus Gießen. Der Student ist mittlerweile sogar mehrfacher Deutscher Meister im Poledance – mehr im Video.

Bronze bei der Weltmeisterschaft

Simon Koch trainiert Poledance beim TSG Blaugold Gießen.
Simon Koch trainiert Poledance beim TSG Blaugold Gießen.
© RTL

Seit fünf Jahren macht Simon Poledance. Eine Freundin hat ihn zu einem Training mitgenommen. Der Sport hat ihn sofort begeistert. Mittlerweile ist er sogar Poledance-Trainer beim TSG Blaugold Gießen. Aber das ist noch nicht alles. Vor zwei Jahren gewann er bei der Poledance-Weltmeisterschaft die Bronzemedaille und ist vierfacher Deutscher Meister.

Keine "Rotlicht-Gymnastik"

Die Figur "Human Flag" erfordert besonders viel Körperspannung.
Die Figur "Human Flag" erfordert besonders viel Körperspannung.
© RTL

Das viele Poledance immer noch als "Rotlicht-Gymnastik" sehen, findet er falsch. "Dass ich diesen Sport heute machen kann, liegt eben an Frauen in den 80ern und 90ern, die diesen Sport professionalisiert haben. Und wenn man immer nur sagt, dass es falsch ist, dass es nur mit dem Rotlichtmilieu verknüpft wird, dann diskreditiert man auch die Arbeit von vielen Frauen", so der Student. Die Kunst des Poledance liege darin, auch die anstrengendsten Bewegungen leicht und entspannt aussehen zu lassen – wie beispielsweise die Figur "Human Flag" oder "Monkey". Um auch bei der nächsten Weltmeisterschaft eine Medaille abstauben zu können, trainiert der Gießener fünf- bis sechsmal die Woche. (dgö)