Die allgemeine Lehre von den Zellen

Gesundheitslexikon: Zytologie (Zellbiologie)

10. Dezember 2019 - 13:00 Uhr

Zytologie einfach erklärt

Eine Zelle bezeichnet in der Biologie die kleinste Funktionseinheit in Lebewesen. Das Leben auf der Erde begann mit Einzellern und entwickelte sich dann zu Vielzellern in der Tier- und Pflanzenwelt. Aus wie vielen Zellen der menschliche Körper besteht, wurde nie gezählt und so schwanken die Angaben zwischen 30 und 100 Billionen. Wichtiger als die Anzahl ist jedoch für die Medizin die Funktionsfähigkeit der Zellen und der Vorgang ihrer Entstehung, da fortwährend Zellen absterben und dafür neue gebildet werden. Zellen in Lebewesen sind einerseits funktionell unterschiedlich, haben andererseits aber ein gemeinsames Grundschema im Aufbau.

Prinzipieller Aufbau von Zellen

Jede Zelle hat verschiedene Organe, die ihre Lebensfähigkeit gewährleisten. Die wichtigsten Organellen seien hier aufgezählt: Die Zellmembran grenzt eine Zelle ab. Der Zellkern enthält die DNA, die genetische Erbinformation zur Herstellung körpereigener Proteine oder Bausteine. Beteiligt an der Herstellung sind Ribosom, endoplasmatisches Retikulum und der Golgi-Apparat. Vesikel transportieren Stoffe innerhalb der Zelle. Die Mitochondrien sind die Kraftwerke der Zelle: mit Hilfe des Sauerstoffes, der über die Lunge und das Blut zu ihnen gelangt, stellen sie den Zellkraftstoff ATP her. Angefüllt sind Zellen mit flüssigem Zytoplasma.

Funktion und Interaktion

Zwischen den Zellen findet ein reger Informationsaustausch statt, der auf biochemischen Gesetzmäßigkeiten wie Diffusion und Osmose basiert. Diffusion ist die Neigung von Stoffen, sich gleichmäßig zu verteilen, die Osmose bedient sich der Diffusion und ist die gesteuerte Verteilung von Stoffen durch eine halbdurchlässige Zellmembran. Durch die Zellmembran wird ein Konzentrationsgefälle aufrechterhalten, welches durch gezielte Öffnung von Durchlässen ausgeglichen wird. Bildlich gesprochen: Innerhalb der Zelle herrscht ein Überangebot von Stoff A, der in die Umgebung diffundieren möchte. Will die Zelle einen Reiz weiterleiten, öffnet sie aktiv die Poren zum Durchlass von Stoff A und es kommt zum Ausgleich. Diese Veränderung bemerkt die angrenzende Zelle.

Störungen

Neben grundlegenden Störungen wie mangelndem Sauerstofftransport zu den Zellkraftwerken oder fehlerhaften Erbinformationen, die dann zu unerwünschtem Zellwachstum führen, kann es im Körper zu Störungen bei der Reizweiterleitung kommen. Vielleicht haben Sie schon einmal von Kalium-Mangel gehört? Die sogenannte Natrium-Kalium-Pumpe sorgt für das beschriebene Ungleichgewicht zwischen Zellinnerem und Zelläußerem. Dabei wird Kalium in die Zelle befördert, Natrium hinaus - bei Reizweiterleitung öffnet sich die Zellmembran, stellt ein kurzes Gleichgewicht her und dann muss erneut vor der nächsten Reizweiterleitung für ein Ungleichgewicht gesorgt werden. Daher muss im Körper immer genügend Natrium und Kalium vorhanden sein. Eine Messung des Kalium-Spiegels im Blut gehört zu den üblichen Blut-Parametern.

Zytologische Untersuchungen in der Medizin

In Abgrenzung zur Histologie, welche sich mit mehreren Zellen im Verband oder einfach mit Gewebe beschäftigt, sucht die Zytodiagnostik in einzelnen Zellen auf Hinweise nach Veränderung oder Krankheiten. Da der gesamte menschliche Körper aus Zellen besteht, ist die Möglichkeit zur Erlangung von Proben sehr vielfältig. Es sind Punktionen, Biopsien oder Abstriche möglich. Analysiert werden Blut, Urin oder Körperflüssigkeiten wie zum Beispiel Hirnflüssigkeit, Sperma, Vaginalsekret. Die Zytodiagnostik eignet sich zur Früherkennung von genetischen Krankheiten wie Krebs.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.