Altbekanntes Mittel zur Behandlung von Potenzstörungen

Gesundheitslexikon: Yohimbin

10. Dezember 2019 - 14:36 Uhr

Yohimbin - ein natürliches Potenzmittel

Yohimbin gehört zu den natürlichen Wirkstoffen, die auch medizinisch genutzt werden. Es ist unter anderem als Potenzmittel bekannt, das bei der erektilen Dysfunktion des Mannes eingesetzt wird. Allerdings hat dieser Wirkstoff noch anderes Potenzial: Da Yohimbin als Antagonist an Alpha-Adrenozeptoren fungiert, entfaltet es auch noch andere positive, aber auch negative Wirkungen auf den Organismus. Was Yohimbin ist, wo es in der Natur vorkommt, wo es eingesetzt wird, welche Wirkungen es entfaltet und was bei seiner Einnahme zu beachten ist, erklären wir in diesem Artikel.

Was ist Yohimbin?

Yohimbin ist ein Indolalkaloid, welches in den Blättern, Wurzeln oder der Rinde bestimmter Pflanzenarten vorkommt. Es gehört zur Wirkstoffklasse der Aphrodisiaka, wobei es als Antagonist den Alphaadrenozeptor blockiert und damit die Bindung von Adrenalin und Noradrenalin verhindert. Als Aphrodisiakum wirkt es sexuell anregend. In zahlreichen Sexshops wird die Wurzel des tropischen Yohimbebaums als Potenzmittel angeboten. Allerdings beinhaltet diese so wenig Yohimbin, dass sie als solche wirkungslos ist. Nur der isolierte Wirkstoff entfaltet die gewünschte Wirkung und darf aufgrund möglicher Nebenwirkungen nur als Arzneimittel in einer Apotheke bezogen werden.

Wo kommt Yohimbin vor?

Yohimbin ist in den Blättern und der Rinde des sogenannten Yohimbebaums enthalten. Des Weiteren kommt dieser Wirkstoff auch in den Wurzeln zahlreicher Rauvolfia-Arten (Schlangenwurze) vor. Daher wird Yohimbin auch als Rauvolfia-Alkaloid bezeichnet. Zusammen mit Yohimbin sind in den Rauvolfia-Arten auch die Alkaloide Reserpin, Serpentin und Ajmalin vorhanden. Yohimbin wird aus der graubraunen bis rötlich braunen Rinde des Yohimbebaums in Form von Auszügen gewonnen. Beim Yohimbebaum handelt es sich um einen im tropischen Westafrika (Kongogebiet, Kamerun) beheimateten Baum, der bis zu 30 Meter hoch werden kann.

Verwendung und Wirkung

Das Haupteinsatzgebiet von Yohimbin ist die Behandlung der erektilen Dysfunktion des Mannes. Früher wurde es auch zur Therapie von Bluthochdruck eingesetzt. Allerdings hat sich das als sehr ineffektiv herausgestellt, sodass es nicht mehr dafür verwendet wird. Die Wirkung von Yohimbin ist auf die Blockade der Alphaadrenozeptoren zurückzuführen. An die Alphaadrenozeptoren binden normalerweise Adrenalin und Noradrenalin, die dadurch eine Kontraktion der Blutgefäße durch die Gefäßmuskulatur bewirken. Wird diese Bindung durch einen Antagonisten wie Yohimbin blockiert, kommt es im Gegenteil zu einer Vasodilatation (Erweiterung der Blutgefäße). So kann mehr Blut durch die Schwellkörper des Penis fließen, was zu einer Erektion führt. Die Anwendung erfolgt über die Einnahme von Tabletten.

Was ist bei der Einnahme von Yohimbin zu beachten?

Neben der Erweiterung der Blutgefäße zeigt Yohimbin auch noch andere Einflüsse. So wirkt es unter anderem auch antidiuretisch, lokalanästhetisch und motorisch erregend. Besonders durch die Steigerung der motorischen Erregbarkeit können bei der Einnahme verschiedene Nebenwirkungen wie Reizbarkeit, Nervosität, Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Angstzustände, Unruhe, Erhöhung der Herzfrequenz, Zittern, erhöhte Schweißbildung, Durchfälle, verstärkter Harndrang und vieles mehr auftreten. Bei der Einnahme hoher Konzentrationen von Yohimbin wurde in einzelnen Fällen sogar Lupus erythematodes mit chronischem Nierenversagen beobachtet. Daher soll bei der Behandlung von Erektionsstörungen die beschriebene Dosierung genau eingehalten werden. Bei Überempfindlichkeit gegen Yohimbin und niedrigem Blutdruck darf der Wirkstoff nicht angewendet werden.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und ersetzt daher keine Beratung durch einen Arzt oder Apotheker. Heilpflanzen und Arzneimittel können in falscher Anwendung oder Dosierung schwerwiegende Nebenwirkungen zur Folge haben. Lassen Sie sich deshalb in der Apotheke oder vom Arzt beraten.