Eine HerzrhythmusstörungGesundheitslexikon: WPW-Syndrom (Wolff-Parkinson-White-Syndrom)
Wenn das Herz plötzlich anfängt zu rasen, könnte das Wolff-Parkinson-White-Syndrom, auch kurz WPW-Syndrom genannt, schuld daran sein. Es zählt zu den Herzrhythmusstörungen und gilt als die häufigste Form dieser Art von Störungen. Bei Männern tritt das WPW-Syndrom häufiger auf als bei Frauen. Insbesondere plötzliche Anfälle von Herzrasen sind typisch für das Krankheitsbild.
Was ist das Wolff-Parkinson-White-Syndrom?
Der Herzschlag wird durch den Sinusknoten im rechten Herzvorhof gesteuert, der elektrische Signale an den Atrioventrikularknoten sendet. Dieser Knoten filtert die Erregungen und leitet sie über zwei Bahnen an die linke und rechte Herzkammer weiter. Menschen mit dem WPW-Syndrom verfügen über eine zusätzliche Leitungsbahn. Über diese werden sämtliche Signale ungefiltert an die Muskelzellen der Herzkammer weitergeleitet. Die zusätzliche Leitungsbahn kann auch Signale in die falsche Richtung senden, sodass Erregung von den Muskelzellen der Herzkammer zurück in den Vorhof geleitet wird. Das führt zu einer sogenannten kreisenden Erregung, die einen sehr schnellen, aber gleichmäßigen Herzschlag zur Folge hat.
Ursachen & Symptome des WPW-Syndroms
Das WPW-Syndrom (Wolff-Parkinson-White-Syndrom) ist eine seltene Krankheit, welcher der angeborene Fehler einer zusätzlichen Leitungsbahn im Herzen zugrunde liegt. Die ersten Symptome zeigen sich meist im Alter von 20 bis 30 Jahren. Das häufigste Symptom eines WPW-Syndroms ist plötzlich auftretendes Herzrasen, auch Tachykardie genannt. Dabei schlägt das Herz mit 150 bis 240 Schlägen pro Minute anstatt wie normalerweise mit 60 bis 80 Schlägen pro Minute. Der schnelle Herzschlag kann auch als Herzpochen oder Herzstolpern empfunden werden. Das Herzrasen kann außerdem zu folgenden anderen Beschwerden führen:
Brustschmerzen
Atemnot
Müdigkeit
Angstzustände
Bewusstlosigkeit
Wie wird ein WPW-Syndrom diagnostiziert?
Um ein WPW-Syndrom zu diagnostizieren, muss der Arzt die zusätzliche Leitbahn im Herzen nachweisen. Zusätzlich zur Anamnese wird versucht, eine Tachykardie mit einem Elektrokardiogramm (EKG) zu erfassen. Beim EKG wird die elektrische Aktivität des Herzens aufgezeichnet. Manchmal ist es für die Erfassung einer Tachykardie notwendig, dass der Patient ein Langzeit-EKG macht, bei dem das Gerät für 24 Stunden auf seine Brust geklebt wird. In einigen Fällen muss der Betroffene ein Belastungs-EKG durchführen. Die körperliche Belastung löst manchmal Herzrasen aus, das dann vom Gerät aufgezeichnet werden kann. Ein weiterer Schritt für eine sichere Diagnose des WPW-Syndroms ist eine elektrophysiologische Untersuchung (EPU).
Behandlung eines WPW-Syndroms
Das WPW-Syndrom kann nur mit der sogenannten Katheterablation therapiert werden. Medikamente können zwar die Symptome lindern, helfen allerdings nur vorübergehend. Die Katheterablation kann direkt im Rahmen der EPU und unter örtlicher Betäubung erfolgen. Bei der EPU führt der Arzt zwei dünne Katheter über die Leistenvenen in die große Hohlvene ein. Diese werden bis zum Herzen vorgeschoben und nehmen dort Messungen an verschiedenen Stellen der Herzmuskelwand vor. Für die Ablation wird dann die zusätzliche Leitungsbahn, die meist im linken Herzvorhof verläuft, mit einem Katheter verödet und die fehlerhafte Leitung zum Herzen auf diese Weise unterbrochen. Das Risiko bei dieser Behandlung ist insgesamt sehr gering und die Herzrhythmusstörungen können damit in den meisten Fällen beseitigt werden.
Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.





























