Fachgebiet innerhalb der Medizin

Gesundheitslexikon: Urologie

Urologie beschäftigt sich mit den harnbildenden und harnableitenden Organen
© iStockphoto, Andreas Lindlahr +491734558080

18. Dezember 2019 - 8:29 Uhr

Urologie: Das medizinische Fachgebiet für die Organe rund um den Harn

Es ist ein verbreiteter Irrtum, dass sich der medizinische Teilbereich der Urologie einzig und allein mit dem männlichen Geschlechtsorgan beschäftigt. Weit gefehlt - denn die Urologie ist auch für Frauen da: Nämlich dann, wenn es um jene Organe geht, die für die Bildung und die Ableitung von Harn zuständig sind. Zu diesen Organen zählen Nieren, Harnblase, Harnleiter und Harnröhre. Die Geschlechtsorgane des Mannes wie Hoden, Nebenhoden, Samenleiter, Samenbläschen, Penis und Prostata werden ebenfalls vom Urologen untersucht. Das Behandlungsspektrum umfasst sowohl konservative Methoden als auch operative Eingriffe.

Was zählt zu den Aufgaben der Urologie?

Was die Gynäkologie für die Frauen ist, das ist die Urologie für Männer - so denken zumindest viele Menschen. Im Grunde ist diese Annahme schon richtig, da sich ein Urologe nicht zuletzt auch mit der allgemeinen Gesundheit der männlichen Geschlechtsteile beschäftigt. Ein ebenso wichtiger Bereich dieser Fachärzte ist allerdings, wie schon der Name sagt, jener rund um den Urin und jene Organe, die mit dessen Bildung und Ableitung zu tun haben. In diesem Bereich können selbstverständlich auch Frauen gesundheitliche Probleme bekommen.

Wer gehört zu den Urologie-Patienten?

Der Urologe ist der Facharzt für alle Komplikationen, die beim Wasserlassen zu Schmerzen führen können. Wegen dieser Tatsache fällt die Geschlechterverteilung im Urologen-Wartezimmer entgegen vieler Erwartungen häufig gar nicht so eindeutig zugunsten der Männer aus: Denn Blasenentzündungen kommen bei Frauen um einiges häufiger vor als bei Männern. Dies liegt daran, dass die weibliche Harnröhre deutlich kürzer ist als jene des Mannes, wodurch Krankheitserreger viel einfacher in die Blase gelangen können. In solchen Fällen wird meist eine Urinprobe entnommen, zur weiteren Behandlung wird anschließend der Bakterientyp festgestellt. Bei schwerwiegenderen Fällen kann auch eine Blasenspiegelung vorgenommen werden.

Welche Beschwerden behandelt die Urologie?

Weitere Komplikationen und Krankheiten, mit denen sich die Urologie bei Frauen beschäftigt, sind Inkontinenz oder Harnverlust. Bei der Dranginkontinenz kommt es zu plötzlichem extremen Harndrang, sodass Betroffene mitunter nicht mehr rechtzeitig eine Toilette erreichen können. Bei der Belastungsinkontinenz können starke Belastungen wie das Tragen schwerer Gegenstände oder intensives Lachen unkontrollierbaren Harnverlust auslösen. Auch Probleme mit den Nieren werden beim Urologen behandelt. Dies schließt Nierensteine und Tumore ein, welche in leichten Fällen vom Urologen selbst mit Hilfe eines Lasers entfernt werden können. Die Urologie kann auch in Sachen Sexualität und Fertilität einen Beitrag leisten. In bestimmten Fällen sind die Gründe für ein eingeschränktes Liebesleben und einen unerfüllten Kinderwunsch in Funktionsstörungen der weiblichen Geschlechtsorgane zu finden.

Welche Behandlungen werden bei Männern durchgeführt?

In der Mehrheit der Fälle handelt es sich bei Patienten der Urologie jedoch um Männer. Diese konsultieren Urologen häufig im Zusammenhang mit der Prostata. Postatakrebs ist die häufigste Krebsart beim Mann. Jeder Mann ab 18 Jahren sollte daher regelmäßig zur Vorsorgeuntersuchung gehen. Nicht selten sind hierbei die Partnerinnen gefordert, ihre Männer zu ermutigen. Auch Eingriffe am Penis werden mitunter vom Urologen durchgeführt. Eine häufige Operation ist beispielsweise die Beschneidung. Auch bei der Phimose, der Verengung der Vorhaut beim Penis, werden Urologen herangezogen. Diese Eingriffe werden nicht selten aufgrund von Komplikationen und Schmerzen während des Geschlechtsaktes durchgeführt.