Bei Frauen endet die Fruchtbarkeit mit den Wechseljahren

Gesundheitslexikon: Fertilität

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6. September 2019 - 13:26 Uhr

Fertilität: die Fähigkeit zur Fortpflanzung

Der Begriff Fertilität bezeichnet die Fruchtbarkeit, sei es die des Menschen, einer Pflanze oder von Tieren. Sie dient der Erhaltung der Art. Der Begriff stammt vom lateinischen Wort "fertilis" ab und bedeutet ergiebig, fruchtbar oder auch befruchtend. Kulte oder Gottheiten, die sich auf die Fertilität beziehen, finden sich in verschiedenen Kulturen und ziehen sich durch die Geschichte, zurück bis zu den Anfängen der Menschheit.

Was ist Fertilität?

Fertilität bedeutet Fruchtbarkeit. Dies kann sich sowohl auf die Samen- bzw. Fruchtreife nach der Blütezeit bei Pflanzen als auch auf die Bildung von Nachkommen bei mehrzelligen Organismen sowie die Zeugungsfähigkeit oder Gebärfähigkeit bei Menschen und Tieren beziehen. Fruchtbarkeit wird ebenfalls in Kontexten verwendet, um die Schaffenskraft oder Kreativität einer Person bzw. eines Volkes zu bezeichnen. In der Biologie ist Fertilität ein Maß zur Bestimmung der Anzahl von Nachkommen, die aus einem Fortpflanzungszyklus entstanden sind. Die Fertilität eines Individuums ist beschränkt. Beim Menschen beginnt sie in der Pubertät und endet bei der Frau mit der Menopause. Das Gegenteil von Fruchtbarkeit ist Unfruchtbarkeit bzw. Sterilität.

Fertilität beim Menschen

Die Fertilität spielt beim Menschen hinsichtlich des Fortbestandes in zwei Aspekten eine große Rolle: in der Landwirtschaft (etwa Ackerbau und Viehzucht) zur Ernährung sowie in Bezug auf die Zeugungs- bzw. Gebärfähigkeit des Menschen. Ab der Pubertät sind Männer zeugungsfähig und Frauen gebärfähig. Beim Mann kann die Qualität der Samen mit zunehmendem Alter stark abnehmen. Bei Frauen endet die Fruchtbarkeit mit den Wechseljahren, etwa zwischen dem 45. und 55. Lebensjahr. Die höchste Fertilität haben Frauen zwischen 20 und 35. Bei unerfülltem Kinderwunsch sollte ein Fertilitätstest von einem Spezialisten durchgeführt werden. Dieser kann dann eine Therapie mit Medikamenten oder Maßnahmen zur künstlichen Befruchtung einleiten.

Fertilitätsrate

Die Fertilitätsrate, oder auch die "Zusammengefasste Fruchtbarkeitsziffer", gibt an, wie viele Kinder eine Frau durchschnittlich unter bestimmten Bedingungen in einem angegebenen Zeitraum und einem abgegrenzten Territorium zur Welt gebracht hätte, wenn die altersspezifischen Geburtenraten über die gesamten fruchtbaren Lebensjahre gleich blieben. Diese Zahl nimmt eine wichtige Rolle in demografischen Zusammenhängen ein. Im Weltdurchschnitt hat sich diese Zahl von etwa 5 Kindern pro Frau in den 1960er Jahren auf aktuell durchschnittlich nur circa 2,5 Kinder pro Frau halbiert. Die Rückgänge im Bevölkerungswachstum sind sowohl in Industrieländern als auch in Schwellen- und Entwicklungsländern zu erkennen, wobei die Fertilitätsrate in wenig entwickelten Ländern immer noch deutlich höher ist als in Industrieländern.

Was beeinträchtigt die Fertilität?

Schlechte Lebensumstände, aber auch Krankheiten können die Fertilität einschränken oder auch zu Sterilität führen. Auch einige Genussmittel wie Tabak und Alkohol können sich sowohl beim Mann als auch bei der Frau negativ auf die Fruchtbarkeit auswirken. Umweltgifte, per- und polyfluorierte Chemikalien sowie verschiedene Kunststoffe können einen ähnlichen Effekt haben. Störungen in den Hoden, verschlossene Samenleiter, Krankheiten der Prostata, Ejakulations- oder Erektionsprobleme oder veränderte Samen sind die häufigsten Ursachen für Sterilität bei Männern. Bei der Frau sind die häufigsten Gründe für Kinderlosigkeit verschlossene oder verletzte Eileiter (führen zu Eileiterschwangerschaften), Anomalien der Gebärmutter oder deren Schleimhaut, Endometriose oder Ovulationsstörungen.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.