Gesundheitslexikon: Speicheldrüsen

29. November 2018 - 15:55 Uhr

Speicheldrüsen sind wichtig für Verdauung, Mundflora und Schleimhäute

"Da bleibt einem ja die Spucke weg" ist ein Ausruf, der Überraschung ausdrücken soll. Dabei ist es eigentlich kaum möglich, dass einmal tatsächlich der Speichel gänzlich wegbleibt. Schließlich sorgen knapp 1.000 winzig kleine Drüsenausgänge kontinuierlich dafür, dass der Mund immer ein bisschen feucht ist. Speichel sorgt für die schnelle Auflösung der Speisen, indem er jeden Bissen verflüssigt. Zudem schützt er die Mundflora und hält die Schleimhäute geschmeidig. Schon kleine Babys produzieren jede Menge Speichel, im Laufe eines Lebens kommen so ungefähr 25.000 Liter zusammen. Produziert wird das Sekret von den Speicheldrüsen.

Was sind Speicheldrüsen?

Die Speicheldrüsen liegen rund um die Mundhöhle verteilt zwischen Ohren und Kinn. Sie sind großflächig in die Schleimhäute des Mundraums eingebettet, um die Speisen lückenlos einspeicheln zu können. Aus diesem Grund gibt es mehrere große und kleine Drüsen. Diese exokrinen Drüsen werden durch das vegetative Nervensystem gesteuert, wodurch auch erklärt wird, warum einem bereits beim Gedanken an eine Mahlzeit das "Wasser im Munde zusammenläuft": Sie lassen sich nicht willentlich steuern. Speicheldrüsen produzieren pro Tag etwa eineinhalb Liter Speichel, der nicht nur das Schmecken, Schlucken und Sprechen ermöglicht, sondern sogar das Riechen unterstützt.

Anatomie

Die Drüsenorgange sind paarig angelegt. Die Ohrenspeicheldrüse liegt am Oberkiefer und verläuft bis zu den Ohren. Ihr Ausgang befindet sich links und rechts der hinteren Backenzähne. Die Unterkieferspeicheldrüse liegt nahe am Kehlkopf, die Unterzungenspeicheldrüse im Kinn. Die Ausgänge beider Drüsen befinden sich unter der Zunge. Hinzu kommen sieben kleinere Drüsen, die verschiedene Ausgänge in die Mundhöhle hinein haben. Diese liegen an der Zungenspitze und der Zunge, am Gaumen, links und rechts an den Wangen, im inneren der Lippen sowie an den unteren Backenzähnen. Die Zunge ist zudem mit winzig kleinen Geschmacksknospen übersät, die ebenfalls zu den Speicheldrüsen gehören.

Funktion

Die Speicheldrüsen sondern fortwährend wässrige und schleimige Sekrete ab, die als Speichel den Mundraum befeuchten. Dieser hat mehrere Aufgaben: Einerseits befindet sich darin ein wichtiges Verdauungsenzym, wodurch bereits beim Kauen ein Zersetzungsprozess in Gang gesetzt wird. Gleichzeitig verflüssigt der Speichel jeden Bissen stark und macht ihn so für den Weitertransport Richtung Magen gleitfähig. Die Speicheldrüsen der Zunge wiederum verflüssigen die Aromastoffe der Speisen, um den Geschmack der Nahrung an die Sinneszellen weiterzugeben. Die beiden im Unterkiefer eingebetteten Drüsen wiederum geben einen Mix an Mineralien in den Speichel ab. Dies trägt zur stetigen Remineralisierung der Zähne bei.

Erkrankungen der Speicheldrüsen

Vor allem Entzündungen zeigen sich vielfach an den Speicheldrüsen. Dann empfindet der Patient einen pochenden Schmerz an der Ausgangsstelle im Bereich der Schleimhäute, was fälschlicherweise häufig als Zahnschmerz interpretiert wird. Die frühzeitige Gabe entzündungshemmender Medikamente kann die Drüsenfunktion wieder normalisieren. Dies kann sinnvoll sein, da aus einer unbehandelten Entzündung im schlimmsten Fall eine Speichelzyste entstehen kann, die sich nur minimalinvasiv entfernen lässt. Nicht selten zeigen sich auch Speichelsteine innerhalb der winzig kleinen Gänge, aus denen normalerweise das Sekret abgegeben wird. Behandelt werden sie medikamentös oder mittels Stoßwellentherapie. Auch Tumore können sich an den Speicheldrüsen ausbreiten.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.