Gesundheitslexikon: Spannungskopfschmerz

29. November 2018 - 15:51 Uhr

Spannungskopfschmerzen – die häufigste Kopfschmerzart

Sehr viele Menschen kennen scheinbar ursachenlose Kopfschmerzleiden wie den Spannungskopfschmerz. Rund die Hälfte aller Personen leidet ab dem 18. Lebensjahr mindestens einmal pro Jahr darunter. Spannungskopfschmerzen sind dumpfe, beidseitige Kopfschmerzen. Mediziner sprechen bei dem Phänomen auch von Primärkopfschmerzen, da der Spannungskopfschmerz von spezifischen Ursachen wie beispielsweise Kopfverletzungen unabhängig bleibt.

Was ist Spannungskopfschmerz?

Spannungskopfschmerzen sind eine unspezifische Kopfschmerzform und damit von Formen wie Migräne zu unterscheiden. Ebenfalls davon zu trennen sind Kopfschmerzarten wie der Cluster-Kopfschmerz, der genau wie der Spannungskopfschmerz zu den primären Kopfschmerzformen zählt. Primäre Kopfschmerzen treten nicht infolge bestimmter Erkrankungen auf. Stellen sich die Beschwerden an mindestens einem und höchstens 14 Tagen des Monats ein, ist von episodischem Spannungskopfschmerz die Rede. Chronischer Spannungskopfschmerz tritt mindestens 15 Mal im Monat auf. Der Krankheitsbeginn des primären Kopfschmerzleidens liegt meist zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr.

Ursachen

Dauerhafte Anspannungen der Nacken- und Halsmuskulatur scheinen mit Spannungskopfschmerzleiden in Zusammenhang zu stehen. Andauernde Verspannungen aktivieren Schmerzrezeptoren im Nackenbereich und lösen auf diese Weise offenbar das Kopfweh aus. Ein Teufelskreis entsteht, da sich die Halsmuskeln durch das Schmerzgefühl noch mehr verspannen. Auslöser für Halsmuskelverspannungen können neben körperlichen Fehlhaltungen zum Beispiel Muskelschwächen sein, vor allem im Rückenbereich. Auch auf Stressphasen reagieren einige Menschen mit muskulärer Anspannung und Spannungskopfschmerz. Einige Mediziner weisen außerdem auf mögliche Zusammenhänge zwischen kieferorthopädischen Problemen und Muskelverspannungen hin.

Symptome

Spannungskopfschmerz äußert sich in Form von dumpf drückenden Kopfschmerzen mit beidseitiger Ausprägung. Die Schmerzintensität reicht von leichtem Drücken bis hin zu mittelschwerem Schraubstockgefühl. Wie lange Spannungskopfschmerzen anhalten, unterscheidet sich von Fall zu Fall. Zwischen wenigen Stunden und mehreren Tagen sind sämtliche Ausprägungen denkbar. In Einzelfällen begleiten Schwindelgefühle den Spannungskopfschmerz. Anders als bei anderen Kopfschmerzformen verschlimmern sich die Beschwerden nicht infolge von körperlicher Aktivität. In vielen Fällen liegen Nackenverspannungen vor, die Schmerzen in den Bereich des Hinterkopfes ausstrahlen und von dort aus den gesamten Kopf bis zur Stirnpartie ergreifen.

Diagnose

Kopfschmerzleiden können infolge von ernst zu nehmenden Krankheiten auftreten und sind ab einer gewissen Ausprägung mit einem Neurologen abzuklären. Dieser wird sich beispielsweise über Ort, Häufigkeit und eventuelle Begleiterscheinungen der Schmerzen informieren. Auch die Intensität und genaue Art der Schmerzen wird er erfragen. Wichtig ist außerdem, ob sich der Schmerz bei körperlicher Anstrengung erhöht. Nach dem Arzt-Patienten-Gespräch kann der Neurologe mögliche Spannungskopfschmerzen oft bereits von Sekundärkopfschmerzformen abgrenzen. Nichtsdestotrotz können neurologische Untersuchungen, Bildgebungen von Gehirn und Rückenmark sowie Hirnstrom- und Blutdruckmessungen zur Diagnosesicherung erforderlich sein.

Behandlung/Therapie

Symptomatische Behandlungsmöglichkeiten beschränken sich bei Spannungskopfschmerz auf die Gabe von Schmerzmitteln mit Wirkstoffen wie Ibuprofen. Wärmebehandlungen, Akupressur, ätherische Öle und Massagen kommen als Therapie infrage, um begleitende Verspannungen zu lösen. Um Spannungskopfschmerzen vorzubeugen, haben sich neben Stressreduktionsmaßnahmen Verfahren wie die Rückenschule sowie Ausdauersportarten bewährt. Stressabbautechniken können beispielsweise meditative Techniken oder autogenes Training sein. In der Rückenschule lernen Sie, eine gesunde Körperhaltung beizubehalten. Vor allem im Büro sollten Sie außerdem auf eine haltungsfreundliche Gestaltung des Arbeitsplatzes achten, zum Beispiel auf das richtige Höhenverhältnis von Tischen und Stühlen.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.