Teil der Traditionellen Chinesischen Medizin

Gesundheitslexikon: Akupressur

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5. März 2019 - 11:28 Uhr

Akupressur: Feinfühlige Hilfe mittels fernöstlicher Druckpunktmassage

Vermutlich setzen Sie die Akupressur bereits intuitiv ein: Viele Menschen reiben sich bei Kopfschmerzen die Stirn oder legen bei Übelkeit die Hand über den Mund. Dass damit bereits eine Stimulation der entsprechenden Akupressur-Punkte einhergeht, ist den wenigsten bekannt. Ein Grund mehr, sich die asiatische Heilkunde genauer anzusehen.

Was ist Akupressur?

Die Akupressur soll positiv auf die Selbstheilungskräfte des Körpers wirken. Sie ist eine Behandlungsform innerhalb der "Traditionellen Chinesischen Medizin" (TCM). Bei der rund 3.000 Jahre alten Heilkunst geht man davon aus, dass verschiedene Energiebahnen den Menschen durchziehen. Durch sie fließt die Lebenskraft, das sogenannte Qi. Kommt die Energie ins Stocken, so besteht laut der TCM die Gefahr, dass sich aus den Blockaden Krankheiten entwickeln. Um diesem Prozess vorzubeugen, werden ausgewählte Energiepunkte mittels Akupressur angeregt. Folglich kann das Qi wieder frei durch die Meridiane zirkulieren. Dabei werden die gleichen Energiepunkte angeregt, die auch bei der Akupunktur bearbeitet werden.

Wie läuft eine Akupressur-Behandlung ab?

Vereinfacht dargestellt werden bei einer solchen Behandlung bestimmte Hautareale berührt. Es haben sich drei Akupressur-Richtungen herausgebildet: Beim Jin Shin Do werden zwei miteinander mutmaßlich kooperierende Punkte vom Therapeuten stimuliert. Bei dem bekannteren Shiatsu wird die Aktivierung der Druckpunkte mittels Massage praktiziert. Dabei variiert die Intensivität je nach Ermessen des Behandlers. Ausstreichende Bewegungen unterstützen den angeregten Energiefluss zusätzlich. Bei der Akupressur nach Penzel soll der gestörte Energiefluss durch ein Massagestäbchen, welches ganz sanft über die Haut gestrichen wird, reaktiviert werden. Geringste Handgriffe am Patienten, beispielsweise an den Druckpunkten des Handrückens oder im Gesicht, werden ebenfalls als Akupressur bezeichnet.

Bei welchen Beschwerden könnte die Akupressur hilfreich sein?

Die Akupunktmassage wird streng genommen als vorbeugende Maßnahme angesehen. Traditionell dient sie der Gesunderhaltung des Körpers. Heutzutage wird die Heilanwendung jedoch gegen diverse Beschwerden eingesetzt. Vor allem im Rahmen der Geburtsvorbereitung und -einleitung ist die Stimulation der Druckpunkte beliebt. Auch bei Problemen des Bewegungsapparates, beispielsweise bei Muskel- und Gelenkschmerzen, bei Zerrungen und Prellungen, soll eine Reizung der Energiepunkte die Heilung beschleunigen. Bei Erkrankungen des rheumatischen Formkreises (Arthritis, Arthrose), bei Schlafstörungen sowie als Mittel gegen Übelkeit und Erbrechen werden ebenfalls bestimmte Körperareale berührt. Als nicht mit Akupressur behandelbar gelten hingegen depressive Erkrankungen, Zwangsstörungen oder chronische Müdigkeit.

Was sollte man bei der Akupressur beachten?

Aufgeschlossene Menschen können ruhig einmal selbst ausprobieren, ob das Stimulieren der ausgewiesenen Hautstellen zu einer Verbesserung des Befindens beiträgt. Da die Methode keine Nebenwirkungen hat, ist sie auch für Laien gut durchführbar. Die moderne Variante der Akupressur zur Selbstbehandlung ist das "Japanische Heilströmen". Diese Methode wird in Wochenendseminaren Interessierten vermittelt. Wer sich in professionelle Hände begeben möchte, der sollte sich von einem TCM-Arzt, entsprechend geübten Therapeuten oder einer gut ausgebildeten Hebamme behandeln lassen. Viele Krankenkassen übernehmen die Kosten der Behandlung, auch wenn der Nachweis zur Wirksamkeit noch nicht grundlegend erbracht ist.