Schwere psychische Erkrankung

Gesundheitslexikon: Zwangsstörung (Zwangserkrankung)

10. Dezember 2019 - 12:50 Uhr

Wenn eine Zwangsstörung das Leben einschränkt

Viele Menschen spüren in verschiedenen Situationen des Lebens Zwangsimpulse in sich, die zu zwanghaften Handlungen führen können. Die aufdrängenden Gedanken sind so stark, dass sie sich nicht unterdrücken lassen und das Leben der Betroffenen massiv einschränken.

Was ist eine Zwangsstörung?

Die aus den Impulsen entstehenden Zwangshandlungen können vielfältig sein - angefangen vom zwanghaften Händewaschen bis hin zu diversen Kontrollzwängen. Die zwanghaften Störungen führen oftmals zu Problemen im alltäglichen Leben, in beruflichen Leistungssituationen, aber auch bei sozialen Kontakten. Die Zwangsimpulse gehen oftmals mit großen Belastungen und einer starken Beunruhigung einher und beeinträchtigen das Leben der Betroffenen meist schwer. Oft erkennen diese die Absurdität der Zwangsgedanken und -handlungen, können sie jedoch nicht ausschalten. Wenn Betroffene versuchen, die Zwangshandlungen zu unterlassen und Widerstand leisten, spüren sie große Anspannung und Angst.

Ursachen der Zwangserkrankung

Als Ursachen einer Zwangsstörung werden soziale, biologische und auch psychische Komponenten angesehen. Laut psychoanalytischer Theorie sind Zwänge als eine Abwehrmaßnahme gegen verbotene Impulse aus dem Unterbewusstsein zu verstehen. Lerntheoretische Erklärungen sehen einen engen Zusammenhang zwischen Zwängen und Ängsten. So werden die Zwänge als eine Form der Angstbewältigung eingesetzt, um aufkommende Ängste reduzieren zu können. Darüber hinaus nimmt man an, dass Zwangserkrankungen auch eine biologische Ursache haben können. All diese Faktoren spielen eine Rolle bei der Entstehung einer Zwangserkrankung.

Symptome einer Zwangsstörung

Wer an einer Zwangsstörung erkrankt ist, leidet wie bereits erläutert unter Zwangsimpulsen. Im Zuge dieser Impulse drängen sich bestimmte Gedanken auf und lassen sich nicht vermeiden oder unterdrücken. Die Zwangsgedanken sind oftmals absurd und werden vom Betroffenen als quälend empfunden. Als Zwangshandlungen werden die Tätigkeiten bezeichnet, die der Betroffene gegen seinen Willen ausführt, obgleich diese als sinnlos empfunden werden. Die Zwangsgedanken und Zwangshandlungen treten meist in direktem Zusammenhang auf. Zu den weitverbreiteten Zwängen zählen der Wasch-, Ordnungs-, Zähl- und Kontrollzwang.

Wie kann eine Zwangsstörung festgestellt werden?

Die Diagnose der Zwangsstörung erfolgt im Zuge einer Untersuchung durch Experten. Der Arzt erkundigt sich in einem Gespräch über die Symptome und Gedanken des Patienten. Weiter kann dieser das symptomatische Verhalten auch selbst beobachten und sich ein Bild über die Problematik machen. Mit Fragebögen lässt sich der Verlauf der Zwänge ebenfalls erfassen. Diese können daraufhin beurteilt werden. Zwanghafte Symptome können auch bei anderen Erkrankungen, zum Beispiel bei depressiven oder hypochondrischen Störungen, auftreten. Daher ist es im Zuge der Diagnosestellung wichtig, andere mögliche Ursachen der Zwänge auszuschließen.

Behandlung und Vorbeugung von Zwangsstörungen

Die Behandlung der Zwangserkrankung erfolgt meist durch eine Psychotherapie. Hierbei kommen verschiedene psychotherapeutische Methoden zum Einsatz, die die zwanghaften Rituale des Patienten durchbrechen sollen. Mit diversen Entspannungsverfahren kann der Patient lernen, sich in einen tiefenentspannten Zustand zu bringen - frei von jeglichen Ängsten, Belastungen und Spannungen. Die Vorbeugung einer Zwangsstörung ist aufgrund der einwirkenden biologischen und genetischen Faktoren eher schwierig. Jedoch hat ein bewusster Lebensstil mit ausreichend Zeit für sich selbst einen positiven Einfluss auf die Psyche. Zum Beispiel gleichen Entspannungsübungen, Yoga oder andere Hobbys mögliche Stresssituationen aus.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.