Gesundheitslexikon: Schultergelenk

29. November 2018 - 15:45 Uhr

Das Schultergelenk – beweglich, aber auch sehr empfindlich

Das Schultergelenk ist das beweglichste Kugelgelenk des menschlichen Körpers. Möglich wird die Beweglichkeit durch seine einzigartige Anatomie, die die Bewegung der Arme in viele unterschiedliche Richtungen erlaubt. Diese Fähigkeit hat allerdings auch ihren Preis, denn das Schultergelenk ist besonders anfällig für Verletzungen wie das Auskugeln und Verschleißerscheinungen. Eine starke Schultermuskulatur kann dabei helfen, das Schultergelenk zu stabilisieren und gleichzeitig zu schützen.

Der Aufbau des Schultergelenks

Beim Schultergelenk handelt es sich um ein Kugelgelenk. Es besteht aus einem Hauptgelenk, Nebengelenken, dem Schultergürtel sowie aus Muskeln, Sehnen, Bändern und Schleimbeuteln. Das Hauptgelenk wird auch "Glenohumeralgelenk" genannt. Es ist das Kugelgelenk, welches für die Verbindung zwischen Oberarm und Schulterblatt sorgt. Dieses Schulterhauptgelenk ist sehr beweglich, da der Oberarmkopf wesentlich größer ist als die Gelenkpfanne. Die Kapsel sowie die Knorpellippe – das "Labrum" – gehören ebenfalls zum Hauptgelenk. Die Nebengelenke leisten auch ihren Anteil zur Beweglichkeit der Schulter. Zu den Nebengelenken gehören das "Schultereckgelenk", das "Subacromialgelenk" oder auch das "Sternoclaviculargelenk" (Brustbein-Schlüsselbein).

Weitere wichtige Bestandteile des Schultergelenks

Eine wichtige Rolle spielt auch der Schultergürtel, welcher aus Schlüsselbein und Schulterblatt besteht. Die zentrale Funktion nehmen allerdings die Muskeln, Sehnen und Bänder rund um das Schultergelenk ein. Aufgrund der einzigartigen Anatomie des Schultergelenks wird es fast ausschließlich durch diese umliegenden Strukturen stabilisiert. Von daher kommt es nicht zuletzt bei "muskulären Dysbalancen" oder generell schwacher Schultermuskulatur zu Verletzungen oder frühzeitigen Verschleißerscheinungen. Eine wichtige Aufgabe übernehmen auch die Schleimbeutel, die ähnlich wie Stoßdämpfer funktionieren. Der Oberarmkopf und die Gelenkpfanne sind zudem mit einer Knorpelschicht überzogen, die ebenfalls puffernde Eigenschaften besitzt.

Welche Funktion übernimmt das Schultergelenk im Körper?

Dadurch, dass es sich bei dem Schultergelenk um ein Kugelgelenk handelt, ist eine Bewegung des Arms in alle Richtungen möglich. In Bezug auf das Schultergelenk ist es wichtig, dass diese Bewegungen zu einem überwiegenden Teil von den Muskeln und Sehnen übernommen werden. Bei anderen Gelenken wie etwa Knie und Hüfte ist auch der Bandapparat an diesen Bewegungen entscheidend beteiligt. Daraus ergibt sich für die Schulter eine erhöhte Verletzungsanfälligkeit. Nicht selten ist die "Rotatorenmanschette" betroffen, eine Muskel- und Sehnenplatte, die für die Stabilisierung und Führung zuständig ist.

Welche Verletzungen und Erkrankungen können im Schultergelenk auftreten?

Es gibt eine Reihe von Schulterbeschwerden, die nicht nur zu Schmerzen, sondern auch zu Bewegungseinschränkungen führen können. Sehr häufig kommt es zum sogenannten "Impingement-Syndrom", bei dem der Abstand zwischen Schulterdach und Oberarmkopf zu eng ist. Dadurch werden Sehnen und Muskeln eingequetscht, es kommt zu Schmerzen und Bewegungseinschränkungen. Aufgrund der Beweglichkeit des Schultergelenks leiden nicht nur Sportler oft an "Luxationen" (Auskugeln der Schulter). Je mehr Luxationen der Patient erleidet, desto nachhaltiger werden die Strukturen des Schultergelenks geschwächt. "Frozen Shoulder" (schmerzhafte Schultersteife), Schultereckgelenksverletzungen oder Verletzungen am Labrum sind ebenfalls häufig vorkommende Krankheitsbilder.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.