Das Nachlassen von bestimmten Krankheitssymptomen

Gesundheitslexikon: Remission

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05. Dezember 2019 - 14:11 Uhr

Remission: Wenn sich die Symptome bessern

Das Wort Remission stammt vom lateinischen Wort "remittere" für "zurückschicken" oder "zurückgehen" ab. In der medizinischen Fachsprache bezeichnet dieser Ausdruck das Nachlassen von bestimmten Krankheitssymptomen, ohne dass die Genesung eintritt. Die Ursache der Erkrankung bleibt also erhalten, während sich die Beschwerden vorübergehend oder sogar dauerhaft zurückbilden. Besonders häufig findet der Ausdruck im Kontext von chronischen und unheilbaren Erkrankungen Verwendung. Unheilbar heißt dank der modernen Medizin aber nicht gleich unbehandelbar. Die Behandlung von Patienten mit chronischen Erkrankungen wirkt den Symptomen mit dem Ziel einer Remission entgegen.

Was bedeutet Remission in der Medizin?

Medizinische kausale Behandlungsansätze haben die ursächliche Behandlung von Krankheiten zum Ziel und münden idealerweise in der Beseitigung der Krankheitsursache mit vollständiger Symptomlosigkeit. Bei unheilbaren Erkrankungen ist eine Behandlung der Krankheitsursache unmöglich, allerdings wird versucht, die Symptome soweit wie möglich abzuschwächen. Diese Abschwächung von Symptomen trotz weiterhin bestehender Erkrankung nennt man Remission. Der Remissionsgrad ist für die Behandlung von chronischen und unheilbaren Erkrankungen ein Erfolgsparameter. Die Remissionsbeurteilung ist krankheitsspezifisch und spielt beispielsweise bei der Verlaufsbeurteilung chronischer Erkrankungen eine Rolle. Als sogenannte "Outcome"-Parameter kann der Remissionsgrad aber auch im Kontext von Krebserkrankungen stehen. Das Gegenteil der Remission ist die Progression, eine Symptomverschlechterung.

Welche Einteilungen der Remission gibt es und was bedeuten sie?

Remissionsarten werden nach Umfang, Dauer und Intervention unterschieden:

  • minimale Remission: geringfügiger Symptomrückgang
  • partielle Remission: anteiliger Rückgang aller Symptome
  • Kurzzeitremission: temporärer Symptomrückgang
  • Langzeitremission: dauerhafte Symptombesserungen
  • Komplettremission: vollständige Symptomlosigkeit
  • Spontanremission oder Spontanheilung: Komplettremission unabhängig von ärztlicher Behandlung

Der Remissionsgrad definiert sich krankheitsspezifisch. In der Onkologie sind typische "Outcome"-Resultate beispielsweise die Komplettremission, die partielle Remission mit um mindestens 50 Prozent reduziertem Tumorvolumen, die Minimalremission mit Volumenreduktion von 25 bis 50 Prozent und die stabile Erkrankung mit Volumenveränderungen um weniger als ein Viertel.

Was versteht man unter einer Spontanremission?

Die Spontanremission findet man in Form einer Spontanheilung vor allem bei Krebserkrankungen. Die vollständige Heilung von bösartigen Krebszellen unabhängig von ärztlicher Behandlung ist kein Mythos, sondern kommt Schätzungen zufolge zumindest einmal in 100.000 Fällen vor. In Krebszellen ist aufgrund von krankheitsbedingten Mutationen der programmierte Zelltod ausgeschaltet und die Gefäßneubildung eingeschaltet. Bei einer Spontanheilung beeinflusst der Körper diese Prozesse. In vielen Fallstudien zur Spontanremission finden sich fiebrige Infekte in engem Zeitzusammenhang mit der scheinbaren Wunderheilung. Offenbar verändern solche Infekte die Krebszellen auf der zellulären Ebene und können so zur Spontanremission beitragen.

Wie wichtig ist der Remissionsgrad bei chronischen Erkrankungen?

Multiple Sklerose ist eine chronische Autoimmunerkrankung, die durch wiederkehrende, akute Symptomschübe gekennzeichnet ist und das Zentralnervensystem der Betroffenen mit Entzündungsprozessen schädigt. Sobald akute Entzündungsschübe gestoppt sind, gehen die Symptome teils zur vollständigen Symptomlosigkeit zurück. Über Bildgebungen, neurologische Reflexuntersuchungen, Gangbildbeurteilung und ähnliches schätzen Neurologen nach einem akuten Krankheitsschub den Remissionsgrad ein, um den Patienten eine Verlaufsprognose geben zu können. Da die chronisch entzündliche Zentralnervensystemerkrankung mit einem unterschiedlich ausgeprägten Verlauf einhergeht, ist die Remissionsbeurteilung in diesem Kontext die einzige Möglichkeit, Verlaufsprognosen zu stellen.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.