Störung der Blasenfunktion

Gesundheitslexikon: Reizblase (überaktive Blase, Urethralsyndrom)

Unangenehmes Leiden bei Frauen: Reizblase

Reizblase - unangenehmes Leiden bei Frauen

Unter einer Reizblase oder überaktiven Blase wird kein eigenständiges Krankheitsbild verstanden, sondern eine Vielzahl von Beschwerden, die alle eine Störung der Blasenfunktion betreffen.

Was ist eine Reizblase?

Bei einer überaktiven Blase handelt es sich um eine gehäufte Blasenentleerung, die oftmals mit unfreiwilligem Harnabgang verbunden ist. Beide Symptome können aber auch getrennt voneinander auftreten. Hinzu kommt ständiger Harndrang, der in vielen Fällen als schmerzhaft empfunden wird. Ein pathologischer Befund kann zumeist nicht festgestellt werden. Die Funktionsstörungen werden auch unter den Begriff Urethralsyndrom zusammengefasst. Die Reizblase ist für die Betroffenen häufig mit einer nicht unerheblichen Einschränkung der Lebensqualität verbunden. Sie tritt ausschließlich bei Frauen auf, meist zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr.

Ursachen

Die Ursachen für eine überaktive Blase sind wissenschaftlich noch nicht genau erforscht. Erwiesen ist aber, dass hormonelle Veränderungen, beispielsweise Östrogenmangel, Gewebeveränderungen in der Blase hervorrufen können. In deren Folge kann es zu einer Fehlsteuerung der Blasenmuskulatur kommen, die zu verstärktem Harndrang führt. Diskutiert werden daneben psychische Einflussfaktoren wie Stress. Es ist auch möglich, dass vorausgegangene häufige Harnwegsinfekte, Tumore oder Steine zu einem Urethralsyndrom führen. Zudem können bestimmte Erkrankungen für die Reizblase verantwortlich sein. Dazu zählen:

- Multiple Sklerose

- Morbus Parkinson

- Schlaganfall

- Alzheimer

- Verletzungen des Gehirns oder Rückenmarks

Eine überaktive Blase kann zudem durch Nebenwirkungen von Medikamenten, insbesondere Schmerzmittel, Antidepressiva und Antihistaminika, entstehen.

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Symptome

Die Symptome können in Ausprägung und Anzahl voneinander abweichen, allen Fällen von Reizblase gemein ist aber ein übernormal häufiges Wasserlassen. Es besteht also ein starker Harndrang, obwohl die Blase nur leicht gefüllt ist. Im äußersten Fall schafft die Betroffene es nicht mehr rechtzeitig zur Toilette und kann den Urin nicht länger halten. Dann liegt die sogenannte Drang-Inkontinenz vor. Manchmal kommt es zudem zu einem dumpfen Schmerz in der Blase oder im ganzen Unterleib. Geschlechtsverkehr kann ebenfalls als schmerzhaft empfunden werden.

Diagnose des Urethralsyndroms

Im Mittelpunkt der Diagnostik steht zunächst das ausführliche Gespräch ( Anamnese) mit der Patientin. Um einen Harnwegsinfekt erkennen oder ausschließen zu können, wird der Arzt eine Urinuntersuchung veranlassen. Oftmals können Betroffene die Blase nicht richtig entleeren. Der Arzt hat die Möglichkeit, nach einem Toilettengang durch eine Ultraschalluntersuchung die Füllung der Blase auf Restharn zu kontrollieren. Darüber hinaus kann eine urodynamische Untersuchung veranlasst werden. Weiterhin können ergänzende Untersuchungen durchgeführt werden, etwa eine Blasenspiegelung oder Röntgenaufnahmen. Sollte sich dabei kein organischer Befund ergeben, ist von einer überaktiven Blase auszugehen.

Behandlungsmöglichkeiten einer Reizblase

Die Therapie einer überaktiven Blase richtet sich nach deren Ursachen sowie der Art der Beschwerden. Führen hormonelle Veränderungen zu einer Reizblase, wird Ihnen der Arzt östrogenhaltige Salben oder Zäpfchen verordnen. Begleitend kann ein Training der Beckenbodenmuskulatur hilfreich sein. Gegen Schmerzen können Sie krampflösende Medikamente, sogenannte Spasmolytika, einnehmen. Dazu zählen auch pflanzliche Mittel wie etwa Kürbissamen und Goldrutenkraut. Sollten Sie unter besonders starkem Harndrang leiden, kann das Nervengift Botox unter Narkose in die Muskelzellen der Blasenwand gespritzt werden. Der Harndrang wird durch diese Maßnahme meist spürbar gelindert.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.