Gesundheitslexikon: Propranolol

29. November 2018 - 15:50 Uhr

Propranolol für mehr Balance zwischen Herz und Blutdruck

Bluthochdruck gehört zu den typischen Zivilisationskrankheiten der westlichen Gesellschaft. Es gibt viele Auslöser für die Erkrankung und die Zahl der Betroffenen wächst kontinuierlich an. Nicht selten gesellen sich zu den Symptomen noch weitere Beschwerden, die das Herz betreffen. Dann ist es gut, ein passendes Medikament zu haben, das umfänglich wirkt und langfristig eingenommen werden kann: Propranolol.

Was ist Propranolol?

Bei Propranolol handelt es sich um einen Wirkstoff aus der Gruppe der Betablocker. Propranolol wird generell zur Behandlung von Bluthochdruck und den typischen Begleiterscheinungen eingesetzt. Entwickelt wurde der Arzneistoff in den 1960er Jahren. Die Herstellung dieses Wirkstoffs galt als so bahnbrechend, dass der Erfinder dafür den Nobelpreis für Medizin zugesprochen bekam. Propranolol wirkt auf das vegetative Nervensystem. Dieser Bereich des Körpers kann nicht willentlich gesteuert werden und zieht sich wie ein neuronales Netz durch den gesamten Körper. Der Betablocker Propranolol zeigt seine Wirkkraft rund 20 Minuten nach der Einnahme. Der Patient fühlt sich entlastet und die Vitalwerte beruhigen sich.

Wie wirkt Propranolol?

Der Arzneistoff blockiert ganz besondere Schnittstellen im vegetativen Nervensystem, nämlich die Beta-1- und die Beta-2-Adrenorezeptoren. Die Beta-1-Rezeptoren sind überwiegend im Bereich des Herzen angesiedelt. Hier beeinflussen sie die Geschwindigkeit des Herzschlags. Beta-2-Rezeptoren wiederum sind rund um die Lunge zu finden. Beide Rezeptoren wirken anregend auf das neuronale Netz des Körpers, weil hier bestimmte Stresshormone (Adrenalin und Noradrenalin) weitergereicht werden. Propranolol blockiert die Zugangskanäle dieser beiden Rezeptoren, wodurch der hyperaktive Bereich des zentralen Nervensystems gedrosselt wird. Die körpereigenen Botenstoffe Adrenalin und Noradrenalin werden also nicht mehr übermittelt. Werden die Rezeptoren durch Propranolol beruhigt, entstresst sich das gesamte vegetative Nervensystem.

Anwendungsgebiete von Propranolol

Propranolol ist verschreibungspflichtig. Der Wirkstoff wird vom Arzt verordnet, wenn es darum geht, bestimmte Beschwerden abzuschwächen. Insbesondere soll mit Propranolol der Herzschlag verlangsamt und die Rhythmik des Herzens normalisiert werden. Zu den typischen Indikationen zählen deshalb allgemeine koronare Herzkrankheiten, die auf eine Veränderung der Herzkranzgefäße zurückgehen, arterielle Hypertonie (Bluthochdruck und damit einhergehende Durchblutungsstörungen), Herzinsuffizienz, Erkrankungen der Herzmuskulatur und portale Hypertensionen. Auch bei bestimmten Formen der Schilddrüsenüberfunktion (Thyreotoxische Krise) kann Propranolol eingenommen werden. Seit einigen Jahren wird der Betablocker ebenfalls zur Behandlung von Migräne und unspezifischen Bewegungsstörungen von Muskelgruppen (Tremor) eingesetzt. Zudem sollen posttraumatische Belastungsstörungen mit Propranolol gut behandelbar sein.

Das müssen Sie beachten

Das Mittel ist sicher, kann aber diverse Nebenwirkungen auslösen. Es kann im Rahmen der Anwendung zu Benommenheit und Verwirrtheit, Müdigkeit, Schwindelgefühl, Kopfschmerzen, übermäßigem Schwitzen, Schlafstörungen und einer Neigung zur Entwicklung von Albträumen, Halluzinationen und Depressionen kommen. Auch Probleme im Magen-Darm-Bereich können auftreten, beispielsweise Übelkeit und Erbrechen sowie Obstipationen in Abwechslung mit Durchfällen. Manche Patienten leiden nach der Einnahme unter Haarausfall, Hautrötungen, Juckreiz, trockenen Augen und Bindehautentzündungen. Durch die allgemein entspannende Wirkung klagen Männer wie Frauen über eine teilweise verminderte sexuelle Antriebskraft. Patienten, die zeitgleich unter Asthma leiden, sollten Propranolol nur bei ärztlicher Betreuung einnehmen, weil das Mittel eine verengende Wirkung auf das Bronchialsystem haben könnte.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel enthält nur allgemeine Informationen und Hinweise über Arzneimittel, hat jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ersetzt daher nicht die Beratung durch einen Arzt oder Apotheker. Da die Medizin sich ständig weiterentwickelt, sollten Sie immer die aktuelle Gebrauchsinformation zu Ihrem Arzneimittel sorgfältig durchlesen und Ihren Arzt oder Apotheker zurate ziehen.