Gesundheitslexikon: parenteral

29. November 2018 - 15:54 Uhr

Parenteral – am Magen und Darm vorbei

Umgangssprachlich bezeichnet der Ausdruck "parenteral" das Verabreichen von Medikamenten ohne den Weg über den Magen-Darm-Trakt. Allerdings wird unter diesen Begriff auch die künstliche Ernährung bestimmter Patienten subsumiert, da der Magen auch hierbei nicht in den Prozess eingebunden wird. Aus dem Griechischen stammend, beschreibt parenteral somit immer den Ausschluss des Magen-Darm-Trakts bei der Verabreichung von Stoffen in den Körper.

Was bedeutet parenteral?

Der Begriff stammt aus dem Griechischen und setzt sich zusammen aus "para" – "neben" und "enteron" – "Darm". Folglich kann man beim parenteralen Vorgehen vom Ausschluss des Magen-Darm-Trakts an einem bestimmten Prozess ausgehen. Bei der Gabe von Arzneimitteln und anderen lebenswichtigen Stoffen greift man bei einer parenteralen Verabreichung zumeist auf die drei folgenden Formen zurück: intravenös, subkutan oder intramuskulär. Ebenfalls beschreibt der Begriff eine Art der Ernährung von Patienten, bei der das Magen-Darm-System ausgeschlossen wird. Manche Wirkstoffe oder auch das Krankheitsbild von Patienten können eine parenterale Verabreichung begründen. Hierbei werden Mittel dann in die Vene oder den Muskel gespritzt.

Wer benötigt parenterale Verabreichungen?

Bestimmte Krankheitsbilder müssen mit einer möglichst exakten Dosierung der Stoffe behandelt werden. Hierbei stellen besonders Injektionen das Mittel der Wahl dar. So lassen sich die Dosierungen bestmöglich gestalten, im Gegensatz zur oralen Verabreichung in Tablettenform. Des Weiteren muss der Wirkstoff für bestimmte Behandlungen maximal schnell an den Wirkungsort gelangen. Hierbei ist die direkte Gabe des Arzneimittels in die Blutbahn die beste Wahl. Wiederum andere Patienten leiden unter Krankheitsbildern, die den Magen-Darm-Trakt betreffen. Verabreichungen von Wirkstoffen, die über die Magenschleimhäute aufgenommen werden, könnten in diesen Fällen kontraproduktiv sein oder mit geminderter Wirkung anschlagen.

Wie funktioniert die Art der Behandlung?

Bei einer parenteralen Behandlung muss der Stoff den Magen-Darm-Trakt nicht passieren. Die intravenöse Behandlung geschieht durch das Spritzen des Stoffs in Vene oder Arterie und somit direkt in die Blutbahn. Subkutan oder intradermal (unter oder in die Haut) werden die Wirkstoffe gespritzt, wenn eine Wirkung in mäßiger Geschwindigkeit erreicht werden soll. Hierbei müssen die Mittel die Gewebebarrieren zuerst überwinden, bevor sie in die Blutbahn gelangen. Da Muskeln besser durchblutet sind als die Haut, stellt die intramuskuläre Injektion eine mittelschnelle Art dar – langsamer als die intravenöse, aber schneller als die Vergabe in oder unter die Haut. Eine parenterale Behandlung kann stationär oder zu Hause stattfinden.

Warum wird diese Art angewandt?

Besonders im Bereich der Notfallmedizin ist die parenterale Verabreichung von Wirkstoffen oftmals notwendig. Hier bedarf es einer schnellen Wirkung der Arzneien im Körper des Patienten. Vor allem lebensrettende Arzneimittel können in solch zeitlich dringenden Fällen ihr Ziel bestmöglich auf diese Art erreichen. Liegen beim Patienten Stoffwechselerkrankungen vor, kann die Vergabe von Tabletten wenig zielführend sein. Die Wirkstoffe könnten den Krankheitseffekt verschlimmern oder einfach nutzlos sein. Bei andauerndem Erbrechen oder bestimmten Krebserkrankungen kann die parenterale Ernährung die einzige Möglichkeit darstellen, den Patienten mit lebenswichtigen Nähr-, Vitalstoffen und Vitaminen zu versorgen. Insulin würde beispielsweise im Magen-Darm zerstört, weshalb es nicht wirken würde.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.