Gesundheitslexikon: Palpitationen

29. November 2018 - 15:50 Uhr

Palpitationen: Nehmen Sie einen ungewöhnlichen Herzschlag wahr?

Die meiste Zeit unseres Lebens klopft das Herz unauffällig vor sich hin; das Schlagen des Organs wird nicht bemerkt. Werden aber plötzlich klopfende, pulsierende, flatternde oder rasende Symptome wahrgenommen, ist die Angst zumeist groß. Solche Palpitationen wirken in jedem Fall unangenehm und beängstigend. Meistens sind sie jedoch harmlos und legen sich wieder von selbst.

Was sind Palpitationen?

Palpitationen sind per se keine Krankheit, sondern vielmehr ein Symptom. Wenn der Patient über ungewöhnliche Herzaktivitäten klagt, dann bezeichnet man deren Wahrnehmung als Palpitationen oder auch Herzpochen oder Herzunruhe. Diese Beschwerden können absolut harmlos sein. Hinter Palpitationen können aber auch ernst zu nehmende Krankheiten oder erste Symptome stecken. Wer sich unwohl fühlt und sich unsicher ist, ob das Herzpochen möglicherweise problematisch ist, sollte dies unbedingt schnell von einem Arzt abklären lassen. Erste Anlaufstelle bei Palpitationen sind der Hausarzt oder ein Kardiologe.

Ursachen

Verschiedene Ursachen können zu Palpitationen führen. Als kardiale Motive kommen beispielsweise Herzrhythmusstörungen, eine Erkrankung der Herzklappen, eine unentdeckte Herzinsuffizienz oder eine Herzmuskelentzündung infrage. Doch auch schlichtweg eine körperliche Überanstrengung (beispielsweise Sport), die Einnahme bestimmter Medikamente, Drogen- oder Alkoholkonsum können Palpitationen auslösen. Häufig klagen solche Patienten über Herzunruhe und leiden parallel unter Ängsten oder anderen psychischen Beeinträchtigungen. Doch auch eine Unterzuckerung (Hypoglykämie) oder ein Schilddrüsenleiden können mit starken Palpitationen einhergehen. In seltenen Fällen wird ferner Migräne als Auslöser für starkes Herzpochen angenommen.

Symptome von Palpitationen

Bei Palpitationen nimmt der Betroffene die Aktivität des Organs als besonders auffällig wahr. Entweder wird das Schlagen des Herzens als zu schnell eingeschätzt – der Patient hat das Gefühl, als schlüge ihm das Herz bis zum Hals – oder der Herzschlag fühlt sich zu stark an. Dann scheint es so, als würde das Herz überaus heftig kontrahieren und bei jedem Schlag sehr viel Blut durch den Körper pumpen. Die Patienten berichten von einer gefühlten Abnormität und nehmen die Schläge besonders intensiv wahr.

Wie werden Palpitationen diagnostiziert?

Wer sich mit dem beängstigenden Herzstolpern einem Arzt vorstellt, wird gründlich kardiologisch untersucht. Zunächst werden die Pulsfrequenz und der allgemeine Zustand des Patienten erhoben. Labortests (großes Blutbild) und die Bestimmung des Hormonspiegels sind ebenfalls obligatorisch. Zu den weiteren Untersuchungen gehören das Anfertigen eines Langzeit-Elektrokardiogramms (EKG) sowie bildgebende Untersuchungen wie MRT, Echokardiographie oder Kernspintomographie. Letztlich kann eine elektrophysische Untersuchung mittels Elektroden, die in das Herz eingeführt werden, eine sichere Diagnose herbeiführen. Solche Sonden messen die elektrische Aktivität im Inneren des Herzens.

Behandlung

Sind die Palpitationen in der psychischen Verfassung des Patienten begründet, was meistens der Fall ist, werden Entspannungsübungen und stressmindernde Maßnahmen empfohlen. Der Konsum von Kaffee und Alkohol sollte in diesen Fällen ebenfalls unterlassen werden. Sind Palpitationen jedoch auf eine Krankheit zurückzuführen, insbesondere auf eine nachweisbare Erkrankung des Herzmuskels, können gängige Betablocker oder Arzneimittel zur Einstellung des Herzrhythmus verschrieben werden. In seltenen Fällen könnte ein Schrittmacher implantiert werden. Abzugrenzen sind Palpitationen allerdings von Herzrhythmusstörungen oder dem Infarkt.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.