Vorstufe der Osteoporose

Gesundheitslexikon: Osteopenie

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17. Oktober 2019 - 11:04 Uhr

Osteopenie: Vorstufe der Osteoporose

Bei der Osteopenie handelt es sich um ein Vorstadium der Osteoporose. Das entscheidende Symptom dieser Erkrankung ist die verminderte Knochendichte. Kommt es während dieser Phase nicht zu einer therapeutischen Behandlung, schreitet die Erkrankung meistens weiter fort. Es bildet sich in vielen Fällen eine Osteoporose.

Was ist Osteopenie?

Von einer Osteopenie wird gesprochen, wenn die Knochendichte von der alters- und geschlechtsspezifischen Norm abweicht. Die Abweichung ist in diesem Fall jedoch noch nicht so hoch, dass es sich um eine Osteoporose handelt. Da die Symptome der Osteopenie aber fortschreiten können, wird diese als Vorstufe und Warnsignal für eine Osteoporose eingeordnet. Wer an einer Osteopenie leidet, muss jedoch nicht zwangsläufig auch im weiteren Verlauf an Osteoporose erkranken. Die verringerte Knochendichte sollte aber stets ein Anlass sein, eine geeignete Therapie einzuleiten.

Ursachen

Die Ursachen der Osteopenie gleichen denen der Osteoporose. Besonders häufig sind Frauen betroffen, die sich in der Menopause befinden. Der sinkende Östrogenspiegel stellt besonders in Verbindung mit Bewegungsmangel ein Risiko dar. Darüber hinaus sorgt ein Vitamin-D-Mangel dafür, dass nicht genug Calcium in den Knochen eingelagert wird. Dies ist bei mangelnder Aufnahme durch Lebensmittel der Fall, aber auch bei Mangel an Sonnenlicht sowie bei Darmerkrankungen, die die Aufnahme erschweren. Dazu gehört die Zöliakie, also die Glutenunverträglichkeit. Weitere Ursachen sind die Einnahme von Glukokortikoiden sowie Alkoholmissbrauch. Das Risiko, an Osteopenie zu erkranken, steigt mit zunehmendem Alter.

Symptome

Da die Osteopenie lediglich eine präklinische Form der Osteoporose darstellt, werden häufig keine oder nur leichte Symptome wahrgenommen. Die meisten Symptome der Osteopenie sind auf den damit einhergehenden Vitamin-D-Mangel oder aber einen Calcium-Mangel zurückzuführen. So kommt es beispielsweise häufig zu Karies, da auch die Zähne demineralisiert sind. Zudem entsteht durch die spröden Knochen ein erhöhtes Risiko für Knochenbrüche. Wer sich bereits bei kleinen Unfällen, beispielsweise beim Umknicken, einen Knochenbruch zuzieht, sollte daher eine Knochendichtemessung bei einem Orthopäden in Betracht ziehen.

Therapie

Die Therapie einer Osteopenie umfasst die Änderung der Lebensgewohnheiten. Ein wichtiger Faktor ist die Bewegung. Regelmäßige körperliche Aktivität, bestenfalls im Freien, sollte mit einer nährstoffreichen Ernährung kombiniert werden. Ab dann sollte auf eine hohe Zufuhr von Vitamin D und Calcium geachtet werden. So kann der Organismus wieder vermehrt Mineralien in die Knochen einbauen. Es existiert darüber hinaus eine medikamentöse Therapie. Bisphosphonate können eingesetzt werden, wenn das Risiko für Knochenbrüche stark erhöht ist. Aufgrund der damit verbundenen Nebenwirkungen sollte die Notwendigkeit dieses Medikaments kritisch hinterfragt werden.

Vorbeugung

Damit es gar nicht erst zu einer Verringerung der Knochendichte kommt, sollte ein gesunder Lebensstil eingehalten werden. Empfehlenswert ist eine Ernährungsweise, die viele Mineralien enthält. Ausdauersport und regelmäßiger Aufenthalt im Freien verringern ebenfalls das Risiko, an Osteopenie zu erkranken. Da der Östrogenspiegel eine wichtige Rolle im Stoffwechsel der Knochen spielt, sollte dieser in der Menopause überwacht werden. Sinnvoll ist außerdem ein regelmäßiger Check-Up beim Orthopäden. Jedes bis jedes zweite Jahr kann eine Knochendichtemessung vorgenommen werden. So erkennen Sie eventuelle Veränderungen frühzeitig und haben die Möglichkeit, dagegen zu steuern.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.