Gehört zu den lebensnotwendigen Aminosäuren

Gesundheitslexikon: Methionin

Methionin ist eine Aminosäure und wird häufig in der Zusatz-Behandlung von Harnwegserkrankungen angewendet
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25. Oktober 2019 - 12:16 Uhr

Methionin - eine Aminosäure von zentraler Bedeutung

Methionin spielt eine zentrale Rolle beim Stoffwechsel. Die Bedeutung dieser Aminosäure erklären wir in diesem Artikel.

Was ist Methionin?

Methionin stellt eine essenzielle Aminosäure dar, die neben Cystein zu den einzigen schwefelhaltigen proteinogenen Aminosäuren gehört. Essenziell bedeutet in diesem Fall, dass diese Aminosäure nicht vom menschlichen Organismus produziert werden kann. Methionin muss also immer von außen über die Nahrung zugeführt werden. Der Schwefel im Molekül ist über eine Thioetherverbindung mit einer Methylgruppe verbunden. Aus diesem Grund beeinflusst Methionin die Eigenschaft der Proteinketten maßgeblich durch die Möglichkeit der Ausbildung von Schwefelbrücken. Im Folgenden wird darauf eingegangen, welche Nahrungsmittel besonders reich an Methionin sind.

Wo kommt Methionin vor?

Methionin ist in den c aller Lebewesen vorhanden - allerdings kann sein Gehalt dort sehr stark schwanken. Es wird ausschließlich als chemisch gebundene Aminosäure über die Nahrung zugeführt. Besonders reichhaltig an Methionin sind beispielsweise folgende Lebensmittel:

  • Fleisch
  • Fisch
  • Eier
  • Milch
  • Sesamkörner
  • Nüsse aller Art
  • Weizenvollkornmehl
  • Maisvollkornmehl
  • Buchweizenmehl
  • ungeschälter Reis
  • getrocknete Sojabohnen
  • getrocknete Erbsen

Da Methionin und Cystein durch ihr Schwefelatom maßgeblich die Struktur von Eiweißen bestimmen, sind sie in Struktur- und Muskeleiweißen besonders häufig vertreten.

Wer braucht Methionin?

Jedes Lebewesen ist auf Methionin angewiesen, weil es einen der Grundbausteine von Eiweißen darstellt. Da der menschliche Organismus es nicht selbst produzieren kann, muss es essenziell über die Nahrung zugeführt werden, um den Bedarf für die Proteinsynthese zu decken. Des Weiteren kann der menschliche Organismus aus Methionin auch Cystein produzieren, ebenfalls eine proteinogene schwefelhaltige Aminosäure, die allerdings nicht essenziell ist. Jede Proteinsynthese beginnt mit Methionin als Startaminosäure. Nach der Synthese der Eiweißkette wird es dann als erste Aminosäure wieder abgetrennt.

Welche Funktionen erfüllt Methionin?

Freies Methionin, welches nicht zur Proteinbiosynthese gebraucht wird, übt vielfältige Funktionen aus. Es dient unter anderem als Methylgruppendonor zur Übertragung von Methylgruppen. Im Rahmen der Methylierung entstehen viele lebensnotwendige Wirkstoffe wie unter anderem Kreatin oder Adrenalin. Kreatin ist für die Muskelkontraktion und Adrenalin für die Bewältigung von Stresssituationen verantwortlich. Des Weiteren werden bei der Methylierung bestimmte Basen an der DNA methyliert und damit markiert. Die DNA-Methylierung dient der Inaktivierung von Genen, welche in der jeweiligen Zelle die Transkription aktuell nicht notwendiger Proteine einstellen. Nur so ist die Differenzierung der einzelnen Organe mit ihren jeweiligen Funktionen möglich.

Methioninmangel und die medizinische Anwendung von Methionin

Bei einem Mangel an Methionin können folgende Symptome auftreten:

  • Leberinsuffizienz
  • Muskelabbau
  • allgemeine Schwäche
  • verlangsamtes Wachstum
  • Veränderungen von Haar und Nägeln
  • Depressionen

Beim Abbau von überschüssigem Methionin entstehen Sulfate (Schwefelsäure), die im Extremfall zu einer Übersäuerung des Blutes (Azidose) führen können. Bei der medizinischen Anwendung von Methionin wird die Tatsache ausgenutzt, dass es bei dessen Abbau zu einer leichten Ansäuerung des Harns kommt. Aus diesem Grund findet es Anwendung in Form von Tabletten bei Blasenentzündungen, zur Vermeidung von Nierensteinen, bei der Optimierung der Wirkung von säureabhängigen Antibiotika und bei der parenteralen Ernährung.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise, hat jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ersetzt daher nicht die Beratung durch einen Arzt oder Apotheker. Da die Medizin sich ständig weiterentwickelt, sollten Sie immer die aktuelle Gebrauchsinformation zu Ihrem Arzneimittel sorgfältig durchlesen und Ihren Arzt oder Apotheker zurate ziehen.