Stimmungshoch statt Winterblues

Gesundheitslexikon: Lichttherapie

Lichttherapie gegen Winterdepression
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07. Oktober 2019 - 11:32 Uhr

Für heitere Sommerlaune auch im tristen Winter – die Lichttherapie

Werden die Tage kälter und der Himmel trüber, verkriechen sich viele Menschen in die eigenen vier Wände. Doch die heimelige Zeit kann auch zum Stimmungskiller werden. Wenn die Laune sinkt und die Gedanken schwer werden, könnte eine regelrechte Winterdepression dahinterstecken. Für rasche Abhilfe gegen die jahreszeitliche Verstimmung soll eine gezielte Lichttherapie sorgen können.

Was ist eine Lichttherapie?

Von einer Lichttherapie oder Lichtdusche spricht man, wenn das Gesicht ganz bewusst den hellen Lichtstrahlen einer speziellen Lampe ausgesetzt wird. Diese suggeriert dem Körper eine relativ normale Bestrahlung durch die Imitation des Sonnenlichts. So wird der Tag-Nacht-Rhythmus positiv beeinflusst, was der langfristigen Stimmungsaufhellung dienen soll. Hintergrund zur Wirkweise ist, dass eine solche Bestrahlung die Ausschüttung des Schlafhormons Melatonin aktiv unterbricht. Das Hormon wird mit der Entwicklung depressiver Verstimmungen in Verbindung gebracht. Stattdessen wird vermehrt Serotonin in den Körper abgegeben. Ihm wird ein stimmungsaufhellender Kurs zugeschrieben.

Wie läuft die Lichttherapie ab?

Die Lichttherapie wird bestenfalls in den frühen Morgenstunden praktiziert. Der Proband platziert sich dafür im Abstand von 50 bis 80 Zentimetern direkt vor einer Tageslichtlampe. Sie strahlt reinweißes Licht mit einer Beleuchtungsstärke von 10.000 Lux aus. Die Anwendung dauert circa 30 Minuten, in denen der Proband zum Beispiel frühstücken oder lesen kann. Tageslichtlampen mit einem reduzierten Spektrum von nur 2.500 Lux müssen für die gleiche Wirksamkeit insgesamt rund zwei Stunden lang auf das Gesicht einstrahlen.

Bei welchen Problemen soll die Lichttherapie helfen?

Viele Menschen halten sich heute nicht mehr lange genug im Freien auf, um die gesundheitsfördernden Effekte des Sonnenlichts nutzen zu können. In der dunklen Jahreszeit kann es, bedingt durch den Lichtmangel, zu einer saisonalen Depression (Winterdepression) kommen. Studien belegen bei einer solchen Diagnose mit der Tageslichttherapie eine effektive Verbesserung des Befindens um 60 bis 90 Prozent. Wird die Maßnahme unterbrochen, kehren die depressiven Krankheitszeichen bei den meisten Menschen sofort zurück. Jüngere Forschungsergebnisse weisen aber auch auf eine Symptomlinderung bei allen anderen Formen der Depression hin. Bei Neurodermitis oder Schuppenflechte kann die Phytotherapie ebenfalls zum Abklingen der Hautreizungen führen. Da die Lichtdusche den Hormonspiegel verändert und vom Körper als Tagesbeginn wahrgenommen wird, bieten einige Fluggesellschaften sie zur Bekämpfung von Jetlag an.

Was sollte man bei der Lichttherapie beachten?

Während der Bestrahlung müssen Sie zwar nicht direkt in die Lampe schauen, doch sollten die Augen geöffnet und nicht durch eine Sonnenbrille verdeckt werden. Phytotherapeutische Präparate wie Johanniskraut, Psychopharmaka oder Antibiotika können die Wirkweise verstärken. Patienten mit einer Vorerkrankung der Augen sollten zunächst mit ihrem behandelnden Arzt sprechen. Die Maßnahme wird meist zu Hause ausgeführt. Dafür ist die Anschaffung einer speziellen Tageslichtleuchte notwendig. Die gesetzlichen Kassen übernehmen die Kosten der Lichttherapie beziehungsweise die Anschaffung eines Gerätes in der Regel nicht. In seltenen Fällen kann es zu Kopfschmerzen, trockenen und brennenden Augen und Schleimhäuten sowie Hautrötungen im Bereich des Gesichts, des Halses und des Dekolletés kommen.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.