Gesundheitslexikon: Hyponatriämie

29. November 2018 - 15:47 Uhr

Die Hyponatriämie – eine Elektrolytstörung mit vielen Gesichtern

Bei der Hyponatriämie handelt es sich um eine Elektrolytstörung, die sich durch einen absoluten oder relativen Mangel an Natrium im Blutserum auszeichnet. In diesem Artikel beschreiben wir die Ursachen, Folgen und Behandlungsmöglichkeiten einer Hyponatriämie.

Was ist eine Hyponatriämie?

Wenn eine Hyponatriämie vorliegt, bedeutet dies, dass die Konzentration von Natrium im Blutserum zu niedrig ist. Natrium ist zusammen mit anderen Elektrolyten für den Aufbau von elektrischer Spannung an den Zellmembranen verantwortlich. Durch Potenzialabbau und Potenzialumkehr wird die Weiterleitung von Nervenimpulsen, die Herztätigkeit und die Muskelarbeit gewährleistet. Für eine reibungslose Funktion muss die Konzentration der Natriumionen in einem bestimmten Bereich liegen. Abweichende Natriumionenkonzentrationen nach oben oder unten führen zu Störungen in der Reizweiterleitung mit teilweise verheerenden Folgen.

Ursachen und Formen

Je nach Ursache gibt es folgende Formen der Hyponatriämie:

- hypovolämische Hyponatriämie

- hypervolämische Hyponatriämie

- isovolämische Hyponatriämie

Die hypovolämische Hyponatriämie bildet sich durch den Verlust von Gesamtkörperwasser bei gleichzeitigem Salzverlust. Ursachen können schwere Durchfälle, Erbrechen, Gabe von Diuretika oder das "zerebrale Salzverlustsyndrom" sein. Bei der hypervolämischen Hyponatriämie ist der Gesamtwassergehalt des Körpers zu hoch. Dieser Zustand kann durch vermehrtes Wassertrinken, Magenspülungen oder krankhaft gesteigertem Durst entstehen. Weitere Ursachen stellen Ödeme bei Herzinsuffizienz, Leberzirrhose, Nierenerkrankungen sowie das nephrotische Syndrom dar. Im Rahmen der isovolämischen Hyponatriämie hält der Körper bei normaler Gesamtnatriumkonzentration Wasser zurück. Als Ursachen kommen Hormonstörungen oder die Einnahme von Wasser zurückhaltenden Medikamenten infrage.

Symptome

Bei einer schnellen Entwicklung der Hyponatriämie entsteht ein Hirnödem, welches sich in Übelkeit, Kopfschmerzen, Zittern und zuweilen in epileptischen Anfällen äußert. Dauert die Ausbildung der Hyponatriämie länger als zwei Tage an, kommt es in der Regel zu Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Verwirrtheit und Veränderungen der Persönlichkeit. Chronische Formen der Hyponatriämie führen neben Aufmerksamkeitsstörungen und Gangunsicherheiten mit häufigen Stürzen auch zu einem verstärkten Abbau von Knochen. Das erhöht das Risiko für Knochenbrüche. Eine stark ausgeprägte Hyponatriämie stellt eine schwerwiegende Komplikation dar, die auch tödlich enden kann.

Diagnose

Im Rahmen von allgemeinen Untersuchungen wird Natrium sehr häufig gemessen. Daher fällt eine Abweichung der Natriumwerte schnell auf. Der Normalwert von Natrium im Blutserum liegt bei 135 bis 150 mmol/l. Die Unterschiede für Neugeborene, Kinder und Erwachsene sind nur geringfügig. Die Hyponatriämie wird außerdem in drei Schweregrade eingeteilt: leicht, mittelschwer und schwer. Gemäß dieser Einteilung liegen die Werte bei 130 bis 135, 120 bis 130 oder unter 120 mmol/l. Zur vollständigen Diagnose müssen jedoch noch andere Faktoren wie die osmotische Konzentration im Blut und Urin gemessen werden.

Therapie

Die Therapie ist abhängig von der jeweiligen Ursache. Bei einem erhöhten Körperwassergehalt beinhaltet die Therapie die Begrenzung der Wasseraufnahme. Wenn die Natriumwerte viel zu niedrig liegen, wird über eine Infusion Kochsalzlösung zugeführt. Der Natriummangel darf nur langsam und unter ständiger ärztlicher Kontrolle ausgeglichen werden. Ansonsten kann es zur sogenannten "Zentralen pontinen Myelinolyse", einer Schädigung von Nervenfasern, kommen. Allgemein gilt aber auch, dass bei einer akuten Hyponatriämie die Natriumsubstitution im Rahmen der Begrenzungen etwas schneller erfolgen sollte als bei der chronischen Form.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.