Die effektive Waffe gegen versteckte Pilzerkrankungen

Gesundheitslexikon: Fluconazol

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6. September 2019 - 10:52 Uhr

Mit Fluconazol Pilzinfektionen behandeln

Eine Pilzerkrankung von Nägeln oder Geschlechtsorganen bleibt selten unentdeckt. Zu deutlich zeigen sich die Symptome – der Leidensdruck ist groß. Was viele Menschen nicht wissen: Pilzinfektionen können auch innerlich auftreten und wichtige Organe, das Blut oder die Lymphknoten betreffen. Vor allem Patienten, die unter einem geschwächten Immunsystem leiden, werden von einer so tückischen Infektion leicht befallen. Mit Fluconazol soll den inneren Pilzsporen der Kampf angesagt werden.

Was ist Fluconazol?

Fluconazol ist ein rezeptpflichtiges Arzneimittel zur Behandlung von Pilzinfektionen. Es gehört zu der Gruppe der Antimykotika. Fluconazol ist noch relativ neu am Markt, weshalb sich noch nicht viele Pilzarten dagegen immunisieren konnten. Daher wird das Mittel vor allem dann eingesetzt, wenn andere Antimykotika keinen Heilungserfolg erzielen konnten. In geringen Dosen wirkt Fluconazol fungistatisch. Der Pilz wird also in seinem Wachstum gehemmt und kann sich nicht weiter ausbreiten. Bei höherer Dosis zeigt sich eine fungizide Wirkung. Dann werden die Pilzzellen abgetötet. Das Mittel agiert mit den meisten Hefepilz-Arten (Candida) und wird bei innerem Pilzbefall verschrieben.

Wie wirkt Fluconazol?

Der Wirkstoff wird vom Patienten oral konsumiert (Lösung zum Einnehmen oder Hartkapseln) und zunächst im Rahmen des menschlichen Stoffwechsels aufgenommen. Über die Blutbahn erreicht die Substanz die erkrankte Stelle. Hier dringen die Derivate des Stoffs, also die veränderte Stammverbindung des Medikaments, in die Zellen des Krankheitserregers ein. Wie alle Lebewesen verfügt auch der Pilz über einen eigenen Stoffwechsel. Der Wirkstoff greift in den Metabolismus des Pilzes ein und verändert ihn. Weil bestimmte Stoffwechselprodukte (Lanosterol und Ergosterol) nun nicht mehr umgewandelt werden können, kann der Pilz keine neuen Zellen entwickeln (Membrandefekt). Er stagniert in seinem Wachstum und geht schließlich ein.

Anwendungsgebiete von Fluconazol

Fluconazol wird therapeutisch beispielsweise bei einer Kryptokokkenmeningitis (Pilzinfektion im Gehirn) oder einer Kokzidioidomykose eingesetzt, also wenn die Atemwege von einem Pilz befallen sind. Auch bei anderen infizierten Organen, beispielsweise dem Herzen oder der Lunge, wird der Wirkstoff genutzt. Ebenso kommt Fluconazol zum Einsatz, wenn sich eine Pilzinfektion an den Schleimhäuten (Mund, Rachen, Zahnfleisch) zeigt. Typische Anwendungsgebiete sind daneben Hautinfektionen (Ringelflechte, Pilzinfektionen unter der Brustfalte oder in der Leiste, Fußpilz, Nagelpilz) oder ein Genitalpilz bei beiden Geschlechtern. Fluconazol kann auch präventiv empfohlen werden, wenn beispielsweise die Rückfallwahrscheinlichkeit sehr hoch ist (geschwächtes Immunsystem) und ein erneutes Ausbrechen der Pilzinfektion unterbunden werden soll.

Was gibt es bei Fluconazol zu beachten?

Häufig reicht eine einzige Medikamentengabe bereits aus. Nach der Einnahme können sich diverse Nebenwirkungen zeigen. Patienten klagen dann besonders über Atemprobleme, Juckreiz und Hautveränderungen (Rötungen, Wasserablagerungen, Blasenbildung). Da der Wirkstoff stark auf die Leber des Patienten wirkt, können sich Appetitlosigkeit, Müdigkeit und eine Gelbfärbung der Haut und Augen zeigen. Zudem kann es zu Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten kommen. Patienten, die Antihistaminika (gegen Allergien) einnehmen, dürfen mit Fluconazol nicht in Kontakt kommen. Gleiches gilt bei der Einnahme des Wirkstoffs Erythromycin (Antibiotikum), Chinidin (Antiarrhythmika), Cisaprid (gegen Magenbeschwerden) oder Pimozid (bei psychischen Erkrankungen).

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel enthält nur allgemeine Informationen und Hinweise über Arzneimittel, hat jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ersetzt daher nicht die Beratung durch einen Arzt oder Apotheker. Da die Medizin sich ständig weiterentwickelt, sollten Sie immer die aktuelle Gebrauchsinformation zu Ihrem Arzneimittel sorgfältig durchlesen und Ihren Arzt oder Apotheker zurate ziehen.