Behandlung von Pilzinfektionen

Gesundheitslexikon: Antimykotika

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2. April 2019 - 11:31 Uhr

Antimykotika - damit Pilze keine Chance haben

Infektionen mit Pilzen kommen relativ häufig vor. Eine schnelle und zuverlässige Behandlung ist in dann nötig. Diesem Zweck dienen Antimykotika, umgangssprachlich auch Antipilzmittel genannt. Es gibt verschiedene Arten von Antimykotika, die sich in ihrer Wirkungsweise voneinander unterscheiden. Mit ihnen therapiert man alle Pilzarten, die im menschlichen Organismus auftreten können, ob im Darm, an den Nägeln, auf der Mundschleimhaut oder im Genitalbereich. Für die einzelnen Arten des Pilzbefalls gibt es unterschiedliche Präparate mit antimykotischen Wirkstoffen.

Was sind Antimykotika und welche Arten gibt es?

Antimykotika sind Medikamente, die unerwünschten Pilzen im menschlichen Organismus entgegenwirken sollen. Antipilzmittel werden in zwei Gruppierungen unterteilt, nämlich die fungistatischen Antimykotika und die fungiziden Antimykotika. Letztere töten die Pilze direkt ab. Die Clotrimazole und Miconazole wirken, indem sie die Membran der Pilze zerstören und den Pilz so abtöten. Fungistatische Antimykotika hingegen zeichnen sich dadurch aus, dass sie das Wachstum sowie die Vermehrung der Pilze hemmen. Zu der Wirkstoffgruppe, die auf diese Weise wirkt, zählen die Imidazole und Triazole. Der Nachteil dieser Wirkstoffe ist jedoch, dass sogenannte ruhende Pilze nicht erfasst werden.

Wirkung von Antimykotika

Antipilzmittel werden auch nach ihrer chemischen Wirkweise unterteilt. So gibt es die Azole, die sich auf den Stoffwechsel der Pilze auswirken. Amorolfin hingegen verhindert, dass die Pilze lebensfähig sind, indem es ihren Aufbau verhindert. Ciclopirox ist ein Wirkstoff, der für die Entstehung von giftigen Stoffwechselprodukten sorgt, die den Pilz vernichten. Auch Flucytosin vergiftet den Pilz, wird jedoch nur angewendet, wenn bereits ein ganzes Organ von einer Pilzinfektion befallen ist. Weitere Untergruppen aus der Reihe der Antimykotika sind die Allylamine, die Thiocarbamate und die Polyen-Antibiotika. Letztere blockieren den Stoffwechsel der Pilze.

Anwendungsgebiete

Bei inneren Pilzinfektionen, etwa im Darm, ist ein orales Präparat erforderlich. Bei Infektionen, die sich im ganzen Körper ausgebreitet haben, kann eine Injektion mit einem Antipilzmittel nötig sein. Pilzinfektionen der Mundschleimhaut werden eher mit Lutschtabletten oder Tropfen zum Einnehmen therapiert. Wenn Hautpilze auftreten (Dermatomykose), kann ein Antimykotikum in Form einer Salbe aufgetragen werden. Gegen Nagelpilz empfiehlt sich das Auftragen eines Nagellacks mit antimykotischen Wirkstoffen. Außerdem werden Antimykotika eingesetzt, wenn Hefepilzinfektionen mit Candida vorliegen. Dies betrifft häufig die Mundschleimhaut. Der Arzt spricht dann von einer Candidose. Weitere Anwendungsgebiete sind Pilzinfektionen des Genitalbereichs, beispielsweise der Vaginalpilz oder das Seborrhoische Ekzem. Kopf und Haare können von einer Trichomykose betroffen sein. Die Windeldermatitis bei Säuglingen und Kleinkindern wird ebenfalls von Candida ausgelöst.

Das müssen Sie beachten

Es gibt viele verschiedene Darreichungsformen für Antimykotika, darunter Tabletten, Salben, Cremes und Sprays, die unkompliziert anzuwenden sind. Viele Antimykotika sind verschreibungspflichtig. Es gibt jedoch auch einige Präparate, die rezeptfrei in der Apotheke zu kaufen sind, beispielsweise Salben gegen Vaginalpilzinfektionen oder Nagellacke gegen Nagelpilze. Welcher Wirkstoff bei einer jeweiligen Infektion mit Pilzen die richtige Wahl ist, entscheidet am besten ein Arzt oder Apotheker. Wichtig ist, dass das Antimykotikum sich zur Bekämpfung der jeweiligen Pilzinfektion eignet und dass der Patient sich genau an die Therapieanweisungen hält.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel enthält nur allgemeine Informationen und Hinweise über Arzneimittel, hat jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ersetzt daher nicht die Beratung durch einen Arzt oder Apotheker. Da die Medizin sich ständig weiterentwickelt, sollten Sie immer die aktuelle Gebrauchsinformation zu Ihrem Arzneimittel sorgfältig durchlesen und Ihren Arzt oder Apotheker zurate ziehen.