Ein hustenstillendes Mittel

Gesundheitslexikon: Dextromethorphan (DXM)

Dextromethorphan ist mit Morphin verwandt und wird hauptsächlich zur Behandlung von trockenem Reizhusten eingesetzt
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10. Juli 2019 - 14:18 Uhr

Dextromethorphan (DXM) – ein Hustenstiller, der oft als Droge missbraucht wird

Bei Dextromethorphan handelt es sich um ein hustenstillendes Mittel, welches vornehmlich bei Reizhusten im Kehlkopf oder trockenem Husten ohne Schleim verschrieben wird. Zudem hat der Wirkstoff eine berauschende Wirkung und kann Halluzinationen herbeiführen, weshalb viele Jugendliche sich diesen in Form von Medikamenten günstig beschaffen und als Droge missbrauchen. Wir erklären, wie Dextromethorphan wirkt, wann es angewendet wird und welche Hinweise zu beachten sind.

Was ist Dextromethorphan?

Dextromethorphan ist ein synthetisch hergestellter Wirkstoff in Arzneimitteln, die zum Stillen und Blocken von Husten angewendet werden (Antitussivum). Darüber hinaus wird Dextromethorphan zusammen mit dem Wirkstoff Chinidin zur Behandlung von pseudobulbären Affektstörungen bei neurologischen Erkrankungen wie etwa amyotropher Lateralsklerose eingesetzt. Dextromethorphan wurde im Rahmen der Forschungsarbeit der CIA und der US Navy entdeckt, im Jahr 1954 patentiert und kurz darauf für den Markt zugelassen. Der Wirkstoff ist verwandt mit Opioiden und zeigt ebenso eine Rauschwirkung, weswegen er als Droge häufig missbraucht wird. Zwar ist das psychische und physische Suchtpotenzial sehr gering, doch eine regelmäßige Einnahme kann zu Suchterscheinung bzw. Sucherkrankung führen.

Wirkung von Dextromethorphan

Dextromethorphan wirkt auf das zentrale Nervensystem. Im Gehirn wird der Hustenreiz durch den Wirkstoff gehemmt, sodass der Patient weniger hustet. Die Dosierung in Medikamenten zur Linderung des Hustenreizes ist so gering, dass weder Atmung bzw. Verdauung beeinflusst noch Schmerzen gelindert werden. Obwohl Dextromethorphan pharmakologisch nicht als Opioid klassifiziert wird, wirkt es antagonistisch am NMDA-Rezeptor und kann dadurch Rauschzustände verursachen. Um einen Medikamentenmissbrauch oder eine Arzneimittelabhängigkeit zu vermeiden, darf das Medikament nur für kurze Zeit und nach Anordnung des behandelnden Arztes verwendet werden. Zudem kann es Müdigkeit verursachen, das Reaktionsvermögen beeinträchtigen und allergische Reaktionen hervorrufen.

Anwendungsgebiete von Dextromethorphan

Dextromethorphan wird bei trockenem Husten ohne Schleim und Auswurf bzw. gegen Reizhusten verschrieben (unproduktiver Husten), zum Beispiel im Rahmen einer Behandlung von Bronchitis oder Erkältungskrankheiten. Ein eventuelles Abhusten ist dennoch möglich. Des Weiteren wird es im Zusammenhang mit Therapien von neuropathischen Schmerzen verwendet oder auch bei pseudobulbären Affektstörungen (PBA) eingesetzt. Dabei handelt es sich um eine neurologische Krankheit, bei welcher der Patient unkontrolliert zu lachen oder zu weinen beginnt, ohne dass dies seinem emotionalen Zustand entspricht. In den USA, Europa und Deutschland hat sich ein Missbrauch des Wirkstoffs als Rauschmittel und als halluzinogene Droge abgezeichnet.

Das müssen Sie beachten

Die Einnahme von Dextromethorphan kann zu einer Reihe von unerwünschten Nebenwirkungen führen, wie beispielsweise Schwindel, Erbrechen oder Halluzinationen. Auf gar keinen Fall sollte Dextromethorphan zusammen mit Alkohol eingenommen werden, da dies zu Übelkeit führen kann. Bei der gemeinsamen Einnahme mit Antidepressiva oder Antihistaminika kann es zu gefährlichen Wechselwirkungen kommen, die Fieber, hohen Blutdruck und sogar den Tod zur Folge haben können. Von einer Verwendung während der Schwangerschaft wird dringend abgeraten, da die Entwicklung des Gehirns des Fötus durch den Arzneistoff negativ beeinflusst werden kann. Patienten, die unter Mukoviszidose leiden, sollten auf Medikamente mit Dextromethorphan verzichten, da es zu einem Stau des Sekrets kommen kann.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel enthält nur allgemeine Informationen und Hinweise über Arzneimittel, hat jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ersetzt daher nicht die Beratung durch einen Arzt oder Apotheker. Da die Medizin sich ständig weiterentwickelt, sollten Sie immer die aktuelle Gebrauchsinformation zu Ihrem Arzneimittel sorgfältig durchlesen und Ihren Arzt oder Apotheker zurate ziehen.