Eine fieberhafte Viruserkrankung

Gesundheitslexikon: Chikungunya (Chikungunya-Fieber)

© deutsche presse agentur

8. Mai 2019 - 14:18 Uhr

Chikungunya - eine exotische Infektionskrankheit

Chikungunya - auch Chikungunya-Fieber - ist eine typische Reisekrankheit. Sie kommt in sämtlichen Ländern des asiatischen und afrikanischen Raumes vor, in Europa werden jedoch relativ wenig Fälle registriert. Der Name der Krankheit stammt aus der Sprache der Makonde, einem Volk aus Tansania. Übersetzt bedeutet er verkrümmen. Der Begriff beschreibt damit die typische Haltung eines Menschen, der an der exotischen Krankheit leidet.

Was ist Chikungunya?

Bei Chikungunya handelt es sich um eine Virusinfektion, die primär in Südostasien und Afrika grassiert. Der Erreger (der CHIK-Virus) wird von den dortigen Stechmücken auf den Menschen übertragen. In Europa kommt es zu verhältnismäßig wenigen Übertragungen. 2014 wurden laut Robert-Koch-Institut beispielsweise nur 162 Betroffene in Deutschland registriert, die sich mit dem CHIK-Virus infiziert hatten. In der Regel verläuft Chikungunya nicht lebensbedrohlich. Eine vollständige Heilung ist jedoch nicht möglich - während die Symptome gelindert werden können, verbleibt der Virus lebenslang im Körper.

Ursachen der exotischen Infektionskrankheit

Zu einer Infektion mit dem Chikungunya-Fieber kommt es durch die spezielle Übertragungsform des Virus auf den Menschen. Diese erfolgt nahezu ausschließlich über Stechmücken. Wenn das Insekt einen Menschen sticht, kann sich der Virus ungehemmt im gesamten Organismus ausbreiten. Die Übertragung kann auch auf umgekehrtem Wege erfolgen - wenn die Mücke einen bereits infizierten Menschen sticht, kann sie den Virus von ihm aufnehmen und an einen anderen Menschen weitergeben. Als weiterer Übertragungsweg gilt die Schwangerschaft. Mütter können den CHIK-Virus auf ihr ungeborenes Kind übertragen.

Symptome des Chikungunya-Fieber

Die Inkubationszeit von Chikungunya beträgt nur wenige Tage. Die Betroffenen erleiden akutes Fieber, das sehr hohe Temperaturen von durchschnittlich 39 Grad Celsius aufweist. Kopfschmerzen sind eine typische Begleiterscheinung. In seltenen Fällen sinkt das Fieber abrupt ab, um kurz darauf genauso spontan wieder zu steigen (biphasischer Fieberverlauf). Spezifischere Merkmale für das Chikungunya-Fieber sind intensive Muskel- und Gelenkschmerzen. Diese können so gravierend sein, dass die Patienten sich kaum aufrichten können. Des Weiteren sind geschwollene Lymphknoten möglich. Hautausschläge, Übelkeit und allgemeines Unwohlsein können ebenso vorkommen. Chikungunya kann aber auch völlig symptomlos verlaufen.

Chikungunya-Fieber: Diagnose

Wenn der Verdacht einer Chikunguya-Erkrankung (nach einer Auslandsreise) besteht, kann ein Facharzt für Tropenmedizin das Krankheitsbild bestimmen. Da die meisten Symptome unspezifisch sind, erfolgt zunächst eine ausgiebige Patientenbefragung. Im Anschluss folgen körperliche Untersuchungen wie das Abtasten der Lymphknoten und Gelenke sowie das Messen der Körpertemperatur. Genaueren Aufschluss können aber nur Laboruntersuchungen liefern. Für die konkrete Diagnose muss der Virus isoliert oder im Erbgut nachgewiesen werden. In den meisten Fällen ist die Anzahl der weißen Blutkörperchen, die der Immunabwehr dienen, stark verringert.

Behandlung von Chikungunya-Fieber

Grundsätzlich lassen sich nur die Symptome lindern. Die Ursachen von Chikungunya können dagegen nicht therapiert werden. Mediziner empfehlen für die Behandlung absolute Bettruhe und eine ausgiebige Flüssigkeitszufuhr. Auch schmerzlindernde Medikamente können die charakteristischen Merkmale eindämmen. Vor allem nicht-steroidale Entzündungshemmer eignen sich für die Behandlung von Chikungunya-Fieber. Physiotherapeutische Maßnahmen gelten ebenfalls als sinnvolle Methode - vor allem dann, wenn die Betroffenen unter starken Gelenkschmerzen leiden. Bei besonders gravierenden Verläufen kann darüber hinaus eine stationäre Beobachtung vonnöten sein.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.