Drohender Erstickungszustand

Gesundheitslexikon: Asphyxie

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2. April 2019 - 11:01 Uhr

Asphyxie: Was steckt hinter dem akuten Sauerstoffmangel?

Eine Asphyxie bezeichnet den Erstickungszustand, der entsteht, wenn die arterielle Sauerstoffkonzentration absinkt (Hypoxie) und gleichzeitig Kohlendioxid zurückgehalten wird (Hyperkapnie). Durch diesen Zustand kommt es bei Patienten zu Erstickungsangst und Panik. Es ist auch eine Form der Asphyxie bei Neugeborenen bekannt, die als Asphyxia neonatorum bezeichnet wird.

Ursachen einer Asphyxie

Die hauptsächlichen Ursachen für den Zustand der Asphyxie sind Atemlähmung, ein Versagen des Herz-Kreislauf-Systems, eine Verlegung der Atemwege sowie eine Herzinsuffizienz. Die fetale oder intrauterine Asphyxie entsteht, wenn der Fötus im Mutterleib durch die Nabelvene nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird. Dieser Fall tritt ein, wenn bei Schwangeren eine Plazentainsuffizienz besteht oder es zu einem Nabelschnurvorfall kommt. Letzteres kann seine Ursache wiederum in einem vorzeitigen Blasensprung haben oder erst während der Geburt eintreten, wenn die Nabelschnur verrutscht. Die Asphyxia neonatorum hat häufig eine unausgereifte Lungenentwicklung bei Frühgeburten als Ursache.

Symptome der Asphyxie

Ein Hauptsymptom der Asphyxie ist die Zyanose. Darunter verstehen Mediziner die Blaufärbung der Haut und Schleimhäute aufgrund des Sauerstoffmangels. Darüber hinaus kommt es zu ausgeprägter Atemnot, wobei das Einatmen sehr kurz und problematisch ist. Häufig kommt es zu pfeifenden Geräuschen. Begleitsymptome einer Asphyxie sind Nervosität, Unruhe, Zittern, Schwitzen sowie Panik und Todesangst. Der Herzschlag und Blutdruck sind bei der Asphyxie beschleunigt, da der Körper versucht, die mangelnde Sauerstoffversorgung zu beheben. Eine länger andauernde Asphyxie hat Folgen wie eine Bewusstseinsstörung und kann sogar bis zum Koma führen.

Diagnose: Asphyxie ist immer ein Notfall

Eine schnelle Diagnose ist lebenswichtig, da die Asphyxie ein Notfall ist. Die Diagnose erfolgt häufig anhand der eindeutigen klinischen Symptome. Bereits die Blaufärbung der Haut genügt, um einen Sauerstoffmangel zu diagnostizieren und Erste-Hilfe-Maßnahmen einzuleiten. Beim Neugeborenen wird mithilfe des sogenannten Apgar-Scores beurteilt, ob eine Asphyxie vorliegt. Dieser beinhaltet die Beurteilung der Hautfarbe, des Pulses, der Reflexe beim Absaugen, der Muskelaktivität sowie der Atmung. Der Score wird im Abstand von einigen Minuten mehrmals erhoben und gibt Auskunft über den Sauerstoffzustand des Neugeborenen.

Behandlung/Therapie

Wird die Asphyxie nicht behandelt, kommt es zum Atem- sowie zum Herzstillstand und damit zum Tod. Schnelle Erste-Hilfe-Maßnahmen sind daher lebensrettend. Diese beinhalten zunächst das Überstrecken des Kopfes, damit die Atemwege frei sind. Atmet der Patient nicht mehr, muss eine Mund-zu-Mund-Beatmung und eine Herzdruckmassage erfolgen. Auch die Beatmung mit einer Sauerstoffmaske oder durch einen Tubus sind therapeutische Mittel bei einer Asphyxie. Zusätzlich wird der Arzt ein Elektrokardiogramm laufen lassen, den Atemrhythmus sowie den Blutdruck kontrollieren und den Sauerstoff- und Kohlenstoffdioxidgehalt im Blut überwachen.

Vorbeugung gegen eine Asphyxie

Einer Asphyxie kann vorgebeugt werden, indem stets eine gute Sauerstoffzufuhr gewährleistet wird. Dazu gehört es, für einen stabilen Kreislauf zu sorgen, keine Örtlichkeiten mit Gefahr des Sauerstoffmangels aufzusuchen (große Menschenansammlungen auf engem Raum ohne vernünftige Lüftung) und Sicherheitsvorkehrungen stets einzuhalten, beispielsweise bei Wanderungen oder in öffentlichen Gewässern. Neugeborene sollten in einer rauchfreien Wohnung leben und bei 16 bis 18 Grad Raumtemperatur sowie in Rückenlage schlafen. Zusätzlich ist darauf zu achten, dass keine Gegenstände in der Nähe des Kopfes liegen, die die Sauerstoffzufuhr erschweren könnten.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.