Zyklusanomalien weisen auf hormonelle Störungen hin

Gesundheitslexikon: Amenorrhoe (Ausbleiben der Periode)

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7. März 2019 - 11:33 Uhr

Die Periode bleibt aus? Das kann hinter Amenorrhoe stecken

Panik! Das ist für junge Frauen oft die erste Reaktion, wenn die Periode ausbleibt. So lästig die Regelblutung für viele auch ist, so unangenehm ist die Aussicht auf eine ungewollte Schwangerschaft. Die medizinische Fachsprache bezeichnet die ausbleibende Periode als Amenorrhoe (Amenorrhö). Was in der Schwangerschaft und Stillperiode ein vorgesehener Zustand ist, kann außerhalb davon verschiedene Krankheiten andeuten. Zyklusanomalien wie die ausbleibende Regelblutung weisen auf hormonelle Störungen verschiedener Ursachen hin.

Was ist Amenorrhoe?

Mediziner unterscheiden das Ausbleiben der Regelblutung in primäre und sekundäre Amenorrhoe. Die Primärform betrifft Patientinnen, die im 16. Lebensjahr noch keine Menstruation erlebt haben. Bei der Sekundärform haben die Betroffenen bereits normale Regelblutungen erlebt. Solange sich die Periode nur um einige Tage verzögert, spricht der Frauenarzt nicht unbedingt von Amenorrhoe, sondern von einem unregelmäßigen Zyklus. Zyklusunregelmäßigkeiten lernen die meisten Frauen in ihrem Leben kennen. Menschen sind schließlich keine Computer: Faktoren wie Belastungen, Klima- oder Ortswechsel und Essverhalten beeinflussen den Hormonhaushalt.

Ursachen für das Ausbleiben der Periode

Wenn bis zum 16. Lebensjahr keine Monatsblutung auftritt und die Betroffene somit die Geschlechtsreife nicht erreicht, kann das an verschiedenen Dingen liegen. Vielleicht liegt eine genetische Anomalie oder eine Genitalfehlbildung vor. Auch Eierstockanomalien oder hormonelle Störungen können Ursachen sein. Anders als die primäre hat die sekundäre Amenorrhö nicht immer körperliche Ursachen. Mögliche Gründe sind:

- Stillphase

- körperlicher Stress

- Reisen

- Leistungssport

- psychische Belastungen wie Entscheidungen oder familiäre Ereignisse

- Gewichtsschwankungen

- Mangelernährung

- Stoffwechselerkrankungen

- polycystisches Ovarien-Syndrom

- Eierstocktumore

- schwere Allgemeinerkrankungen

- Medikamente wie Psychopharmaka oder Blutdrucksenker

- Absetzung hormoneller Verhütungsmittel

Diagnose und Symptome

Tritt einmal eine verzögerte Regelblutung auf oder leiden Sie schon immer an unregelmäßigem Zyklus, müssen Sie nicht gleich zum Frauenarzt. Falls die Menstruation von einem Monat auf den anderen von regelmäßig zu unregelmäßig wechselt oder die Blutung über längere Zeit vollständig ausbleibt, ist Ursachenforschung angezeigt. Der Arzt erhebt im Gespräch zunächst die Krankheitsgeschichte. Anschließend findet ein Schwangerschaftstest statt. Durch gynäkologische Untersuchungen sollen schwerwiegendere Erkrankungen wie Eierstockkrebs ausgeschlossen werden.

Gegebenenfalls wird untersucht, ob andere Erkrankungen vorliegen. Das Ausbleiben der Regelblutung kann von verschiedenen Symptomen begleitet werden. Mögliche Begleitsymptome sind Haarausfall, Kopfschmerzen oder Hautausschläge. Auch Magendarmbeschwerden wie Durchfall, Unterleibsschmerzen, Brustschmerzen oder Müdigkeit können auftreten. Es kann sogar zu psychischen Verstimmungen wie Depression oder Gereiztheit kommen.

Therapie und Vorbeugung

Die Behandlung jeder Amenorrhoe hängt von der Ursache ab. Bei Hormonstörungen findet eine Hormontherapie statt. Bei organischen Funktionsstörungen wie beispielsweise Eierstockkrebs kann eine Operation helfen. Falls stattdessen psychische Belastungen für die Zyklusstörung verantwortlich sind, helfen Entspannungsmethoden oder bei schwerwiegenden Belastungen Psychotherapien. Gezielter Stressabbau im Rahmen einer Behandlung kann einer Amenhorrhoe auch vorbeugen. Allerdings lässt sich nicht jeder Auslöser der Amenorrhoe einfach vermeiden. Man kann höchstens mögliche Ursachen wie psychische und körperliche Extrembelastungen kontrollieren. In Einzelfällen muss zur Problemlösung keine Therapie stattfinden. Wer lediglich auf Orts- oder Klimawechsel mit Ausbleiben der Periode reagiert, dessen Zyklus pendelt sich von selbst wieder ein.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.