Gerüchte um damalige Pleite werden laut: Hätte der 1. FC Kaiserslautern 2008 absteigen müssen?

1. FC Kaiserslautern
1. FC Kaiserslautern
imago sportfotodienst, imago/Thomas Frey

Anstatt des 1. FC Kaiserslautern stiegen die Kickers Offenbach ab

Dem Nachrichtenmagazin 'RTL Nachtjournal' liegen Dokumente vor, die darauf hindeuten, dass der 1. FC Kaiserslautern im Februar 2008 insolvent war. Damit hätte der Traditionsverein aus der zweiten Bundesliga absteigen können.

Doch der 1. FCK behielt seine Position, obwohl interne Unterlagen belegen, dass der Fußballverein bis Juni 2008 die monatliche Stadionmiete in Höhe von 317.000 Euro nicht bezahlt hat. Leidtragender war am Ende der Saison aber ein anderer Verein: Die Kickers Offenbach stiegen in die dritte Liga ab und haben sich seither nie wieder erholt.

Nach Durchsicht der internen Jahresabschlussberichte bestätigt der renommierte Wirtschaftsprüfer Gero Hagemeister, dass der 1. FCK im besagten Zeitraum ein existenzielles Liquiditätsproblem hatte. Doch wenn ein Verein zahlungsunfähig ist, muss er Insolvenz anmelden. Nach den Statuten der Deutschen Fußball Liga (DFL) werden dem Verein in einer solchen Situation neun Punkte abgezogen. Demnach wäre der 1. FC Kaiserslautern am Ende der Saison 2007/2008 vom 13. auf den 17. Tabellenplatz abgerutscht und somit abgestiegen. Von DFL-Seite gab es zu den Recherchen auf Nachfrage des 'RTL Nachtjournals' keine Stellungnahme.

Die investigativen RTL-Reporter Wolfram Kuhnigk aus der Redaktion 'Explosiv' und Sascha Szebel vom 'Nachtjournal' haben zu dem Thema über Monate recherchiert, mit Insidern gesprochen und Beweise gesammelt. Das 'RTL Nachtjournal' rollt die Recherchen am Freitag um 00:15 Uhr in dem Spezial 'Der Betze brennt – hätte der 1. FC Kaiserslautern 2008 absteigen müssen?' auf.

Offenbacher Kickers wittern Chance für sich

Auch die Offenbacher Kickers haben bereits angekündigt, rechtliche Schritte prüfen zu wollen. Denn der Abstieg hat den Verein Millionen gekostet. "Da reden wir sicher über einen ordentlichen siebenstelligen Betrag", sagt Helmut Spahn, Präsident der Kickers und fügt an: "Wir müssen uns mit unseren Juristen zusammensetzen und überlegen, welche Schritte wir gehen."

Die damals Verantwortlichen des 1. FC Kaiserslautern, Aufsichtsratschef Dieter Buchholz und der Vorstandsvorsitzende Erwin Göbel, streiten auf Nachfragen des 'RTL Nachtjournals' die Insolvenzsituation 2008 ab. Fritz Grünewalt, Finanzvorstand des FCK von 2010 bis 2016, bestätigt jedoch die Gerüchte um die damalige Pleite: "Ja, es gibt ja diverse Belege und Dokumente, die das aufzeigen."

Der Nachrichtensender n-tv zeigt das 'RTL Nachtjournal Spezial' am Freitag in einer Wiederholung ab 14:30 Uhr.