Kölner Gastwirt befürchtet Restaurantsterben

"2Gplus wäre der Todesstoß für die Gastronomie"

07. Januar 2022 - 12:55 Uhr

Politik vs. Gastronomie

Am Nachmittag beraten Bundes- und Landesregierungen über neue, weitreichendere Coronamaßnahmen. Ein Knackpunkt: 2Gplus in der Gastronomie. Während die Politik die Maßnahme mit Blick auf die neue Omikron-Variante verteidigt, befürchten erste Gastwirte ein Gastro-Sterben wegen ausbleibender Gäste. Die Politik handelt jedoch schnell und bringt eine neue Überbrückungshilfe auf den Weg.

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Gastwirt: Das wäre der "Todesstoß für die Gastronomie"

Alexander Manek ist eine Größe in der Kölner Gastro-Branche. Dem Gastronom und Geschäftsmann gehören mehrere Brauhäuser, Restaurants und Kneipen in der Domstadt. Mit Blick auf die bundesweit geplante 2Gplus-Regelung in der Gastronomie befürchtet er aber Schlimmstes. "Ich glaube, dass das einfach der Todesstoß für die Gastronomie wäre", so Manek.

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Er befürchtet, dass die ohnehin schon geringe Gästezahl noch einmal drastisch sinken könnte. "Ich glaube, das würde das Fass zum Überlaufen bringen." Manek rechnet im Fall eines Beschlusses damit, dass er nur noch ein Drittel seiner Gäste bewirten kann, mit dramatischen Auswirkungen fürs Personal. "Ein Lockdown wäre uns lieber."

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"Wir haben uns den Arsch aufgerissen"

Die Politik in Person von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hatte die 2Gplus-Regelung im RTL-Interview noch verteidigt. "Die Gastronomie ist ein Problembereich, da sitzt man ohne Maske oft für Stunden", sagte Lauterbach bei RTL-Direkt.

Für Manek ist eine solche Aussage völlig unverständlich. Die Gastronomie sei definitiv kein Pandemietreiber. "Wir haben immer bewiesen, dass wir immer sofort auf neue Verordnungen reagiert haben. Wir haben alles getan und uns sozusagen den Arsch aufgerissen und werden trotzdem als Pandemietreiber dargestellt. Das ist falsch."

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"Die Infrastruktur ist doch inzwischen so gut"

Doch Maneks Meinung gilt nicht für alle Gastronomen. Dave Black, ebenfalls Gastwirt in Köln, begrüßt die neue Regelung. "Ich sehe das generell positiv. Es ist einfach noch mal sichergestellter, dass wir alle sicher durch den Abend kommen", so Black im RTL-Interview.

Auch um die Gäste müsse man sich keine Sorgen machen. "Die Infrastruktur ist doch inzwischen so gut. Wir haben Testzentren sehr, sehr nah. Wir sind gesegnet mit Stammgästen, die auch die Hürde in Kauf nehmen, um bei uns einen schönen Abend zu verbringen."

Um die immer neuen Verordnungen gerecht zu werden, setzt Black in seinem Lokal "Moselstübchen" auf Flexibilität. "Wir haben (in der Vergangenheit, Anm. der Redaktion) mit Take-away, mit Lieferanten gearbeitet und Flyer verteilt, um die Gäste noch einmal privat anzusprechen."

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Politik bringt Überbrückungshilfe IV auf den Weg

Unterdessen handelt auch die Politik, um die Einbußen durch die 2Glpus-Regel abzufedern. "Wir wissen, dass es für viele Unternehmen aufwändig und kostspielig ist, 2G Regeln umzusetzen oder andere Corona-Zutrittsbeschränkungen zu vollziehen", so Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck. Daher sei er sehr froh, dass die Bundesregierung den betroffenen Unternehmen mit der Überbrückungshilfe IV sehr schnell eine helfende Hand reichen könne.

Habeck betont, dass man die Hilfen noch einmal aufgestockt habe. In der Überbrückungshilfe IV würden nicht nur Sachkosten angerechnet, sondern auch Personalkosten, die bei der Umsetzung der G-Regeln entstehen.

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