Gute Nachrichten!

Fünf grüne Fakten aus dem Norden

Ein Mohnfeld auf dem niedersächsischen Land.
Ein Mohnfeld auf dem niedersächsischen Land.
© RTL Nord, Kim Umlauf

07. Mai 2021 - 14:07 Uhr

Gute Nachrichten für die Seele

Wer kennt es nicht? Jeden Tag rasseln negative Schlagzeilen und schlechte Neuigkeiten auf uns ein. So viel und so schnell – gerade in diesen Zeiten – dass kaum noch Möglichkeiten zum Durchatmen bleiben. Deshalb haben wir fünf gute Nachrichten aus dem Norden für Sie, die momentan vielleicht nicht genug Aufmerksamkeit bekommen.

Niedersächsischer Weg für mehr Arten- und Naturschutz

"Der Niedersächsische Weg" als Zeichnung.
"Der Niedersächsische Weg" als Zeichnung. Quelle: ML/Tanja Wehr
© Tanja Wehr

Es ist eine bundesweit einmalige Vereinbarung, die die niedersächsische Landesregierung, das Landvolk, die Landwirtschaftskammer sowie Natur- und Umweltverbände auf einem Bauernhof in Wunstorf (bei Hannover) getroffen haben: "Der Niedersächsische Weg". In dem Vertrag verpflichten sich alle Beteiligten gemeinsam zu großen Anstrengungen bei Natur- und Artenschutz, bei Biodiversität und beim Umgang mit der Ressource Landschaft.

Die Vereinbarung umfasst 15 Punkte. Unter anderem soll der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln nachweislich reduziert werden. An sogenannten Gewässerrandstreifen (festgelegte Schutzbereiche an Fließ- und Standgewässern) ist der Einsatz von Dünger komplett untersagt. Die Landwirte bekommen einen finanziellen Ausgleich, falls sie dadurch einen wirtschaftlichen Ausfall haben. Außerdem soll der Öko-Landbau gefördert und Insekten- und Vogelschutzprogramme durchgeführt werden – auch die niedersächsischen Moore und die Wälder werden berücksichtigt: "Der Sicherung und Entwicklung des Waldes als Lebensraum für wildlebende Tiere und wildwachsende Pflanzen ist in besonderer Weise Rechnung zu tragen. Künftig werden grundsätzlich nur standortgerechte, europäische Baumarten im Rahmen der waldbaulichen Förderung gefördert." heißt es in der Vereinbarung des Maßnahmenpaketes.

Landflucht? Von wegen!

Neubau Einfamilienhaus
Symbolbild: Neubau Einfamilienhaus. Foto: B. Wüstneck/Archivbild
© deutsche presse agentur

Mehreren Medienberichten zufolge soll es einen Trend Richtung Landleben gehen. Auch begünstigt durch Corona und Home Office, ziehe es viele Menschen raus aus der Großstadt. Dem RND gegenüber betont Wissenschaftler Matthias Günther vom Eduard-Pestel-Institut in Hannover, dass es zwar noch keine repräsentativen Untersuchungen gibt, "aber es gibt eben diverse Orte, die plötzlich eine Nachfrage sehen, die wir bisher nicht hatten".

Auch die hamburgischen Immobilienmakler registrieren eine Veränderung: "Die Corona-Pandemie hat den Trend zur Landlust weiter verstärkt. Neben den Top-Lagen in den deutschen Innenstädten verzeichnen die Vororte und ländliche Regionen im Umland der großen Metropolen derzeit ein deutliches Nachfragewachstum.", heißt es in einer Marktanalyse von Engel & Völkers.

In Bremen ist das Phänomen laut Weserkurier ebenfalls zu beobachten: "Erstmals seit fast 20 Jahren hat es laut Statistischem Landesamt in Bremen mehr Fort- als Zuzüge gegeben. Im Jahr 2019 verließen demnach 31.711 Menschen die Hansestadt, 30.688 zogen nach Bremen – ein Minus von 1023. Für das Corona-Jahr 2020 liegt die Statistik nur bis Oktober vor, aber auch hier zeichnet sich ein negatives Ergebnis ab."

Die Menschen im Norden zieht es wohl scheinbar immer mehr ins Grün.

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Hamburg will grüne Fassaden

So soll die begrünte Halle 36 in Hamburg in einigen Jahren aussehen.
So soll die begrünte Halle 36 in Hamburg in einigen Jahren aussehen.
© L + Landschaftsarchitekten / Visualisierung luminousfields

Doch auch die Städte wollen grüner werden! In Hamburg startete im April ein großes Pilotprojekt, das zeigen soll was in Hamburg möglich ist, um die Stadt trotz Bevölkerungswachstum und notwendigem Wohnungsbau grün zu halten, beziehungsweise grüner zu machen. Die Wände und das Dach des Wissenschaftsgebäudes auf dem DESY-Forschungsgelände (Deutsches Elektronen-Synchrotron) wird begrünt. Das sind 4.600m²! Fast ein halber Hektar Wiese am Gebäude. Die Umweltbehörde fördert das Projekt mit 410.000 Euro. Umweltsenator Jens Kerstan erläutert dazu: "Die Fassadenbegrünung in Verbindung mit einem konsequenten Regenwassermanagement liefert hierzu einen wichtigen Beitrag. Die Fassadenbegrünung verbessert das örtliche Mikroklima und Arbeitsumfeld in den Bestandsgebäuden und der nahen Umgebung durch die Kühlungseffekte und erzielt Einspareffekte an nötiger Kälteleistung für die Klimatisierung der großen Versuchshallen. Und es sieht ansprechend aus."

Doch auch private Begrünungen werden in Hamburg gefördert: Eigentümerinnen und Eigentümer, die eine begrünte Pergola, vertikale Gärten oder Fassadengrün anlegen, können bis zu 40 Prozent der Kosten, maximal 100.000 Euro, erhalten.

Schleswig-Holstein setzt auf Erneuerbare Energien

15.03.2021, Schleswig-Holstein, Dagebüll: Ein Schaf steht auf einem Deich an der Nordseeküste bei Dagebüll. Im Hintergrund sind Rotoren von Windrädern zu sehen. Foto: Gregor Fischer/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Symbolbild erneuerbare Energien in Schleswig-Holstein.
© dpa, Gregor Fischer, fis exa

Viel freie Fläche, Wind und Wasser: "Schleswig-Holstein wird aufgrund seiner geographischen Lage und des anhaltend weiter fortschreitenden Ausbaus der Onshore-Windenergie immer mehr zur "Energiedrehscheibe" zwischen Deutschland und den skandinavischen Ländern." heißt es auf der offiziellen Internetseite. Mit rund 3000 Windenergieanlagen, machen sie über die Hälfte der gesamten Stromproduktion des nördlichsten Bundeslandes aus.

Laut "Herzogtum direkt" bricht Schleswig-Holstein im vergangenen Jahr einen Rekord: "So wurden 2020 rund 6,99 Millionen Megawattstunden (MWh) grüner Energie über die Leitungen von SH Netz nach Süddeutschland exportiert." Das sei der höchste Wert aller Zeiten und fast 900.000 MWh (entspricht einem jährlichen Strombedarf von 250.000 Dreipersonenhaushalten) mehr als noch im Vorjahr. Zum Vergleich: Im Jahr 2014 lag, nach Angaben der Online-Zeitung, der Stromexport aus Schleswig-Holstein noch bei rund 2,34 Millionen MWh.

Fischer helfen gegen Müll in der Nord- und Ostsee

Fishing for Litter Infografik Ausschnitt. Quelle: Nabu
Fishing for Litter Infografik Ausschnitt. Quelle: Nabu
© Text: Nils Möllmann, Grit Schneider | Gestaltung: stockmarpluswalter.de

170 Fischer in 18 Häfen an der deutschen Nord- und Ostseeküste beteiligen sich mittlerweile an dem Projekt "Fishing for Litter". Auf den Schifffahrten verfangen sich in Netzen teilweise hohe Mengen Abfall, der in der Vergangenheit nicht fachgerecht entsorgt wurde. Mittlerweile ist das anders: "Die Fischer*innen erhalten große Sammelsäcke, in denen sie den Müll, der sich in den Netzen verfängt, sammeln und in den Hafen transportieren können. Hier stehen Container für die Entsorgung bereit. Der Müll wird dann aufwändig sortiert und dokumentiert, um wichtige Informationen zur Zusammensetzung und Herkunft der Abfälle zu sammeln." schreibt der Naturschutzbund Deutschland (NABU), der das Projekt mit ins Leben gerufen hat.

Seit 2011 wurden so mehr als 50 Tonnen Fundstücke wie Plastikteile, Tauknäuel oder auch Lebensmittel- und Fastfoodverpackungen aus den Meeren geholt und sortiert (Stand 2020). Nach der Sortierung kann der gefischte Müll idealerweise noch recycelt und zu etwas neuem wiederbelebt werden.

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