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Führerschein-Umtausch im Januar 2022: Frist für viele Jahrgänge endet bald

Frist für einige Jahrgänge endet bald

Langsam wird es eng: Millionen Führerscheine noch nicht umgetauscht

ARCHIV - 30.01.2017, Berlin: Das Foto zeigt einen alten Führerschein und einen neuen im Scheck-Format. Viele Städte in Nordrhein-Westfalen rechnen in den nächsten Wochen mit einem Ansturm von Bürgern, die ihren alten Führerschein umtauschen lassen mö
Wer noch einen solchen Führerschein besitzt, sollte sich nach der Frist für den Umtausch erkundigen.
tsn ney fdt pa axs, dpa, Andrea Warnecke

Ämter erwarten einen Ansturm

Der neue EU-Führerschein soll fälschungssicher und einheitlich sein. Bisher läuft die Umstellung in vielen Bundesländern eher schleppend. Doch die erste Umtauschfrist endet bereits in wenigen Wochen - das dürfte so manchen Bürger auf Trab bringen und für Engpässe bei den Ämtern sorgen.

Die Jahrgänge 1953 bis 1958 müssen sich zeitnah kümmern

Viele Städte rechnen in den nächsten Wochen mit einem Ansturm von Bürgern, die ihren alten Führerschein umtauschen lassen möchten. Alle Führerscheine, die vor 2013 ausgestellt wurden, müssen bis 2033 in ein EU-einheitliches Dokument umgetauscht werden. Für Führerscheininhaber, die zwischen 1953 und 1958 geboren sind, endet die Frist bereits am 19. Januar 2022. Doch wenige Wochen vor Ablauf haben sich noch längst nicht alle Betroffenen darum gekümmert, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab.

Lese-Tipp: Welche Jahrgänge bis wann Zeit haben, ihren alten Führerschein umzutauschen haben wir hier in einer Tabelle aufgelistet

In Köln etwa wurden für die entsprechenden Geburtsjahrgänge rund 50.000 Führerscheine ausgestellt - doch bisher haben erst 8.400 Bürger den Pflichtumtausch erledigt oder beantragt. Bisher gebe es keinen „Run“ auf die Termine. Aber die Stadt geht nach Angaben einer Sprecherin davon aus, dass die Nachfrage kurz vor Fristende rapide steigen wird. Sie will mit einem „guten Terminangebot“ darauf reagieren - „soweit es personell möglich ist“.

Vielerorts werden die Termine bis zum 19. Januar eng

In Essen übersteigt die Nachfrage inzwischen das Kontingent an vorhandenen Terminen. „Die regelmäßig eingestellten Termine sind innerhalb kürzester Zeit vollständig vergeben“, sagte ein Sprecher. 2021 seien bisher etwa 7.500 Anträge bearbeitet worden - mit zuletzt deutlich steigender Tendenz. Deshalb habe die Fahrerlaubnisbehörde nun zusätzlich auch an einigen Samstagen geöffnet.

Düsseldorf hat 2021 rund 4.700 Anträge registriert - allein 1.100 davon im November. Die Behörde will nach Angaben eines Sprechers „zeitnah weitere Arbeitskapazitäten“ bereitstellen und die Möglichkeit, Anträge online zu stellen, weiter ausbauen. Auch die Stadt Dortmund hat mit einem zusätzlichen Terminangebot auf die erhöhte Nachfrage reagiert. Bisher seien freie Termine noch gut erhältlich - doch mit zunehmenden Andrang werde wohl nicht mehr jeder seinen Wunschtermin bekommen können.

Die Stadt Wilhelmshaven teilte kürzlich mit, alle Termine für einen Umtausch seien bereits bis Mitte Januar ausgebucht. Auch die Region Hannover verzeichnet aktuell mehr Anträge. Da der Mehraufwand absehbar war, habe man auch mehr Personal eingestellt. "Allerdings hat die Corona-Pandemie dieser Vorausplanung einen Strich durch die Rechnung gemacht", teilte eine Sprecherin mit. Mitarbeiter seien zur Unterstützung an das Gesundheitsamt abgegeben worden.

Zahlenmäßig gehen die Behörden vielerorts von einem erheblichen Rückstau aus. Im Harz liegt der noch ausstehende Bedarf bis zur Frist bei näherungsweise 6.500 Führerscheinen. Bisher wurden lediglich 2.800 Dokumente bearbeitet. "Bei einer durchschnittlichen Rate von geschätzt 800 - 1.000 Umstellungen pro Monat in der jetzigen Situation, werden wir das Zieldatum 19. Januar 2022 verfehlen", sagte eine Sprecherin des Kreises. Im Landkreis Wittenberg werden noch rund 2.500 weitere Umtauschverfahren erwartet.

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Wer die Frist verpasst, riskiert ein Warngeld

Wer den 19. Januar verstreichen lässt und weiter mit seinem alten Führerschein fährt, riskiert ein Verwarngeld von zehn Euro. „Bei Führerscheinen, die nicht innerhalb der Frist umgetauscht werden konnten, erlischt nicht die Fahrerlaubnis, sondern lediglich das Dokument Führerschein verliert seine Gültigkeit“, erläuterte eine Sprecherin der Stadt Köln. Ein Umtausch sei auch nach dem Stichtag noch möglich. Im Ausland kann das Fahren mit dem alten Führerschein dann aber zum Problem werden.

Der Umtausch in den neuen Führerschein kostet laut ADAC rund 25 Euro plus die Kosten für das biometrische Passfoto. (dpa/lra)