Führerscheinprüfung ändert sich ab 2021

Erteilung der Fahrerlaubnis wird teurer und dauert länger

Führerscheinprüfung
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24. Dezember 2020 - 9:39 Uhr

Optimierte Praktische Fahrerlaubnisprüfung soll Fahrausbildung besser machen

Auch wenn im Corona-Jahr 2020 viele Fahrschüler von den allgemeinen Einschränkungen betroffen waren, gibt es für das Jahr 2021 Neuigkeiten: Denn ab Januar gilt bundesweit die "Optimierte Praktische Fahrerlaubnisprüfung" (OPFEP). Die neue Fahrerlaubnisprüfung soll dazu beitragen, das besonders hohe Unfallrisiko von Fahranfängern weiter zu verringern.

Neue Bewertungskriterien für Fahrprüfung

"Wir machen die Fahrausbildung noch besser, objektiver und transparenter", sagte Andreas Scheuer, Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur. "Mit dem neuen Verfahren schaffen wir ausführliche Standards - vom digitalen Prüfprotokoll bis zum Feedbackgespräch. Das sind klare Vorgaben für mehr Verkehrssicherheit!"

Kern der OPFEP ist ein ausführlicher Katalog, der erstmalig alle Anforderungen zu sicherheitsrelevanten Fahraufgaben und deren Bewertungskriterien im Detail beschreibt.

  • Was ist bei der Fahrt in einem Kreisverkehr zu beachten?
  • Wie erfolgt ein Spurwechsel zum Beispiel auf der Autobahn sicher?
  • Was ist beim Rechtsabbiegen an einer Kreuzung zu beachten?

Laut TÜV wurden die bereits geltenden Bewertungs- und Entscheidungskriterien konkretisiert, erweitert und an neue verkehrswissenschaftliche Erkenntnisse zu typischen Fahranfängerdefiziten angepasst.

Fahrprüfer müssen Bewertungen in ein digitales Prüfprotokoll (ePp) eingeben

Umstellen müssen sich nicht nur die Fahrschüler, sondern auch die Fahrprüfer: Statt der bislang üblichen handschriftlichen Dokumentation gibt der Fahrprüfer ab Januar 2021 seine Bewertungen während der Prüffahrt in ein digitales Prüfprotokoll (ePp) auf einem Tablet-Computer ein. Im ePp werden die durchzuführenden Fahraufgaben sowie die jeweiligen Bewertungskriterien (überdurchschnittliche Leistungen und Fehler) angezeigt.

Nach der Prüfungsfahrt bewertet und dokumentiert der Prüfer zusammenfassend die Fahrkompetenz der Fahrschülers. Alle Entscheidungen - von der Bewertung einzelner Verhaltensweisen bis zur Prüfungsentscheidung - soll auch bei der Verwendung des ePp der Fahrprüfer treffen. Das Programm soll unterstützen und die Prüfungsentscheidung nachvollziehbarer machen. "Damit erleichtern wir den Prüfern die objektive Einschätzung der Fahrleistung und schaffen gleichzeitig mehr Transparenz für die Prüflinge", erklärt Dr. Dirk Stenkamp, Präsident des TÜV-Verbands.

Führerscheinprüfung dauert länger und wird teurer

Die neue "Optimierten Praktischen Fahrerlaubnisprüfung" dauert insgesamt rund 10 Minute länger als die Führerscheinprüfung bislang benötigte. 5 Minuten zusätzlich benötigen die neuen sicherheitsrelevanten Fahraufgaben, hinzu kommen weitere 5 Minuten für das Feedbackgespräch und die Kompetenzeinschätzung.

Nicht nur die Dauer der praktischen Fahrprüfung erhöht sich deutlich, auch die Preise steigen kräftig. Nach Angaben der Dekra kostet die Prüfung dann nicht mehr wie momentan knapp 90 Euro, sondern etwa 117 Euro. Sicherheit hat ihren Preis.

Quelle: TÜV e.V. / RTL.de