Rückzahlung der Corona-Hilfe bringt viele Betriebe in Existenznot

Friseurmeister übersteht Jahrhundert-Flut und Corona-Lockdown

22. Dezember 2021 - 16:00 Uhr

Für viele Betriebe könnte sofortige Rückzahlung der Corona-Hilfen das Aus bedeuten

Es war die Ruhe vor dem Sturm: Viele Friseurbetriebe konnten sich trotz Lockdown-Schließungen im Jahr 2020 gerade so halten. Doch jetzt rollt die vierte Corona-Welle übers Land und auch die Omikron-Variante breitet sich explosionsartig aus. Ausgerechnet jetzt sollen viele kleine Betriebe einen Großteil der Corona-Hilfen zurückzahlen. Für viele Betriebe könnte es das Aus bedeuten. Im Video berichtet Friseurmeister Thomas Ritter, wie er trotz Jahrhundert-Flut und Corona-Lockdown seinen Betrieb halten kann – und die Rückzahlung der Corona-Hilfen ihn jetzt wieder vor eine große Bewährungsprobe stellt.

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Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks fordert neue Berechnungsgrundlage

Rückzahlungen von Corona-Hilfen könnten im Friseurhandwerk nachträglich eine Insolvenzwelle auslösen, warnt der Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks. Die Lage sei angesichts der aktuellen Corona-Lage sehr angespannt. "2G-Plus oder gar 2G plus PCR würden unserer Branche das Genick brechen", sagte die neu gewählte Branchenpräsidentin Manuela Härtelt-Dören.

"Wir dürfen nicht wieder geschlossen werden", forderte Manuela Härtelt-Dören im Gespräch mit der 'Deutschen Handwerks Zeitung' (DHZ). Mit einer 3G- oder 2G-Regel könnten die Betriebe leben, nicht aber mit zusätzlichem Testnachweis. "Die Kunden machen das nicht mit, das käme einem Lockdown gleich."

Der Verband warnte vor ungerechten Berechnungsgrundlagen für die Rückerstattung von Corona-Hilfen. Nach dem Lockdown hätten die Betriebe zwar gute Umsätze gehabt. "Aber man kann nicht aufgrund der drei Monate, in denen es uns gut gegangen ist, alles zurückfordern für die Monate, in denen wir überhaupt keine Einnahmen hatten. Da muss man schon das ganze Jahr veranschlagen", erklärt sie auch gegenüber RTL/ntv. Sonst bestünde die Gefahr von Insolvenzen.

Der Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks vertritt die Interessen von rund 81.000 Betrieben mit mehr als 240.000 Beschäftigten, die einen Jahresumsatz von über 7 Milliarden Euro erwirtschaften. (aze)