Nach Wut-Video aus der Leichenhalle

Jetzt spricht die Leichen-Präparatorin: "Das ist alles ein bisschen aus dem Ruder gelaufen"

Ihr Wut-Video wurde über 3 Millionen Mal angeschaut. Ihr Arbeitgeber, die LMU in München, erteilte ihrer Mitarbeiterin Hausverbot.
Ihr Wut-Video wurde über 3 Millionen Mal angeschaut. Ihr Arbeitgeber, die LMU in München, erteilte ihrer Mitarbeiterin Hausverbot.
© Instagram/samiisamuraii

09. Dezember 2021 - 12:16 Uhr

Uniklinik München kündigt Mitarbeiterin nach Wut-Video über Corona auf Instagram

Eine Präparatorin sorgte kürzlich mit einem Instagram-Video (über 3 Millionen Aufrufe, Stand: 7.12.) für Aufsehen. Die Mitarbeiterin der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) macht ihrem Ärger über Corona-Maßnahmen Luft - und filmt sich dabei in der Leichenhalle. Dafür wurde sie von ihrem Arbeitgeber freigestellt. Jetzt erklärt sich die junge Frau in einem neuen Instagram-Video.

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Freigestellte Präparatorin der Münchner Uniklinik erklärt sich

"Ich habe meine Job super gerne gemacht. Seit sieben Jahren mache ich den Beruf und ich mache ihn wahnsinnig gerne", erklärt die Präparatorin auf ihrem Instagram-Kanal. Sie würde sich freuen, wenn ihr Arbeitgeber das auch so sehen würde und sie weiter ihren Dienst zur Verfügung stellen dürfe.

Zudem macht sie klar, dass alle miteinander, nicht gegeneinander arbeiten sollten. Sie sei für eine friedliche Lösung. In ihrem neuen Video spricht sie auch Menschen an, die angeblich Spendenkonten für sie eröffnet hätten. "Ich brauche kein Geld, noch bin ich angestellt, ich bin nur freigestellt", so die Präparatorin bei Instagram.

Zudem berichtet sie, dass sie von allen Seiten ausgenutzt werde. Seit dem Wut-Video sei "eine unglaubliche Sache nach der anderen" passiert. So sei sogar die Polizei bei ihr gewesen. Offenbar wurde in ihrem Namen eine Querdenker-Demonstration Mitte Dezember geplant. Laut der Präparatorin völliger Quatsch. Damit hätte sie nichts zu tun. "Das ist alles so ein bisschen aus dem Ruder gelaufen, nicht so wie ich wollte", gibt die Präparatorin zu.

LMU-Präparatorin sorgt mit ihrem Instagram-Video für Wirbel

Bildnummer: 50498199  Datum: 22.06.2004  Copyright: imago/KaroSchriftzug über dem Eingang zum pathologischen Institut der Ludwig-Maximilians-Universität in München , Objekte; 2004, München, Eingänge, pathologisches, Pathologie, Institute, Gerichtsmed
Der Eingang zum Arbeitsplatz der freigestellten Präparatorin in München.
© imago

Damit meint sie ein Corona-Wut-Video, das sie auf Instagram geteilt hatte. Darin kritisierte die Mitarbeiterin in der Leichenhalle, dass ungeimpfte, medizinische Mitarbeiter jetzt selbst für einen PCR-Test zahlen müssten. Nach Angaben der LMU sind dagegen sowohl PCR- als auch Schnelltests "für alle ungeimpften und geimpften Mitarbeitenden des LMU Klinikums nach wie vor kostenfrei."

"Wir haben den Notstand in Deutschland nicht wegen Corona, sondern wegen dem Fachkräftemangel", sagt die wütende Frau in dem Video beispielsweise, und dass der Corona-Impfstoff die Blutgerinnung anrege. "Wollen wir Kranken helfen? Oder wollen wir einfach nur alle dazu zwingen, sich impfen zu lassen?", fragt die Frau.

Eine Blutgerinnungsstörung als mögliche Nebenwirkung ist bei den Vektor-Impfstoffen gegen Corona seit längerem bekannt - sowohl laut Paul-Ehrlich-Institut als auch laut EU-Arzneimittelbehörde (EMA) kommt diese Nebenwirkung aber "sehr selten" vor. Das Risiko, infolge einer Corona-Infektion an einer Thrombose zu erkranken, sei "stets höher" als das Risiko, infolge der Impfung eine Thrombose zu bekommen. In den sozialen Netzwerken bekommt die Präparatorin Beifall aus der Impfgegner-Szene. Dabei sei die junge Frau nach eigenen Angaben geimpft.

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Münchner Uni stellt Präparatorin frei und erteilt Hausverbot

Nach Bekanntwerden ihres Wut-Videos erteilte die Ludwig-Maximilians-Universität ihrer Mitarbeiterin ein Hausverbot. Außerdem wurde sie den Angaben zufolge mit sofortiger Wirkung freigestellt. "Eine fristlose Kündigung wird darüber hinaus auf den Weg gebracht."

Und weiter: "In der derzeitigen Lage kommt es auf die Umsicht und Rücksicht aller an, um kranken Menschen bestmöglich zu helfen und das stark belastete Personal im Gesundheitswesen zu unterstützen. Die Verbreitung von solchen Videos trägt dazu sicherlich nicht bei." (jmu)