Frauenkrankheit Vulvodynie: Ursachen und Behandlung

Bild: Frauenkrankheit Vulvodynie - Ursachen und Behandlung
Was steckt hinter der Krankheit?
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Vulvodynie: Wenn die kleinste Berührung der Vulva Schmerzen bereitet

Stellen Sie sich vor, Sie müssten die Schmerzen, die Sie vom ersten Mal kennen, bei jedem Geschlechtsverkehr aufs Neue erleiden. Für rund 20 Prozent der Frauen in Deutschland sieht so die Realität aus. Schuld daran ist die noch weitgehend unerforschte Krankheit Vulvodynie. Erfahren Sie hier mehr über Ursachen und Behandlung.

Wie äußert sich Vulvodynie?

Vulvodynie verursacht Schmerzen an den äußeren weiblichen Geschlechtsorganen, sprich im Bereich der Vulva. Aber auch tieferliegende Bereiche der Scheide, der Beckenboden sowie der Anus können betroffen sein. Häufig tritt der Schmerz während oder nach dem Sex auf. Aber auch das Fahrradfahren oder Tragen enger Hosen kann für Betroffene sehr schmerzhaft sein.

Wieder andere verspüren die Schmerzen allein durch die Berührung des Genitalbereichs. Zu den Symptome von Vulvodynie gehören ein Jucken, Brennen und Ziehen. Schätzungen zufolge leiden etwa 20 Prozent aller Frauen an dieser Krankheit, viele allerdings nur eine bestimmte Zeit lang.

Mögliche Ursachen einer Vulvodynie

Häufig wird als erstes nach akuten vaginalen Infektionen durch Bakterien oder Pilze gesucht. Bewahrheitet sich der Verdacht, wird die Vulvodynie mit einem Antibiotikum behandelt. Oft bringt diese Behandlungsmethode jedoch nur wenig bis gar keine Linderung für die Patientinnen mit sich. Im Gegenteil, manche klagen daraufhin sogar über stärkere Schmerzen.

Weitere Auslöser können autoimmune Hauterkrankungen sein. Aber auch Waschmittel, Gleitgel oder synthetische Unterwäsche stehen oft unter Verdacht, die Schmerzen im Intimbereich zu verursachen. Zusammenfassend kommen also alle hautverändernden und -beeinflussenden Gründe als Auslöser infrage. „Am Ende bleibt aber oft unklar, woher die Schmerzen kommen“, räumt Dr. Heiko Wolf von der Klinik für Schmerzmedizin am Klinikum Frankfurt an der Oder ein.

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Was hilft gegen Vulvodynie?

Doch auch wenn die genaue Ursache unklar ist, kann den Betroffenen in Form einer Therapie geholfen werden, die Schmerzen zu reduzieren und zu lernen mit ihnen umzugehen. Im Alltag können sie mit Wärme, einem gezielten Beckenbodentraining und Entspannungsübungen den Schmerzen entgegenwirken.

In jedem Fall sollten Sie sich bei regelmäßigen Schmerzen im Intimbereich von Ihrem Gynäkologen untersuchen lassen. Er wird feststellen können, ob es sich tatsächlich um Vulvodynie handelt oder ein anderer Grund Ursache für Ihre Schmerzen ist. Auch wird er eine geeignete Therapie einleiten, um Ihnen Linderung zu verschaffen.

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