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Frauenfußball-EM in England: DFB-Team wohnt in Londoner Krach-Hotel

Fluglärm, Indische Hochzeiten, kein Kraftraum

DFB-Frauen wohnen bei EM in Londoner Krach-Hotel

03.07.2022, Großbritannien, London: Fußball: Nationalmannschaft, Frauen, EM 2022: Bundestrainer Martina Voss-Tecklenburg (M) steht zwischen ihren Spielerinnen. Foto: Sebastian Gollnow/dpa - WICHTIGER HINWEIS: Gemäß den Vorgaben der DFL Deutsche Fußba
Martina Voss-Tecklenburg inmitten ihrer Spielerinnen bei der Ankunft in London
scg, dpa, Sebastian Gollnow

Zwei Turniere, zwei Welten: Während die deutschen Fußball-Männer bei der Winter-WM in Katar in einer pompösen Luxus-Oase residieren , steigen unsere DFB-Frauen bei der anstehenden EM in England in einem Hotel ab, in dem Ruhe Luxus ist. Die Truppe von Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg jammert deswegen aber nicht. Zumal das Ganze nichts mit schlechter Planung, dafür aber mit etwas Pech zu tun hat.

Heathrow lässt grüßen

Am Montag bezog das deutsche Frauen-Team sein Quartier im Hilton Syon Park im Londoner Stadtteil Brentford – das hoffentlich gut isoliert ist. Denn es liegt direkt in der Einflugschneise von London-Heathrow, dem größten Flughafens Europas.

Lärm droht den DFB-Frauen aber auch im Hotel selbst. Laut „Bild“ ist das Hilton Syon ein beliebter Ort für indische Hochzeiten. Demnach sollen auch während der EM opulente Feiern stattfinden, allerdings immerhin in einem anderen Flügel des Hotels.

Einen eigenen Fitness-Raum gibt’s auch nicht, zum Krafttraining müssen die Spielerinnen in ein Zelt, das das Hotel extra im Garten aufgebaut hat. Undenkbar, dass sich die Mannschaft von Hansi Flick so auf ein wichtiges Turnier vorbereiten würde.

Pech beim Losverfahren

Jammern ist aber nicht, Voss-Tecklenburg sieht lieber das Positive. „Das Hotel-Management hat richtig Lust, uns ein zu Hause zu bieten. Wir haben viel Grün drumherum und tolle Rückzugsorte“, sagte sie der „Bild“ über die Entspannungs-Zone, die ebenfalls im Garten für das Team eingerichtet wurde.

Dass Deutschland in Brentford untergekommen ist, liegt übrigens nicht an schlechter Planung. Hotels in London sind ohnehin ein Thema für sich und das Bisham Abbey Marlow, das wohl beste der verfügbaren Hotels, bekamen die DFB-Frauen nicht. Grund: Alle wollten es haben, die UEFA verloste die Zimmer, die Spanierinnen hatten Glück und durften einziehen.

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Generell klafft zwischen Männer- und Frauenfußball noch immer eine gewaltige Lücke. Und das, obwohl die England-EM ein Turnier der Rekorde wird. Das Eröffnungsspiel zwischen England und Österreich findet im legendären Old Trafford von Manchester United vor mehr als 75.000 Fans statt. Das Finale am 31. Juli steigt im Fußball-Tempel Wembley vor 90.000 Zuschauern.

Insgesamt sind schon fast eine halbe Million Tickets verkauft, allerdings finden manche Spiele nur auf besseren Trainingsplätzen vor 4.000 oder 8.000 Zuschauern statt. Trotz großem Interesse an dem Turnier sind aber auch 200.000 Karten noch nicht verkauft.

Die UEFA schüttet dieses Jahr übrigens 16 Millionen Euro an Prämien aus, sollten die DFB-Frauen den Titel holen, bekämen sie 60.000 Euro pro Kopf. Deutlich mehr als bei der letzten EM vor fünf Jahren, als die Siegprämie 37.500 Euro betrug. Die Männer können über solche Summen nur schmunzeln: Sie hätten pro Nase 400.000 Euro kassiert, hätten sie 2021 den EM-Titel geholt. (mar)