Neuinfektion, Nachverfolgung - null Pause!

Frankfurter Gesundheitsamt-Chef: "Die Mannschaft ist müde"

22. November 2021 - 18:21 Uhr

Ausnahmezustand seit Pandemie-Beginn

Bei den hohen Inzidenzen sind sie wieder sehr gefragt: die Gesundheitsämter. Hier trudeln die täglichen Meldungen der Neuinfektionen ein. Seit Beginn der Pandemie herrscht dort aber nicht nur deswegen Ausnahmezustand. Vor welchen Herausforderungen die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen stehen, erfahren Sie im Video.

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Keine Effekte durch die bisherigen Maßnahmen

"Die Situation fordert uns heraus," sagt Peter Tinnemann, Leiter des Gesundheitsamts in Frankfurt im RTL-Interview. Die stetig steigenden Infektionszahlen und die Tatsache, dass bisherige Maßnahmen keine Effekte zeigen, ist das "was uns beeindruckt", beschreibt er die derzeitige Lage. Die Gesundheitsämter wollen von der Politik wieder mehr "Handhabe", damit die Zahlen wieder heruntergehen.

Peter Tinnemann, Leiter des Gesundheitsamts Frankfurt a.M., und seine Mitarbeiter müssen  seit  fast zwei Jahre "nur Corona machen".
Peter Tinnemann, Leiter des Gesundheitsamts Frankfurt a.M., und seine Mitarbeiter müssen seit fast zwei Jahre "nur Corona machen".
© RTL

Länge und Nähe beim Kontakt sind ausschlaggebend

Es ist eine ganze einfache Formel: Es geht bei Kontakten um Länge und Nähe – und die Kontakte, die von diesen Kriterien besonders viel erfüllen, müsse man wieder verringern, so Tinnemann.

Die Impfung schütze zwar vor schweren Verläufen oder Tod, aber es gäbe ja durchaus genug Geimpfte auf den Intensivstationen. Doch hier gelte es zu prüfen: "Wer sind die eigentlich? Wer sind die, die wir jetzt als erstes impfen müssen?" Tinnemann befürwortet die Prioritäten beim Boostern wie bei der Erstimpfung Anfang des Jahres: Risikogruppen sollten Vorrang haben und es solle gezielter geimpft werden.

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Weihnachtsmärkte als Risikoveranstaltungen?

Mit einiger Skepsis blickt der Leiter des Frankfurter Gesundheitsamts auf die Weihnachtsmärkte. Diese fänden zwar draußen statt und die Buden hätten Abstand – aber wenn es zu eng wird, müssten die Gesundheitsämter handeln. Eigentlich wüssten ja die Menschen, was zu tun ist. Doch: "Das werden wir jetzt beobachten," verspricht Tinnemann.

Die Mannschaft wird müde

"Wir haben so viele andere Aufgaben und müssen immer noch Corona machen", klagt der Gesundheitsamtschef. Seit fast zwei Jahren drehe sich alles um den Auftrag, die Bevölkerung vor dem Virus zu schützen. Das täten alle mit voller Kraft, doch "Die Mannschaft wird müde – jeden Tag etwas müder", gibt er im RTL-Interview zu. (gmö)