Corona hinterlässt Spuren

Drastischer Anstieg bei illegaler Straßenprostitution

"Das Prostitutionsgewerbe und damit die Sexarbeitenden in Hessen sind von der Corona-Pandemie in besonderem Maße betroffen" erklärte der FDP-Landtagsabgeordnete Yanki Pürsün
"Das Prostitutionsgewerbe und damit die Sexarbeitenden in Hessen sind von der Corona-Pandemie in besonderem Maße betroffen" erklärte der FDP-Landtagsabgeordnete Yanki Pürsün
© picture alliance / Robert Schles, Robert Schlesinger, RSC

20. August 2021 - 8:17 Uhr

Illegaler Straßenstrich

Da die Bordelle und Laufhäuser im Frankfurter Bahnhofsviertel aufgrund der Pandemie schließen mussten, entstand laut dem Polizeipräsidium Frankfurt ein Straßenstrich mit bis zu 60 Prostituierten. Inzwischen sind die Türen im Rotlichtviertel zwar wieder geöffnet, trotz allem stehen weiterhin rund zehn Straßenprostituierte in Frankfurt. Die Maßnahmen zur Bekämpfung der illegalen Prostitution dauern also länger an, als gedacht. Im Frankfurter Bahnhofsviertel ist Straßenprostitution verboten.

Finanzielle Notlagen haben drastische Folgen

"Das Prostitutionsgewerbe und damit die Sexarbeitenden in Hessen sind von der Corona-Pandemie in besonderem Maße betroffen", erklärte der FDP-Landtagsabgeordnete Yanki Pürsün. Die Beschränkungen des Lockdowns und die Folgen haben die Betroffenen vor große finanzielle Schwierigkeiten und nicht selten vor akute Notlagen gestellt.
Die Frankfurter Amtsanwaltschaft zählte im Jahr 2020 zwischen 50 und 60 Strafverfahren wegen verbotener Prostitution, im ersten Halbjahr 2021 waren es rund 100. Denn, wer ein Prostitutionsgewerbe betreiben will, braucht eine Erlaubnis der zuständigen Behörde. In der Corona-Zeit sind in Hessen deutlich weniger Anträge hierfür gestellt worden. So sind laut der FDP im Jahr 2021 bislang 4 Anträge im Jahr 2021 gestellt worden. Im Vergleich: 2020 gingen 19 Anträge ein und 51 im Jahr vor Corona (2019). Zu diesem Zeitpunkt gab es 79 gültige Erlaubnisse, derzeit sind es 33. Diese betreffen dem Ministerium zufolge Terminwohnungen, Bordelle und Laufhäuser, FKK-Clubs, erotische Massagestudios oder Escort-Services.

Mit vierter Welle wieder mehr Prostitution?

Nach Einschätzung des Robert-Koch-Instituts hat in Deutschland die vierte Corona-Welle begonnen. Grund ist ein Anstieg der positiven PCR-Tests von vier auf sechs Prozent innerhalb einer Woche, heißt es im neuen Wochenbericht. So steigt die 7-Tage-Inzidenz in Hessen immer weiter an: Sie liegt heute bei einem Wert von 50,8 - nach 41,1 gestern (bundesweite Inzidenz: 48,8). Nur sechs Kreise liegen aktuell noch unter einer Inzidenz von 35: Kreis Marburg-Biedenkopf (34,0), Kreis Waldeck-Frankenberg (33,9), Rheingau-Taunus-Kreis (32,1), Schwalm-Eder-Kreis (31,7), Vogelsbergkreis (20,8) und der Werra-Meißner-Kreis mit 9,9. Von einem Lockdown soll trotz allem bisher abgesehen werden. Somit sollten die Bordelle und Laufhäuser im Frankfurter Bahnhofsviertel vorerst geöffnet bleiben. Wenn auch mit strikten Hygienevorschriften. (dpa/awo)

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