Schon wieder Studie mit besorgniserregendem Ergebnis

Forscher warnen eindringlich vor Paracetamol in der Schwangerschaft

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17. September 2019 - 11:08 Uhr

Unterschätzte Nebenwirkungen von Paracetamol

Paracetamol ist leicht in der Apotheke zu bekommen, absolut bezahlbar und daher ein weit verbreitetes Schmerzmittel. Doch viele greifen zu oft und zu schnell zu den Pillen - mit teilweise fatalen Folgen. Eine neue Studie zeigt, dass vor allem Schwangere mit diesem Mittel aufpassen müssen.

Gynäkologen empfehlen erschreckend häufig die Einnahme von Paracetamol

Jede Frau, die schon ein Kind bekommen hat, wird das kennen: Klagt man in der Schwangerschaft über Schmerzen, raten viele Gynäkologen schnell zur Einnahme von Paracetamol. Doch so bedenkenlos, wie das Mittel oft verkauft wird, ist es laut einer neuen Studie nicht. Vielmehr können die Auswirkungen auf das Ungeborene verheerend sein.

Besonders in den Schwangerschaftswochen 18 bis 32 sei Vorsicht geboten, warnen die Forscher der Universität in Bristol. Rund 14.000 Kinder nahmen an der Studie teil und wurden über Jahre auf Erinnerungsfähigkeit, Intelligenz und Entwicklung getestet.

Untersuchte Kinder litten unter ADHS und Asthma

Viele der Studienteilnehmer zeigten vor allem Auffälligkeiten im Sozialverhalten und verhielten sich hyperaktiv und unkonzentriert. Auch Asthma wurde als eine mögliche Folge identifiziert. Ausschließen können die Forscher jedoch nicht, dass die Krankheiten, zu deren Behandlung die Frauen Paracetamol einnahmen, zu dem Zustand der Kinder führten. Studienautorin Prof. Jean Golding rät Schwangeren, eine Medikation immer genau abzuwägen und ärztlichen Rat zu suchen.

In der Vergangenheit gab es eine Vielzahl an Studien mit dem gleichen Tenor. Zudem haben Forscher schon vor Jahren herausgefunden, dass es durch die Einnahme von Paracetamol in der Schwangerschaft bei Jungen zu Hodenhochstand und Unfruchtbarkeit kommen kann.

Inzwischen wird die Wirksamkeit von Paracetamol bei Kopf-, Nacken-, Rücken- und Gelenkschmerzen angezweifelt. Insofern sollten alle Patienten Nutzen und eventuellen Schaden dringend abwägen, bevor sie zu dem Wirkstoff greifen.

Auch übergewichtige Menschen sollten nicht zu Paracetamol greifen

Laut Informationen der "Rheinischen Post" erkranken jährlich 4.000 Menschen aufgrund von Paracetamol-Überdosierungen an entstehenden Nebenwirkungen. Besonders übergewichtige Menschen müssen extrem vorsichtig sein, da sie meist unter einer Fettleber leiden, die toxische Wirkstoffe nicht mehr gut abbauen kann.

Im "British Journal of Clinical Pharmacology" wurde eine Studie veröffentlicht, die belegte, dass bei längerer Einnahme von Paracetamol ein erhöhtes Risiko für Multiorganversagen besteht. Den Patienten wird dann geraten, ein Leberzentrum aufzusuchen. Die Forscher registrierten zudem eine signifikante Häufung von Funktionsstörungen des Gehirns.